Jahrestagung 2017 von DGHO, OeGHO, SGMO und SGH+SSH,

7. Juli 2017 | Kategorie: Highlight

vom 29. September bis 3. Oktober 2017, Congress Center Stuttgart „Krebspatienten leben länger“

Die Hämatologie und Medizinische Onkologie ist eines der innovativsten Gebiete der Medizin. Das ist Segen und Verpflichtung zugleich: Segen, weil der therapeutische Werkzeugkasten immer umfangreicher wird, wovon Patientinnen und Patienten mit Krebs- und Bluterkrankungen profitieren. Verpflichtung, da das Wissen mit einer solch großen Geschwindigkeit wächst, dass es für die in der Behandlung Tätigen eine große Herausforderung ist, mit diesem Tempo mitzuhalten. Auf der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie vom 29. September bis 3. Oktober 2017 in Stuttgart werden die neuen klinischen Daten zur Diagnostik und Therapie moderner immunonkologischer und zellulärer Therapien von Expertinnen und Experten präsentiert und diskutiert.

Dass es sich bei der Hämatologie und Medizinischen Onkologie um ein äußerst innovatives Fachgebiet handelt, betont Prof. Dr. med. Lothar Kanz, diesjähriger Kongresspräsident und Ärztlicher Direktor der Abteilung für Innere Medizin II – Onkologie, Hämatologie, Immunologie, Rheumatologie und Pulmologie am Universitätsklinikum Tübingen: „Besonders in unserem Fachgebiet verkürzt sich die Halbwertszeit des medizinischen Wissens zunehmend. Dieser Entwicklung tragen wir u. a. mit den ‚Late Breaking Abstracts‘ Rechnung. Mit diesem Format bieten wir erstmals die Möglichkeit, Forschungsergebnisse sowohl aus dem klinischen als auch dem wissenschaftlichen Bereich, die erst nach der Deadline zur regulären Abstracteinreichung verfügbar und damit ‚ganz frisch‘ sind, einem breiten Publikum zu präsentieren.“

Im Bereich der Forschung stehen u. a. die Themen Immunonkologie und Stamm-zellen im Mittelpunkt. Für die Plenarsitzung am Samstag, 30. September 2017 ist es gelungen, Prof. George Q. Daley, MD, PhD, den Dekan der Medizinischen Fakultät der Havard University und weltweit renommierten Stammzellforscher, zu gewinnen. Daley wird über den derzeitigen Stand der translationalen Stammzellforschung berichten. Schwerpunktthemen im Bereich der Onkologie sind neue Arzneimittel sowie neue Therapieansätze etwa beim Lungenkarzinom oder beim Urogenitalmalignom. Im Bereich der Hämatologie stehen Themen wie Gerinnung, hämatologische Neoplasien und die Biologie des Multiplen Myeloms im Fokus. In der Plenarsitzung am Dienstag, 3. Oktober 2017 werden neuen Daten zum Themenkomplex Mikrobiom und Krebs vorgestellt. Umfangreiche Querbezüge werden beispielsweise zu den Querschnittsthemen Innere Medizin, Gynäkologie und Urologie angeboten. Themenübergreifend findet ein Mikroskopierkurs statt, und Fragen rund um die Bereiche Infektiologie, junge Erwachsene mit Krebs und Palliativmedizin werden intensiv diskutiert.

Wichtig, so Kanz, sei bei der Programmplanung gewesen, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Jahrestagung ausreichend Raum für die derzeit im Fachgebiet stattfindenden Debatten zu ermöglichen. „Wissenschaftliche Erkenntnis findet nie im luftleeren Raum statt, sondern ist immer mit der Frage verbunden, wie wir – in unserem Fall mit neuem medizinischen Wissen – umgehen. Dazu braucht es ein Forum für den Austausch auch von widerstrebenden Meinungen. Mit dem Format der ‚Pro & Contra Debatte‘ schaffen wir diesen Raum – u. a. zu den Themen Personalisierte Medizin und klinische Stammzelltransplantation.“

Über die originär medizinischen Themen hinaus wurde im Programm auch ausreichend Raum für gesundheitspolitische Debatten geschaffen. Deren Dringlichkeit verdeutlicht Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO und Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik für den Bereich Onkologie, Hämatologie und Knochenmarktransplantation mit Sektion Pneumologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: „Infolge der dramatischen Innovationen im Bereich der medikamentösen Tumortherapie sehen wir heute bei bestimmten Entitäten chronische Verläufe mit nahezu normaler Lebenserwartung. Dabei ist der wissenschaftliche und medizinische Fortschritt oft mit höheren Kosten für das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem verbunden. Mit diesem Spannungsfeld aus Medizin und Ökonomie werden wir uns als Ärztinnen und Ärzte in Zukunft noch stärker auseinandersetzen müssen.“

