Aktuellste Daten zur Behandlung des Mammakarzinoms vom SABCS 2018 – Teil 2

29. Januar 2019 | Kategorie: Im Focus

Auch dieses Jahr fand nunmehr zum 41. Mal das San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) in der Vorweihnachtszeit statt. Hier wurden wieder die bedeutendsten und aktuellsten, zum Teil noch unveröffentlichten Forschungsergebnisse der vergangenen Monate zur Therapie des Mammakarzinoms präsentiert.

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass auch in diesem Jahr wieder Daten aus Deutschland in den Hauptsitzungen vertreten waren. Sie wurden von den Verantwortlichen exzellent präsentiert. Wichtige Themen waren insbesondere die postneoadjuvante Therapie und die Immuntherapie. Hierzu wurden Daten der First-Line-Therapie beim metastasierten, tripelnegativen Mammakarzinom und der Neoadjuvanz beim HER2-positiven sowie tripelnegativen Mammakarzinom präsentiert. Die auf dem 41. SABCS vorgestellten Key Facts versprechen eine positive Modifikation verschiedener Therapieansätze im klinischen Alltag.

Neoadjuvante Therapie

WSG-ADAPT-TN-Studie

In der WSG-ADAPT-TN-Studie wurden Patientinnen mit tripelnegativem Mammakarzinom hinsichtlich einer neoadjuvanten Deeskalationstherapie untersucht, wobei noch immer Unklarheit über die optimale Chemotherapie in diesem Rahmen bestand [5]. Die Patientinnen wurden entweder mit 4 Zyklen nab-Paclitaxel (125 mg/m²) und Gemcitabin (1.000 mg/m² [an den Tagen 1 und 8, q21]) (Gem-Arm) oder mit 4 Zyklen nab-Paclitaxel (125 mg/m²) in Kombination mit Carboplatin (AUC2 [Tag 1 und 8, q21]) (Carbo-Arm) behandelt. Der primäre Endpunkt war die pathologisch bestätigte komplette Remission (pCR; ypT0/is/ypN0). Nach dem Erreichen einer pCR war die Weiterbehandlung mit 4 Zyklen adjuvanter Standardchemotherapie mit Epirubicin und Cyclophosphamid (EC) optional. Bei Erreichen einer pCR war das Überleben signifikant verbessert (3-Jahres-EFS: 92% Carbo vs. 71% Gem; p < 0,001). Obwohl deutlich mehr Patientinnen im Carboplatin-Arm eine pCR erreichten (46% Carbo vs. 29% Gem), ergab sich daraus kein Überlebensvorteil (3-Jahres-EFS: 78% Gem vs. 80% Carbo; p = 0,6). In den aktuell präsentierten Daten wurden auch die verschiedenen erhobenen und potenziell prognostischen Marker evaluiert. Dabei zeigte sich, dass eine mRNA-basierte Evaluation der Programmed-Cell-Death-Protein-1(PD-1)-Expression sowie die tumorinfiltrierenden Lymphozyten (TILs) beim frühen tripelnegativen Mammakarzinom in diesem Setting eine prognostische Bedeutung haben können. Patientinnen mit vorliegender pCR und „hoher Immunsignatur“ (definiert durch das PD-1) hatten ein sehr vorteilhaftes 3-Jahres-EFS (98%), sodass hier eine Deeskalation der Chemotherapie unter Verzicht auf Anthrazykline möglich sein könnte. Im Gegensatz dazu ist es wahrscheinlich, dass pCR-Patientinnen mit einer niedrigen „Immunsignatur“ von einer adjuvanten Standardpolychemotherapie profitieren könnten.
Abb.: WSG-ADAPT-TN-Studie: Einfluss einer pCR und des PD-1-Status auf das EFS (modifiziert nach [1])

Fazit

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