Breiter Einsatzbereich von Erlotinib beim NSCLC

4. Juni 2014 | Kategorie: Substanzen

Erlotinib (Tarceva®) ist eine wirksame Substanz sowohl für die First- als auch die Second-Line-Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem bzw. metastasiertem NSCLC. Während sich die First-Line-Zulassung auf Patienten mit aktivierender EGFR-Mutation bezieht, ist Erlotinib in der Second-Line unabhängig vom EGFR-Mutationsstatus zugelassen.

Beim NSCLC treten die häufigsten Mutationen auf Exon 19 und 21 auf. Die Studie EURTAC (1, 2) zeigte ein progressionsfreies Überleben der Patienten mit EGFR-Mutation unter Erlotinib von 10,4 Monaten versus 5,1 unter Chemotherapie. „Bei EGFR-Mutation hat daher der TKI als Erst-Linie Priorität. Die Testrate ist jedoch immer noch problematisch gering“, kritisierte Prof. Dr. Frank Griesinger, Oldenburg, während eines Pressegesprächs. Getestet werden sollen laut ESMO alle nicht-Plattenepithel-Karzinome (Adenokarzinom, großzellige) unabhängig vom Raucherstatus sowie Plattenepithelkarzinome von Nie- oder Wenigrauchern (<15 Pack years) (3). Unabhängig vom Mutationsstatus besteht für den EGFR-Inhibitor Erlotinib eine Zulassung in Second- und further Lines und in der Erhaltungstherapie. „Heute übliches Vorgehen bei einer Erhaltungstherapie sollte sein, dass eine Platindoublette über 4 Zyklen gegeben wird, dann folgt der Switch auf Erlotinib-Erhaltung und nach Progress die Zweit-Linien-Therapie“, konstatierte Griesinger. Das bisherige Vorgehen sah als First-Line-Therapie eine Platindoublette vor, dann ein Watch and Wait bis zum Progress und schließlich die Zweit-Linien-Therapie. "Dieses Vorgehen entspricht jedoch nicht mehr dem neuesten Wissensstand, denn ein Drittel der Patienten verliert man zwischen Erst- und Zweit-Linien-Therapie", so Griesinger. Daher sieht er als heutigen Standard die Gabe einer Platindoublette über 4 Zyklen, gefolgt von einem Switch auf Erlotinib-Erhaltung. Nach dem Progress folgt die Zweit-Linie. Als Grundlage hierfür dienen die Daten der SATURN-Studie, in der Erlotinib bei Patienten mit einer Krankheitsstabilisierung (Stable Disease) das mediane OS um 2,3 Monate (9,6 vs. 11,9 Monate) gegenüber Chemotherapie verlängerte (5). Aber auch bei Patienten, die unter der First-Line-Therapie mit einer Platin-haltigen Doublette progredient waren, zeigt Erlotinib in der TITAN-Studie eine gute Wirksamkeit im Vergleich mit einer Standardchemotherapie (Docetaxel oder Pemetrexed). So ergab sich bei dieser Patientengruppe mit ungünstiger Prognose kein Unterschied des medianen OS sowohl im Gesamtkollektiv (5,3 Monate [Erlotinib] vs. 5,5 Monate [Chemotherapie], p=0,73), als auch in der Subgruppe der Patienten mit EGFR-Wildtyp (6,6 Monate [Erlotinib] vs. 4,4 Monate [Chemotherapie], p=0,37) (6). Erlotinib bietet somit sowohl in der Erhaltungstherapie, als auch in der Second-Line Therapie ganz unabhängig vom Mutationsstatus eine verträgliche Alternative zur Chemotherapie. Quellen: Rosell R et al., Lancet Oncol 2012; 13: 239-46 Costa C. et al., Clin Cancer Res. 2014; 20: 2001-10 Peters et al., Annals of oncology 2012 Cappuzzo F. et al., Lancet Oncol. 2010; 11: 521-9.doi:10.1016/S1470-2045(10)70112-1 Coudert B et al. Ann Oncol. 2012; 23:388-394 Ciuleanu T. et al. Lancet Oncol. 2012; 13:300-308 Quelle: Roche


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