Als integrales Element der gemeinsamen Jahrestagungen der deutschsprachigen Fachgesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie, so Kongresspräsident Kanz, habe sich die Förderung des wissenschaftlichen und ärztlichen Nachwuchses für das Fach und damit für eine qualitativ exzellente hämatologische und onkologische Versorgung der Zukunft etabliert. „Um junge Kolleginnen und Kollegen für unser Fachgebiet zu begeistern, bieten wir unter anderem Hands-on-Seminare beispielsweise zum Vorgehen bei onkologischen Notfällen, zur Statistik und Karriereplanung an. Im Rahmen des Studententages am 30. September 2017 geben Spezialistinnen und Spezialisten spannende Einblicke in unser Fachgebiet und interessante Anregungen zur individuellen Berufs- und Karriereplanung im Bereich der Hämatologie und Medizinischen Onkologie.“

Am Samstag, 30. September und Sonntag, 1. Oktober 2017 findet zudem die Pflegetagung statt. Themen sind hier u. a. innovative Pflegekonzepte in der Krebstherapie, Geriatrische Onkologie, Palliativpflege oder neue Leitlinien. Begleitende Themen sind aktuelle Therapiestrategien beim Lungenkarzinom, beim Non-Hodgkin-Lymphom, bei der Akuten Myeloischen Leukämie und bei Hirnmetastasen. Angeboten werden Workshops zur Atemtherapie, Behandlung von Lymphödemen, Hygiene und Wundheilungsdokumentation sowie zu multiresistenten gramnegativen Bakterien. Im Rahmen eines interdisziplinären Themenblocks für ärztliches und pflegerisches Personal stehen die Bereiche Kommunikation und Onkologische Rehabilitation im Mittelpunkt.

Ausführliche Informationen unter: www.haematologie-onkologie-2017.com

Über die DGHO
Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. besteht seit 80 Jahren und hat heute mehr als 3.000 Mitglieder, die in der Erforschung und Behandlung hämatologischer und onkologischer Erkrankungen tätig sind. Mit ihrem Engagement in der Aus-, Fort- und Weiterbildung, mit der Erstellung der Onkopedia-Leitlinien, mit der Wissensdatenbank, mit der Durchführung von Fachtagungen und Fortbildungsseminaren sowie mit ihrem gesundheitspolitischen Engagement fördert die Fachgesellschaft die hochwertige Versorgung von Patientinnen und Patienten im Fachgebiet.

Über die OeGHO
Die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie hat sich zum Ziel gesetzt, die Betreuung von Patientinnen und Patienten österreichweit an den höchsten Standard heranzuführen. Die OeGHO zählt als Fachgesellschaft aktuell ca. 700 Mitglieder, von denen ein Großteil Fachärzte oder Fachärztinnen für Innere Medizin mit Additivfach Hämatologie und Internistischer Onkologie sind. Neben der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften, der Festlegung von Standards für die Facharztausbildung und Ausbildungsstätten und der Erarbeitung von Leitlinien will die OeGHO die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen allen an der Krebstherapie Beteiligten und die Forschung auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie aktiv fördern.

Über die SGMO
Die Schweizerische Gesellschaft für Medizinische Onkologie ist die Vereinigung von Ärzten, die auf die Erforschung, Diagnose und Behandlung bösartiger solider Tumoren und Blutkrankheiten spezialisiert sind. Mit der Aufwertung der internisti-schen Subspezialitäten zu eigenen Fachgesellschaften wurde der Subspezialitäten-titel Hämatologie/Onkologie in den Facharzttitel „Medizinische Onkologie“ umge-wandelt. Seit der Gründung der SGMO im Jahre 1999 hat ihre Mitgliederzahl stetig zugenommen und erreicht heute über 300 ordentliche und außerordentliche Mitglieder. Neben den Fachärzten für Onkologie sind als außerordentliche Mitglieder Hämatologen und Forscher vertreten.

Über die SGH+SSH
Die Schweizerische Gesellschaft für Hämatologie (SGH) ist der Berufsverband und die Fachgesellschaft der Ärztinnen und Ärzte mit dem Facharzttitel Hämatologie. Sie hat folgende Zielsetzung: Die Förderung der Hämatologie in der Schweiz, die Förderung, Gewährleistung und Überwachung der Aus-, Weiter- und Fortbildung in der Hämatologie, die Wahrung der beruflichen Interessen der Hämatologen in der Schweiz sowie die Förderung der Kollegialität unter den Mitgliedern. Die SGH zählt mehr als 300 Mitglieder.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.

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