Urothelkarzinom: Überlebensvorteil durch Pembrolizumab gegenüber Chemotherapie

16. April 2018 | Kategorie: Substanzen

Beim ASCO-GUA (American Society of Clinical Oncology Genitourinary Cancers) wurden die 2-Jahres-Follow-up-Daten zur zulassungsrelevanten Phase-III-Studie KEYNOTE-045* bekannt gegeben. Diese zeigten bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Urothelkarzinom, die während oder nach einer Platin-basierten Therapie progredient waren, ein Überleben von 27% unter Pembrolizumab** (KEYTRUDA®). Im Vergleich dazu waren unter einer prüferbestimmten Chemotherapie (Paclitaxel, Docetaxel, Vinflunin) nach 2 Jahren nur rund 14% der Patienten am Leben. Pembrolizumab ist damit der erste und einzige PD-1-Inhibitor, der in einer Phase-III-Studie einen Überlebensvorteil verglichen mit einer Chemotherapie aufzeigte, der jetzt auch über 2 Jahre nachgewiesen werden konnte (1).

Im medianen Follow-up der KEYNOTE-045-Studie von 27,7 Monaten zeigte sich ein medianes Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) von 10,3 Monaten unter Pembrolizumab versus 7,3 Monate unter einer vom Prüfer bestimmten Chemotherapie (Paclitaxel, Docetaxel, Vinflunin). Das Risiko zu versterben konnte im Pembrolizumab- verglichen mit dem Chemotherapie-Arm um 30% signifikant reduziert werden (HR: 0,70 (95%-KI: 0,57-0,85), p=0,00017) (1).

Der OS-Vorteil unter Pembrolizumab zeigte sich dabei unabhängig vom Level der PD‑L1#-Expression (CPS## ≥10 und <10) sowie von den Patientencharakterisika### (1). Für das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS) konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Behandlungsarmen ermittelt werden (2,1 Monate unter Pembrolizumab versus 3,3 Monate unter einer Chemotherapie; HR: 0,96, p=0,32). Die Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) war unter Pembrolizumab höher als unter einer Chemotherapie (21,1% vs. 11,0%). Die mediane Ansprechdauer war unter Pembrolizumab länger als unter Chemotherapie (nicht erreicht vs. 4,4 Monate). Im Pembrolizumab- bzw. Chemotherapie-Arm zeigte sich bei 68% bzw. 35% der Patienten, die angesprochen haben, eine Dauer des Ansprechens$ von mindestens 12 Monaten (gemäß Kaplan-Meier-Schätzungen). Auch in puncto Sicherheit wies die Behandlung mit Pembrolizumab deutlich weniger Nebenwirkungen im Vergleich zur Chemotherapie auf (Nebenwirkungen jeglicher Schweregrade bzw. der Schweregrade ≥3: 62,0% bzw. 16,5% unter Pembrolizumab vs. 90,6% bzw. 50,2% unter Chemotherapie) (1). * Die KEYNOTE-045 schloss 542 Patienten in zwei Gruppen ein. Die Patienten erhielten randomisiert (1:1) entweder KEYTRUDA 200 mg alle 3 Wochen (n = 270) oder intravenös alle 3 Wochen eine der folgenden Therapien nach Maßgabe des Prüfarztes (n = 272): Paclitaxel 175 mg/m2 (n = 84), Docetaxel 75 mg/m2 (n = 84), oder Vinflunin 320 mg/m2 (n = 87). Die co-primären Endpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das progressionsfreie Überleben (PFS). Die Beurteilung des PFS erfolgte durch eine verblindete, unabhängige zentrale Befundung (BICR) gemäß den Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST 1.1) (1). ** Pembrolizumab ist als Monotherapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms in zwei Indikationen zugelassen: Zur Erstlinientherapie bei Cisplatin-ungeeigneten Patienten und zur Behandlung von Patienten nach Versagen einer Platin-basierten Therapie (2). # PD-L1= Ligand des Programmed Cell Death Protein 1. ## CPS = Combined Positive Score. Anzahl PD-L1–positive Zellen (Tumorzellen, Lymphozyten und Makrophagen) geteilt durch die Gesamtzahl an Tumorzellen x 100. ### Patientencharakteristika wie dem Alter der Patienten, dem ECOG(Eastern Cooperative Oncology Group)-Performance-Status, der Vortherapie, dem Vorliegen von Lebermetastasen, dem Baseline-Hämoglobin, der Zeit nach der letzten Chemotherapie, der Tumorhistologie, der Risikofaktor-Gruppe und der Art der vom Prüfer bestimmten Chemotherapie. $ Dauer des Ansprechens basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen. Literatur:
(1) Bellmunt J et al. Two-Year Follow-Up From the Phase 3 KEYNOTE-045 Trial of Pembrolizumab Versus Investigator’s Choice (Paclitaxel, Docetaxel, or Vinflunine) in Recurrent, Advanced Urothelial Cancer, ASCO-GU 2018, San Francisco, California, USA, (Abstract #410 und Poster presentation), Journal of Clinical Oncology 36, no. 6_suppl. DOI: 10.1200/JCO.2018.36.6_suppl.410.
(2) Fachinformation KEYTRUDA®, Stand Dezember 2017.

Quelle: MSD


Die Krankheit Krebs wahrnehmen und verstehen – Eine App für Kinder und Angehörige

„Der Zauberbaum“- Die Deutsche Zauberbaum App
Was ist Krebs? Ist Krebs heilbar? Ist Krebs ansteckend? Habe Ich etwas falsch gemacht? Die App „Der Zauberbaum“ soll dabei helfen, Kindern mit Krebskranken Angehörigen die wichtigesten Fragen über die Krankeit in einer spielerischen Weise zu beantworten.

Eine Krebsdiagnose und die damit verbundenen Schritte der Behandlung kommen für die meisten Patienten und Ihre Familien einem „Sturz aus der normalen Lebenswirklichkeit“ gleich. Die plötzliche Lebensbedrohung und die mit der Behandlung verbundenen Lebensumstände stellen insbesondere Eltern mit kleineren Kindern vor eine zusätzliche Herausforderung: Wie erkläre ich dies meinem Kind?

Diese weltweit erste Applikation für die Eltern-Kind-Kommunikation unterstützt Eltern dabei, sich mit Ihrem Kind auf die neuen Situationen einzustellen. Der Verein Hilfe für Kinder krebskranker Eltern e.V. hat diese zusammen mit Experten entwickelt und bietet sie betroffenen Eltern zur Unterstützung an.

Die App ist konzipiert für Kinder im Alter von 3-10 Jahren und ist für die Bedienung mit einem Tablet optimiert.

Alle Zauberbaum Apps sind im Google Play Store (linke Grafik) und App Store (rechte Grafik) als kostenfreier Download verfügbar. Klicken Sie auf eine der beiden Grafiken, um die App herunterzuladen.

Google Play Store:
Zauberbaum App
App Store:
Zauberbaum App

s.a.: www.hilfe-fuer-kinder-krebskranker-eltern.de

Schlagworte: , ,

Kommentare sind geschlossen