Auszeichnung für Forschung über weniger Einsatz von Chemotherapien bei Brustkrebs

22. Januar 2018 | Kategorie: Für Sie gelesen

Operation, Strahlen-, Chemotherapie – so wird Brustkrebs derzeit behandelt. Dabei soll die Chemotherapie vor einem Rückfall schützen. Doch da sie viele Nebenwirkungen mit sich bringt, erforschen Wissenschaftler der in Mönchengladbach ansässigen Westdeutschen Studiengruppe (WSG), welche Patientinnen darauf verzichten können. Zu diesem Zweck werden klinische Studien mit derzeit 10.000 Patientinnen aus mehr als 100 Kliniken in Deutschland durchgeführt. An der WSG sind auch Prof. Dr. Hans-Heinrich Kreipe und PD Dr. Matthias Christgen, PhD, vom Institut für Pathologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) maßgeblich beteiligt, ebenso wie Prof.in Dr. Nadia Harbeck von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der wissenschaftliche Koordinator der WSG, PD Dr. Oleg Gluz, erhält für diese Arbeiten auf dem Gebiet der Brustkrebsheilkunde heute den mit 10.000 Euro dotierten „Breast Cancer Research Junior Award“. Diese Auszeichnung verleiht die Claudia von Schilling Stiftung mit Sitz in Hannover alljährlich an junge, vielversprechende Wissenschaftler.

„Wir erforschen, wie mit Hilfe des so genannten genetischen Fingerabdrucks von Brustkrebs die Effektivität der Chemotherapie eingeschätzt werden kann“, sagt PD Dr. Gluz. Er arbeitet als Oberarzt am Brustzentrum Niederrhein (Chefärztin Prof. Dr. Ulrike Nitz) des Johanniter Bethesda Krankenhauses Mönchengladbach. Langzeitergebnisse erster Studien haben gezeigt, dass 20% der Patientinnen eine Chemotherapie erspart bleiben kann. Erste Ergebnisse aktueller Projekte wie der mehr als 5.000 Patientinnen umfassenden sogenannten ADAPT-Studie zeigten, dass sogar mehr als die Hälfte der Patientinnen keine Chemotherapie benötigen. Es wird zusätzlich schon vor der Operation getestet, wie effektiv die Antihormontherapie sein wird, die Östrogene blockieren und so das Wachstum von Tumorzellen stoppen soll, um einen Rückfall oder ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der WSG ist die Pathologie, also die Untersuchung von Geweben: Dabei geht es besonders um die Frage, welche Rolle die konventionelle Diagnostik wie zum Beispiel die routinemäßig durchgeführte feingewebliche Diagnostik in der Zukunft der modernen Medizin spielen wird. Das ist insbesondere unter dem Aspekt der Kosten von großer gesellschaftlicher Bedeutung.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover


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