ASCO 2014: Anti-EGFR-Antikörper Necitumumab erzielt verlängertes Überleben in Phase-III-Studie

13. Juni 2014 | Kategorie: Pharmaindustrie

Bad Homburg, 13. Juni 2014 – Für Patienten mit metastasiertem, plattenepithelialem NSCLC (nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom) hat es in den letzten zwei Jahrzehnten kaum Fortschritte gegeben.1 Bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurden die Ergebnisse der bisher größten Phase-III-Studie zur Erstlinienbehandlung des Plattenepithelkarzinoms der Lunge präsentiert.2 In der Studie SQUIRE hat die Zugabe des Anti-EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor)-Antikörpers Necitumumab (IMC-11F8) zu einer Standardchemotherapie (Gemcitabin/Cisplatin) eine Verlängerung des Überlebens im Vergleich zu Gemcitabin/Cisplatin alleine erzielt.

Nicht-kleinzellige Lungenkarzinome (NSCLC) sind mit 85% der Fälle die häufigsten bösartigen Tumoren der Lunge. Hiervon sind etwa 30% histologisch als Plattenepithelkarzinome einzuordnen.3 Während bei den nicht-plattenepithelialen NSCLC in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt wurden, besteht beim fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom der Lunge großer therapeutischer Nachholbedarf.

Necitumumab erreichte in Phase-III-Studie signifikante Überlebensverlängerung

Necitumumab (IMC-11F8) ist ein rekombinanter, humaner monoklonaler Antikörper gegen den menschlichen Typ-1-Rezeptor des epidermalen Wachstumsfaktors (EGFR). In der Phase-III-Studie SQUIRE erhielten Patienten mit metastasiertem Plattenepithelkarzinom der Lunge randomisiert im Verhältnis 1 : 1 eine Erstlinienbehandlung mit Gemcitabin und Cisplatin entweder alleine (n=548) oder in Kombination mit Necitumumab (n=545).2 Die Patienten im Antikörper-Arm überlebten mit median 11,5 Monaten signifikant länger als diejenigen, die nur die Chemotherapie erhielten (9,9 Monate; Hazard Ratio 0,84; p = 0,012). Auch für das progressionsfreie Überleben (Hazard Ratio 0,85; p = 0,020) und die Krankheitskontrollrate (82% vs. 77%; p = 0,043) konnte eine statistisch signifikante Überlegenheit für Necitumumab plus Gemcitabin/Cisplatin im Vergleich zum Kontrollarm gezeigt werden. Dieser Vorteil wurde für verschiedene präspezifizierte Subgruppen, u.a. die Patienten mit einem ECOG-Performancestatus von 2, dokumentiert. Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher, die unter Necitumumab häufiger auftraten, waren Hypomagnesiämie und Hautausschlag.

„Die Ergebnisse der SQUIRE-Studie stellen eine wichtige Etappe auf unserem Weg zur Verbesserung der Prognose von Patienten mit fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen der Lunge dar“, kommentiert Martin Proske, Direktor Lilly Onkologie Deutschland, die Resultate.

Auf Basis dieser Studiendaten wird für Necitumumab in Kombination mit Gemcitabin/Cisplatin die Zulassung für die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen, plattenepithelialen NSCLC bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA (European Medicines Agency) und der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) beantragt werden.

Über die SQUIRE-Studie

In die Phase-III-Studie SQUIRE wurden 1.093 Patienten (≥18 Jahre alt, ECOG-Performancestatus 0-2) mit histologisch oder zytologisch bestätigtem Plattenepithelkarzinom der Lunge im Stadium IV eingeschlossen, die vorher keine Therapie für ihre metastasierte Erkrankung erhalten hatten.2 Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben. Die Patienten erhielten randomisiert in Arm A Necitumumab (800 mg intravenös) plus eine Chemotherapie aus Gemcitabin (1.250 mg/m2 intravenös) und Cisplatin (75 mg/m2 intravenös) und in Arm B die Chemotherapie alleine. Die Wirkung der Therapie auf die Krankheit wurde alle sechs Wochen (±3 Tage) mittels Computer- oder Kernspintomographie untersucht. Die Chemotherapie wurde in beiden Armen über maximal sechs Zyklen gegeben. Patienten im Arm A, die keine Krankheitsprogression aufwiesen, erhielten Necitumumab auch nach Ende der Chemotherapie weiter als Monotherapie bis zum radiologischen Nachweis einer Progression oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität.

Über Necitumumab

Necitumumab ist ein rekombinanter, vollständig humaner monoklonaler IgG1-Antikörper, der die Liganden-Bindungsstelle des menschlichen Typ-1-Rezeptors des epidermalen Wachstumsfaktors (EGFR) blockiert. EGFR wird von verschiedenen epithelialen Tumoren exprimiert. Die EGFR-Aktivierung führt u. a. zur Tumorzellproliferation, Angiogenese und Hemmung der Apoptose.


Quellen:

  • (1) H.S. Kim et al. Personalized therapy on the horizon for squamous cell carcinoma of the lung. Lung Cancer 80 (2013): 249-255.
  • (2) Thatcher N et al. A randomized, multicenter, open-label, phase III study of gemcitabine-cisplatin (GC) chemotherapy plus necitumumab (IMC11F8/LY3012211) versus GC alone in the first-line treatment of patients (pts) with stage IV squamous non-small cell lung cancer (sq-NSCLC). 2014 ASCO Annual Meeting, Abstract #8008^.
  • (3) atlasgeneticsoncology.org/Tumors/LungTumOverviewID5030.html

Quelle: Lilly


Schlagworte:

Kommentare sind geschlossen

Diese Website nutzt den Dienst 'Google Analytics', welcher von der Google lnc. (1600 Amphitheatre Parkway Mountain View, CA 94043, USA) angeboten wird, zur Analyse der Websitebenutzung durch Nutzer. Der Dienst verwendet 'Cookies' - Textdateien, welche auf Ihrem Endgerät gespeichert werden. Falls Sie kein Tracking durch Google Analytics wünschen, klicken Sie bitte hier: Google Analytics Tracking deaktivieren. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen