ASCO 2017: Langzeitüberlebensdaten zur Studie KEYNOTE-006

7. Juli 2017 | Kategorie: Substanzen

 

Haematologie-info  
  • Follow-up von fast 3 Jahren: Langzeitdaten zeigen anhaltenden Überlebensvorteil unter Pembrolizumab (KEYTRUDA®)-Monotherapie gegenüber Ipilimumab beim fortgeschrittenen malignen Melanom
  • Anhaltendes Ansprechen auch nach Beendigung der 2 jährigen Pembrolizumab-Therapie: 91 % der Patienten waren nach medianem Follow-up von fast 10 Monaten noch am Leben und progressionsfrei

MSD präsentierte im Rahmen der 53. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) aktualisierte Langzeitdaten zum Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) der Phase-III-Studie KEYNOTE-006. Die Ergebnisse zeigten nach einer Follow-up-Zeit von fast 3 Jahren einen anhaltenden Überlebensvorteil unter Pembrolizumab-Monotherapie im Vergleich zu Ipilimumab bei Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasierendem malignem Melanom, die keine Vorbehandlung oder höchstens eine vorangegangene systemische Therapie erhalten hatten. Der anhaltende Überlebensvorteil blieb auch nach Abschluss der im Studienprotokoll vorgesehenen 2 jährigen Therapie mit dem PD 1 (Programmed Cell Death 1 Protein)-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) bestehen (Abstract #9504).

KEYNOTE-006: Follow-up von fast 3 Jahren zeigt anhaltenden Überlebensvorteil für Pembrolizumab
Die beim ASCO präsentierten Langzeitdaten zeigen für die Pembrolizumab-Monotherapie eine 30-prozentige Verbesserung des OS: 50 % der Patienten in der Pembrolizumab-Gruppe (n=556; basierend auf den gepoolten Daten der zwei untersuchten Dosierungen: 10 mg/kg* alle 2 bzw. alle 3 Wochen) waren fast 3 Jahre (33,9 Monate) nach Behandlungsbeginn mit Pembrolizumab noch am Leben, verglichen mit 39 % der Patienten in der Ipilimumab-Gruppe (n=278) (Hazard-Ratio [HR]: 0,70 [95 %-KI: 0,58-0,86]). Darüber hinaus verlängerte Pembrolizumab nach 33,9 Monaten das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS) nahezu um das Doppelte: 31 % der Pembrolizumab-Patienten waren noch am Leben und progressionsfrei, verglichen mit 14 % in der Ipilimumab-Gruppe.

„Pembrolizumab zeigt weiterhin eine Verbesserung des Gesamtüberlebens im Vergleich zu Ipilimumab. Die beim diesjährigen ASCO vorgestellten Daten verdeutlichen den klinischen Nutzen von Pembrolizumab für die Behandlung des fortgeschrittenen malignen Melanoms“, betonte Dr. Roger Dansey, Senior Vice President und Therapeutic Area Head, Oncology Late-Stage Development bei MRL von Merck & Co., Inc. Kenilworth, USA, in Deutschland bekannt als MSD SHARP & DOHME GMBH.

„Auch bei einem längeren Follow-up der KEYNOTE-006-Studie sehen wir weiterhin einen Überlebensvorteil unter Pembrolizumab und dies auch bei Patienten, deren Behandlung bereits abgeschlossen ist”, erläutert Dr. Caroline Robert, Head of Dermatology am Gustave Roussy, Villejuif and Paris-Sud University Cancer Campus. „Diese Ergebnisse bestätigen erneut das bereits bekannte Sicherheitsprofil von Pembrolizumab.”

Wichtigste Ergebnisse der Studie KEYNOTE-006
KEYNOTE-006 ist eine internationale, unverblindete, randomisierte, zulassungsrelevante Phase-III-Studie. Sie untersucht Pembrolizumab im Vergleich zu Ipilimumab bei Patienten mit nicht resezierbarem fortgeschrittenem malignem Melanom (Stadium III oder IV), die keine oder höchstens eine vorangegangene systemische Therapie erhalten haben. Eine Vorbehandlung haben 34 % der Patienten im Pembrolizumab-Arm und 35 % der Patienten im Ipilimumab-Arm erhalten. In die KEYNOTE-006 wurden 834 Patienten eingeschlossen. Sie erhielten randomisiert im Verhältnis 1:1:1 entweder Pembrolizumab 10 mg/kg* alle 2 bzw. 3 Wochen oder 4 Zyklen Ipilimumab 3 mg/kg alle 3 Wochen. Die Behandlung erfolgte bis zum Auftreten einer nicht zumutbaren Toxizität oder bis zur Tumorprogression – Patienten ohne Tumorprogression konnten bis zu 24 Monate lang behandelt werden. Ko-primäre Endpunkte waren das PFS und das OS. Sekundäre Endpunkte waren die ORR (Overall Response Rate, Gesamtansprechrate), die Dauer des Ansprechens sowie das Sicherheitsprofil verbunden mit einer explorativen Analyse der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Health-Related Quality of Life, HRQoL).

