Pankreaskarzinom: nab-Paclitaxel/Gemcitabin firstline bewährt sich

11. Februar 2016 | Kategorie: Im Focus

Die Kombination nab-Paclitaxel (Abraxane®) + Gemcitabin erweist sich als bewährte First-Line-Therapie des metastasierten Pankreaskarzinoms, auf deren Basis Folgetherapien aufbauen können. Das zeigen beim ASCO Gastrointestinal Cancers Symposium (ASCO-GI) präsentierte Daten: In einer Post-hoc-Analyse der MPACT-Zulassungsstudie war eine Second-Line-Therapie im Anschluss an nab-Paclitaxel + Gemcitabin mit einem signifikant längerem Gesamtüberleben (OS) verbunden als nach einer Gemcitabin-Monotherapie (1). Eine retrospektive Kohortenstudie zeigte bei Patienten unter nab-Paclitaxel + Gemcitabin gefolgt von 5-FU-basierten Therapien ein längeres OS (angegeben als Datenbank-Persistenz) als unter FOLFIRINOX gefolgt von Gemcitabin-basierten Regimen (2).

In der Zulassungsstudie MPACT erreichte die Kombination nab-Paclitaxel + Gemcitabin bei Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom einen statistisch signifikanten medianen Überlebensvorteil gegenüber der Gemcitabin-Monotherapie (ITT-Population: 8,7 vs. 6,6 Monate) und reduzierte das relative Sterberisiko um 28% (HR=0,72; p<0,001) (3, 4). Leitlinien empfehlen die Kombination in der First-Line-Therapie des metastasierten Adenokarzinoms des Pankreas bei erwachsenen Patienten (5, 6), die in der klinischen Praxis bei einem breiten Patienten-Spektrum (auch bei Älteren und bis ECOG-PS 2) eingesetzt werden kann (7, 8). Beim ASCO Gastrointestinal Cancers Symposium (ASCO-GI) präsentierte Daten zeigen nun, dass nab-Paclitaxel + Gemcitabin als First-Line-Therapie auch eine aussichtsreiche Basis für Folgetherapien darstellt (1, 2). Längeres Gesamtüberleben in der Second-Line nach First-Line-Therapie mit nab-Paclitaxel + Gemcitabin vs. Gemcitabin-Monotherapie Eine Post-hoc-Analyse der MPACT-Studie untersuchte die klinischen Ergebnisse bei Patienten, die in der Beobachtungsphase eine Second-Line-Behandlung erhielten (n=347). Das mediane OS dieser Patienten war nach einer First-Line-Therapie mit nab-Paclitaxel + Gemcitabin signifikant länger als nach einer First-Line-Therapie mit Gemcitabin alleine (median 12,8 vs. 9,9 Monate; p=0,015; siehe Abb.). Celgene_ASCO_GI

Mehr als 75% der Patienten erhielten eine Second-Line-Therapie mit 5-FU- oder Capecitabin-basierten Regimen und erreichten damit ein OS von median 13,5 vs. 9,5 Monaten. Bei Patienten, die nach einer First-Line-Therapie mit nab-Paclitaxel + Gemcitabin als Second-Line-Regime FOLFIRINOX (n=11) erhielten, wurde mit median 15,7 Monaten das längste OS verzeichnet. Die aktuelle Analyse zeigt, dass Second-Line-Therapien nach First-Line nab-Paclitaxel + Gemcitabin das Überleben für die Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom weiter verbessern können (1).

nab-Paclitaxel + Gemcitabin mit Vorteilen versus FOLFIRINOX

Eine retrospektive Kohortenstudie, welche zur Untersuchung der Therapiesequenzen beim metastasierten Pankreaskarzinom verwendet wurde, verglich First-Line nab-Paclitaxel + Gemcitabin mit FOLFIRINOX hinsichtlich Therapieabbruch und OS (angegeben als Datenbank-Persistenz) in der klinischen Praxis. Die Baseline-Charakteristika beider Gruppen waren ähnlich, außer einem signifikant höheren Alter in der Gruppe mit nab-Paclitaxel + Gemcitabin (67 vs. 61,4 Jahre, p<0,001). Die Zeit bis zu einem Therapieabbruch (3,4 vs. 3,8 Monate) und das OS (jeweils 8,6 Monate) waren in beiden Gruppen numerisch ähnlich. Unerwünschte Nebenwirkungen sämtlicher Grade traten mit nab-Paclitaxel + Gemcitabin weniger häufig auf als unter FOLFIRINOX (84% vs. 95%). Nach nab-Paclitaxel + Gemcitabin erhielten 32% Second-Line-Therapien, darunter 64% 5-FU-basierte Regime mit einem medianen Gesamtüberleben von 12,7 Monaten. Nach FOLFIRINOX erhielten 53% Second-Line-Therapien, von diesen 98% Gemcitabin-basierte Therapien mit einem medianen OS von 9,3 Monaten. Entsprechend deuten auch diese Ergebnisse der Kohortenstudie darauf hin, dass die Patienten mit Second-Line-Regimen nach First-Line nab-Paclitaxel + Gemcitabin ein längeres OS erreichen (2). Literatur:

(1) Goldstein D et al. ASCO-GI 2016; Poster #333.
(2) Braiteh FS et a. ASCO-GI 2016; Poster #433.
(3) von Hoff DD et al. N Engl J Med 2013;369:1691–1703.
(4) Goldstein D et al. J Natl Cancer Inst. 2015; 107(2) pii: dju413.
(5) NCCN Guidelines. Pancreatic Adenocarcinoma; Version 2/2015.
(6) Ducreux M et al. Ann Oncol 2015; 26 (suppl 5): v56–v68
(7) Giordano G et al. ECC 2015;poster #2334.
(8) Giordano G et al. ECC 2015;poster #2335.

Quelle: Celgene

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