11. Münchner Urologische Sommer-Akademie

6. August 2018 | Kategorie: Pharmaindustrie

Das Konzept hat sich bewährt – bereits zum 11. Mal trafen sich Urologen zum Erfahrungs- und Wissensaustausch im Rahmen der Urologischen Sommer-Akademie für 3 Tage in München. Vorträge, Workshops in Kleingruppen und OP-Hospitationen standen auf dem Programm. Die etablierte Veranstaltung wird gemeinsam von den Münchner Urologischen Universitätskliniken in Großhadern (LMU) und rechts der Isar (TUM) ausgerichtet sowie von der Astellas Pharma GmbH unterstützt.

Das breite Themenspektrum der CME-zertifizierten Fortbildung reichte von der Therapie des Prostatakarzinoms und molekularem Imaging (PSMA-PET) über Nierenzell- und Harnblasentumoren, Robotik im OP, der komplexen Behandlung des Patienten mit Reizblase bis hin zu Themen wie Cannabis- und Methadonbehandlung für Krebspatienten. „Das Besondere an dieser Form der Fortbildung ist, dass sie eine gute Mischung aus praktischen Elementen – wie Hospitation in den Kliniken – und Vorträgen mit Updates zu urologischen und onkologischen Themen bietet, bei denen wir die Teilnehmer auf den neuesten Stand bringen. Zusätzlich können in kleinen Gruppen spezielle Themen wie z.B. medikamentöse Tumortherapie, Prostatabiopsie oder Infektiologie vertieft werden“, umriss Prof. Jürgen Gschwend, Direktor der urologischen Klinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar (TUM), das Konzept der Veranstaltung. Auch Prof. Christian Stief, Direktor der urologischen Klinik und Poliklinik, Campus Großhadern (LMU), unterstrich die Bedeutung der Sommer-Akademie. Sie liefere den Teilnehmern durch den intensiven Wissenstransfer die nötigen Inhalte, um ihre Patienten in der täglichen Routine möglichst optimal zu behandeln.

Wegweiser im Dschungel der Therapievielfalt

Die Therapie sei vielfältiger geworden, erklärte Gschwend am Beispiel des Prostatakarzinoms (PCa): „Wir haben für jedes definierte Stadium jetzt mehr Therapieoptionen. Daraus ergeben sich für den Patienten mehr Möglichkeiten, die Krankheit zu bewältigen – sie unter Kontrolle zu halten, das Gesamtüberleben zu verlängern, Symptome zu reduzieren und vor allem die Entwicklung von Komplikationen zu verhindern.“ Die vielfältigen Therapieoptionen ermöglichen so auch eine patientenindividuelle Therapiestrategie.

Eine effektive Androgendeprivationstherapie (ADT) nimmt einen wichtigen Stellenwert bei der Behandlung des hormonsensitiven PCa ein: So hatten Patienten, die im ersten Jahr ihrer Therapie Testosteronwerte < 20 ng/dl erreichten, ein längeres progressionsfreies Überleben als Patienten mit einer weniger wirksamen ADT (1). Dieser Zielwert für die Testosteronabsenkung wird inzwischen auch in den Leitlinien der European Association of Urology (EAU) empfohlen (2). Mit dem GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon)-Analogon Leuprorelin als Atrigel-Formulierung (Eligard®) erzielten ca. 90% der Patienten in den Zulassungsstudien einen Testosteronwert von < 20 ng/dl (3-5). Schreitet die Prostatakrebserkrankung trotz einer medikamentösen Kastration (ADT) voran, kommen verschiedene Behandlungsoptionen infrage. Zur Erstlinientherapie von asymptomatischen oder mild symptomatischen Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) empfiehlt die aktuelle deutsche S3-Leitlinie u.a. den Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor Enzalutamid (XtandiTM). Durch den Einsatz des Wirkstoffes konnten das radiografische progressionsfreie Überleben (rPFS) und das Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zu Placebo signifikant verlängert (p jeweils <0,001) und das Einleiten einer Chemotherapie im Median um 17 Monate hinausgezögert werden (6). Beim metastasierten kastrationsresistenten PCa gilt die sekundäre Hormontherapie (ADT + Enzalutamid) als etablierte Therapie, erklärte Prof. Christian Gratzke, Leiter des Prostatazentrums und leitender Oberarzt der Urologischen Klinik und Poliklinik (LMU). Die Therapie von oligometastasierten Patienten mit geringer Tumorlast stelle die Behandler oft vor eine Herausforderung, da unklar sei, inwieweit sie von einer Lokaltherapie (Operation, Strahlentherapie) profitieren. Hier bedarf es weiterer prospektiver randomisierter Studien, die derzeit rekrutieren. Überaktive Blase: Harndrang erschwert Alltag

Auch das Indikationsgebiet überaktive Blase (overactive bladder – OAB) war Bestandteil der urologischen Fortbildungsveranstaltung. Patienten mit OAB sind oft erheblich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt, dennoch brechen 70-90% der Patienten die Therapie mit Anticholinergika innerhalb des ersten Jahres ab, berichtete Prof. Ricarda Bauer, Oberärztin und Leiterin des Bereichs Blasenentleerungsstörung, Harninkontinenz und Urogynäkologie (LMU). Eine sichere und ebenso wirksame Alternative biete der selektive Beta-3-Adrenorezeptoragonist Mirabegron (Betmiga®), der auch in den EAU-Leitlinien 2018 empfohlen wird. Reicht die Wirkung des Anticholinergikums nicht aus, sollte eine Kombinationstherapie mit Mirabegron erwogen werden, erläuterte Bauer.

Neues Online-Fortbildungsportal von Astellas

Astellas engagiert sich für die Fortbildung von Ärzten und medizinischem Fachpersonal, damit Patienten die bestmögliche Behandlung erhalten können. Als Service bietet Astellas nun auch im Netz ein neues Fortbildungsportal für Ärzte an (https://fortbildung.astellas-med.de). Dabei werden folgende Tätigkeitsschwerpunkte unterstützt: Gastroenterologie, Hämatologie, Infektiologie, Intensivmedizin, Nephrologie, Onkologie, Transplantation und Urologie.

Literatur:
(1) Klotz L et al. J Clin Oncol 2015;33(10):1151-1156.
(2) Mottet N et al. Guidelines on Prostate Cancer. European Association of Urology 2018, abrufbar unter www.uroweb.org
(3) Perez-Marreno et al. Clin Ther 2002;24:1902-1914.
(4) Chu et al. J Urology 2002;168:1199-1203.
(5) Crawford et al. J Urology 2006;175:533-536.
(6) Beer TM et al. N Engl J Med 2014;371:424-433.

Quelle: Astellas


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