Das Tumoransprechen wurde in Woche 12 und anschließend in sechswöchigen Abständen bis Woche 48 sowie danach alle 12 Wochen gemäß RECIST v1.1 (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors – Version 1.1) durch einen unabhängigen, verblindeten, zentralen radiographischen Prüfprozess sowie durch den Prüfarzt nach immunologischen Ansprechkriterien beurteilt.

Überlegenes OS, PFS und höhere ORR unter Pembrolizumab vs. Ipilimumab

Die aktuellen auf dem ASCO präsentierten Ergebnisse basieren auf der Analyse von gepoolten Daten der beiden Pembrolizumab-Dosierungen (n=556; Patienten die 10 mg/kg* alle 2 oder alle 3 Wochen erhalten haben). Die Analysen dieser Daten zeigen nach einem Follow-up von fast 3 Jahren (33,9 Monate) weiterhin ein überlegenes OS, PFS und ORR unter Pembrolizumab-Monotherapie im Vergleich zu Ipilimumab. Insbesondere die Langzeitüberlebensdaten zeigen, dass 33,9 Monate nach Behandlungsbeginn mit Pembrolizumab 50 % der Patienten (n=556) noch am Leben sind im Vergleich zu 39 % der mit Ipilimumab behandelten Patienten (n=278; HR: 0,70 [ 95 %-KI: 0,58-0,86]). Das PFS zeigte, dass nach 33,9 Monaten 31 % der mit Pembrolizumab behandelten Patienten noch am Leben und progressionsfrei waren, verglichen mit 14 % der Patienten, die Ipilimumab erhielten (HR: 0,56 [95 %-KI: 0,47-0,67]).

Die ORR betrug 42 % unter Pembrolizumab (Spanne: 38-46 %) im Vergleich zu 16 % unter Ipilimumab (Spanne: 12-21 %). Unter Pembrolizumab lag die vollständige Ansprechrate (Complete Response Rate, CRR,) bei 13 % (95 % KI: 11-16) und die partielle Ansprechrate (Partial Response Rate, PRR) bei 29 % (95 %-KI: 25-33) – bei Ipilimumab betrug die CRR 3 % (95 %-KI: 1-6) und die PRR 14 % (95 %-KI: 10-18). Das Ansprechen dauerte zum Zeitpunkt der Analyse weiterhin an – die mediane Ansprechdauer wurde noch nicht erreicht.

KEYNOTE-006: Anhaltender Überlebensvorteil nach Beendigung der 2 jährigen Therapie mit Pembrolizumab
Im Rahmen weiterer Analysen wurden die Ergebnisse der Patienten untersucht, die mindestens 94 Wochen lang Pembrolizumab erhalten haben (n=104/556) und anschließend die Behandlung, wie im Studienprotokoll vorgesehen, beendet hatten. Nach einem medianen Follow-up von 9,7 Monaten nach Behandlungsende betrug das geschätzte PFS 91 % (95 %-KI: 80-96). Die im Rahmen der Langzeitbeobachtung beschriebenen unerwünschten Ergebnisse entsprechen weiterhin den bereits veröffentlichten Sicherheitsdaten zu Pembrolizumab. Im Pembrolizumab-Arm wurde ein therapiebedingter Todesfall beschrieben. Immunvermittelte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab (> 2 % der Patienten) waren Hypothyreose (11 %), Hyperthyreose (5 %), Kolitis (3 %), Hautreaktionen (3 %) und Pneumonitis (2 %).

Über das maligne Melanom
Das maligne Melanom, die schwerste Form von Hautkrebs, ist durch das unkontrollierte Wachstum pigmentbildender Zellen gekennzeichnet. In den letzten 40 Jahren ist ein Anstieg der Inzidenz maligner Melanome zu verzeichnen – 2012 wurden weltweit rund 232.000 neue Fälle diagnostiziert. In Deutschland lag die Neuerkrankungsrate im Jahr 2013 bei 21.410 Frauen und Männern – 3.042 Menschen verstarben in diesem Jahr an dieser Krebserkrankung. Insgesamt hat sich in Deutschland seit 1970 die Inzidenz maligner Melanome mehr als verfünffacht. Im Jahr 2020 wird es Schätzungen zufolge rund 22.600 neu diagnostizierte Fälle geben. Trotz des 2008 in Deutschland eingeführten Hautkrebs-Screenings, konnte im Jahr 2013 noch kein Rückgang fortgeschrittener Tumorstadien erkannt werden.

