PARP-Inhibitoren


PARP-Inhibitoren sind eine relativ neue, noch kleine Gruppe von Arzneistoffen, die zur Behandlung von verschiedenen Krebserkrankungen (z.B. Ovarialkarzinom) eingesetzt werden. PARP-Inhibitoren sind Hemmstoffe des Enzyms Poly-ADP-Ribose-Polymerase (PARP) und verhindern, dass Krebszellen einen durch Zytostatika induzierten DNA-Schaden reparieren. PARP-Inhibitoren kommen deshalb primär als Erhaltungstherapie nach einer Chemotherapie infrage.

Als erster Wirkstoff wurde 2015 Olaparib (Hersteller: AstraZeneca, Handelsname: Lynparza) zugelassen. Lynparza darf als Monotherapie für die Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patienten mit Platin-sensitivem Rezidiv eines BRCA-mutierten hochgradig serösen epithelialen Eierstock-, Eileiter- oder Peritoneal-Karzinom eingesetzt werden. Vor Behandlungsbeginn muss in Blut oder Tumorgewebe eine Mutation in den Genen BRCA1 oder BRCA2 nachgewiesen sein.

Im März 2017 hat die US-Arzneimittelbehörde FDA mit Niraparib (Hersteller: Tesaro Bio, Handelsname: Zejula) einen weiteren PARP-Inhibitor zur Behandlung des Ovarialkarzinoms und verwandter Malignome zugelassen. Die Europäische Kommission (EC) hat am 20. November 2017 die Zulassung für Niraparib (Zejula®) erteilt. Zejula® wird als Monotherapie zur Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patientinnen mit Rezidiv eines Platin-sensiblen, gering differenzierten serösen Karzinoms der Ovarien, der Tuben oder mit primärer Peritonealkarzinose, die sich nach einer Platin-basierten Chemotherapie in Remission (komplett oder partiell) befinden, angewendet. Niraparib ist der erste in Europa zugelassene orale, einmal täglich einzunehmende Poly (ADP-Ribose)-Polymerase (PARP) 1/2-Inhibitor, für den keine Testung des BRCA-Mutationsstatus oder eine andere Biomarkertestung erforderlich ist.

Als weiterer Vertreter gilt Rucaparib (Hersteller: Clovis Oncology, Handelsname: Rubraca), ebenfalls zur Behandlung des Ovarialkarzinoms im Dezember 2016 in den USA zugelassen. Auch Rucararib darf nur bei Patientinnen eingesetzt werden, bei denen Mutationen in BRCA-Genen vorliegen. Diese Gene sind an der DNA-Reparatur beteiligt und ihr Ausfall steigert die Wirkung von PARP-Inhibitoren. Rucaparib erhielt im Oktober 2012 für die EU die Orphan Drug Designation (ODD) für die Behandlung des Ovarialkarzinoms. Der Hersteller beabsichtigt, 2018 die Marktzulassung für die EU zu beantragen.

Auch andere Firmen arbeiten an weiteren PARP-Inhibitoren, z.B. AbbVie an Veliparib.