ALK-positives NSCLC: Bedingte Zulassung für Lorlatinib

20. Mai 2019 | Kategorie: Pharmaindustrie

Die Europäische Kommission hat am 6. Mai 2019 eine bedingte EU-Zulassung für Lorlatinib (Lorviqua®) erteilt. Diese umfasst den Einsatz als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit Anaplastische Lymphomkinase (ALK)‑positivem, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), deren Erkrankung unter bestimmten ALK-Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) fortgeschritten ist*.

Lorlatinib bei G1202R/del-Mutation hochwirksam

Das ALK-positive NSCLC macht 3-7% aller NSCLC-Fälle aus (1). Für diese Patientengruppe stehen ALK-Tyrosinkinase-Inhibitoren zur Verfügung (2). Jedoch kommt es unter allen ALK-TKI im Verlauf zur Resistenzbildung und zum Progress (3). Häufig ist ein solches Therapieversagen mit einer ZNS-Progression verbunden, die bislang schwer zu behandeln ist (3). Lorlatinib ist ein ALK-TKI der dritten Generation. Der Wirkstoff wurde speziell dafür entwickelt, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und um bei einer Vielzahl von Resistenzmutationen, wie G1202R, zu wirken (4). Es konnte gezeigt werden, dass sich Lorlatinib bei der G1202R/del-Mutation hochwirksam erwies mit einer Gesamtansprechrate von 57%, einer Dauer des Ansprechens von 7,0 Monaten und einem medianen progressionsfreien Überleben (mPFS) von 8,2 Monaten (5). Lorlatinib ist damit für Patienten mit ALK-positivem NSCLC und ALK-TKI-Resistenz eine dringend benötigte Behandlungsoption.

Die erteilte EU-Zulassung basiert auf den Ergebnissen einer Phase-I/II-Studie mit 139 Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positiven NSCLC, die zuvor einen oder mehrere ALK-TKI erhalten hatten. In dieser Gruppe betrug die Gesamt-Ansprechrate 42,9% (95 %-Konfidenzintervall KI: 24,5-62,8) und 39,6% (95 %-KI: 30,5-49,4) für Patienten, die mit einem bzw. mindestens 2 ALK-TKI behandelt worden waren (6). Die intrakranielle Wirksamkeit lag in den beiden Gruppen bei 55,6% (95%-KI: 21,2-86,3) bzw. 53,1% (95%-KI: 38,3-67,5) (6).

Nebenwirkungen

Bei den insgesamt 295 Patienten mit ALK- oder ROS1-positiven NSCLC, die in der Studie Lorlatinib erhielten, waren die häufigsten Nebenwirkungen (≥20%) Hypercholesterolämie (84,4%), Hypertriglyceridämie (67,1%), Ödeme (54,6%), periphere Neuropathie (47,8%), kognitive Effekte (28,8%), Fatigue (28,1%), Gewichtszunahme (26,4%), Arthralgie (24,7%), Stimmungsschwankungen (22,7%) und Diarrhö (22,7%) (7).

Die empfohlene Dosis beträgt 100 mg oral einmal täglich (7). Das Therapiemanagement umfasst Dosisanpassungen und ist in der Fachinformation beschrieben (7).

* Lorviqua® als Monotherapie wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit Anaplastische Lymphomkinase (ALK)‑positivem, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), deren Erkrankung fortgeschritten ist nach: Alectinib oder Ceritinib als erste Therapie mit ALK-Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) oder Crizotinib und mindestens einem anderen ALK-TKI.

Quelle: Pfizer
Literatur:

(1) My Cancer Genome, Molecular Profiling of Lung Cancer. Online verfügbar unter https://www.mycancergenome.org/content/disease/lung-cancer/ (letzter Zugriff: 08.05.2019).
(2) Onkopedia Leitlinien. Lungenkarzinom nicht-kleinzellig, Stand November 2018: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/lungenkarzinom-nicht-kleinzellig-nsclc/@@view/html/index.html (letzter Zugriff: 08.05.2019).
(3) Rothenstein JM, Chooback N. Curr Oncol 2018; 25(Suppl 1): 59-67.
(4) Gainor JF, Dardaei L, Yoda S et al. Cancer Discov 2016; 6(10): 1118-1133.
(5) Shaw AT, Solomon BJ, Besse B. J Clin Oncol 2019. Doi: 10.1200/JCO.18.02236.
(6) Solomon BJ, Besse B, Bauer TM et al. Lancet Oncol 2018; 19(12): 1654-1667.
(7) Fachinformation Lorviqua®, aktueller Stand.


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