Pembrolizumab (KEYTRUDA®)
Pembrolizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der die Fähigkeit des Immunsystems verstärkt, Tumorzellen zu entdecken und zu bekämpfen. Pembrolizumab blockiert die Wechselwirkung zwischen PD-1 und dessen Liganden PD-L1 und PD-L2 und aktiviert so die T Lymphozyten, wodurch sowohl Tumorzellen als auch gesunde Zellen angegriffen werden können.

Pembrolizumab ist in Deutschland als Monotherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Erwachsenen angezeigt. Pembrolizumab ist in Deutschland als Monotherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (Tumor Proportion Score [TPS] ≥ 50 %) ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen bei Erwachsenen angezeigt.
Pembrolizumab ist in Deutschland als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 1 %) nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen angezeigt. Patienten mit EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen sollten vor der Therapie mit Pembrolizumab ebenfalls eine für diese Mutationen zielgerichtete Therapie erhalten haben.
Pembrolizumab ist in Deutschland als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms (HL) bei Erwachsenen nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT) und einer Behandlung mit Brentuximab Vedotin (BV), oder nach Versagen einer Behandlung mit BV, wenn eine auto-SZT nicht in Frage kommt, angezeigt.
Pembrolizumab sollte alle 3 Wochen als intravenöse Infusion über 30 Minuten gegeben werden. Die empfohlene Dosis von KEYTRUDA beträgt: 200 mg bei nicht mit Chemotherapie vorbehandeltem NSCLC oder bei klassischem HL sowie 2 mg/kg Körpergewicht bei mit Chemotherapie vorbehandeltem NSCLC oder bei Melanom.

Das klinische Forschungsprogramm zu Pembrolizumab
Mit mehr als 500 klinischen Studien bei mehr als 30 Tumorarten treibt MSD ein umfassendes und rasch wachsendes klinisches Entwicklungsprogramm zu Pembrolizumab sowohl als Monotherapie als auch in mehr als 300 der Studien in Kombination mit anderen antineoplastischen Therapien voran. Zulassungsrelevante Studien mit Pembrolizumab rekrutieren derzeit Patienten mit malignem Melanom, nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), Kopf-Hals-Karzinom, Harnblasenkarzinom, Magenkarzinom, Kolonkarzinom, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Hodgkin-Lymphom, multiplem Myelom und anderen Tumoren. Weitere Studien zu anderen Krebsarten sind in Planung.

Wir machen aus Visionen Realität
MSD Immunonkologie hat es sich zur Aufgabe gemacht, wissenschaftliche Innovationen umzusetzen und Menschen mit Krebs zu helfen, indem wir Patienten den Zugang zu unseren Krebsmedikamenten ermöglichen und die Forschung in der Immunonkologie vorantreiben. So können wir Menschen mit Krebs neue Hoffnung geben. Weitere Informationen zu unseren klinischen Prüfungen im Bereich Onkologie finden Sie im Internet unter www.msd-immunonkologie.de/.

Über MSD:
MSD ist ein internationales Gesundheitsunternehmen mit zwei Namen: In den USA und Kanada sind wir Merck & Co., Inc., mit Sitz in Kenilworth, NJ, USA. Im Rest der Welt kennt man uns als MSD. Gemessen am Umsatz ist MSD der fünftgrößte Arzneimittelhersteller weltweit (2015 Financial Times Global 500 List).
Seit mehr als 125 Jahren entwickeln die Mitarbeiter von MSD neue Lösungen für einige der wichtigsten Gesundheitsprobleme weltweit. Dabei setzen wir auf zwei Säulen: im Kerngeschäft erforschen, entwickeln, produzieren und vertreiben wir verschreibungspflichtige Arzneimittel, Impfstoffe, Biologika und Präparate für die Tiergesundheit. Darüber hinaus bieten wir mit vielfältigen Corporate Responsibility-Programmen Lösungen für Gesundheitsprobleme in aller Welt. So schafft MSD kontinuierlich einen wirtschaftlichen und einen gesellschaftlichen Mehrwert. In Deutschland hat die Unternehmensgruppe ihren Hauptsitz in Haar bei München.

* Die empfohlene Dosierung gemäß Zulassung beträgt beim fortgeschrittenen malignen Melanom 2 mg/kg Körpergewicht alle 3 Wochen.

Quelle: MSD


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