Bristol-Myers Squibb erhält positive CHMP-Empfehlung für Nivolumab zur adjuvanten Behandlung bei Erwachsenen mit Melanom

9. Juli 2018 | Kategorie: Substanzen

Nivolumab ist der erste PD-1-Inhibitor, der eine positive CHMP-Empfehlung für eine Behandlung im adjuvanten Setting erhält.

Wie am 29. Juni 2018 von Bristol-Myers Squibb bekannt gegeben, hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP, Committee for Medicinal Products for Human Use) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA, European Medicines Agency) eine Zulassungserweiterung der aktuellen Indikationen für Nivolumab (Opdivo®) um die adjuvante Behandlung des Melanoms mit Lymphknotenbeteiligung oder Metastasierung nach vollständiger Resektion bei Erwachsenen empfohlen. Damit empfiehlt der CHMP erstmals einen PD-1-Inhibitor als adjuvante Therapie für eine Krebsart. Die CHMP-Empfehlung wird jetzt von der Europäischen Kommission (EC, European Commission) geprüft, die über die Zulassung von Arzneimitteln in der Europäischen Union (EU) entscheidet.

„Diese positive Empfehlung ist ein Beleg dafür, dass Nivolumab im adjuvanten Setting das Potenzial hat, das Risiko für ein Rezidiv und eine Progression ins fortgeschrittene Stadium zu vermindern“, so Arvin Yang, M.D., Ph.D., Development Lead, Melanoma and Genitourinary Cancers, Bristol-Myers Squibb.

Die CHMP-Empfehlung basiert auf den Ergebnissen der laufenden, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie CheckMate -238 mit Nivolumab (3 mg/kg Körpergewicht; KG) im Vergleich zu Ipilimumab (Yervoy®; 10 mg/kg KG) bei Patienten mit vollständig reseziertem Melanom im Stadium IIIB/C oder IV (AJCC-Klassifizierung, 7. Ausgabe).1 Die US-amerikanische Zulassungsbehörde (FDA, Food and Drug Administration) erteilte die Zulassungserweiterung für Nivolumab zur adjuvanten Behandlung von Patienten mit vollständig reseziertem Melanom mit Lymphknotenbeteiligung oder Metastasierung im Dezember 2017.

Über CheckMate -238
CheckMate -238 ist eine laufende, randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie, die Nivolumab und Ipilimumab bei Patienten, die sich einer vollständigen Resektion von Melanomen der Stadien IIIB/C oder IV unterzogen haben, untersucht. In der Studie wurden 906 Patienten im Verhältnis 1:1 in zwei Gruppen randomisiert und erhielten entweder Nivolumab 3 mg/kg Körpergewicht intravenös alle zwei Wochen oder Ipilimumab 10 mg/kg Körpergewicht intravenös alle drei Wochen für 4 Dosen und dann alle
12 Wochen beginnend in Woche 24. Die Patienten wurden bis zum Auftreten eines Rezidivs, inakzeptabler Toxizität oder bis zum Widerruf ihres Einverständnisses, längstens jedoch 1 Jahr behandelt. Primärer Endpunkt der Studie ist das rezidivfreie Überleben, definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zum ersten Rezidiv, einem neuen primären Melanom oder Tod. Die Studie wird auch nach Erreichen des primären Endpunkts fortgeführt, um den sekundären Endpunkt der Studie, das Gesamtüberleben, zu evaluieren.

Adjuvante Therapie bei Melanomen
Melanome werden in fünf Staging-Kategorien (Stadium 0–4) unterteilt, basierend auf der Größe oder der Tumordicke, bestimmten Kriterien wie der Wachstumsrate sowie darauf, ob sich der Tumor auf die Lymphknoten beziehungsweise darüber hinaus ausgebreitet hat.

Ein Melanom im Stadium III hat die regionalen Lymphknoten erreicht, sich aber noch nicht auf weiter entfernte Lymphknoten oder andere Bereiche des Körpers ausgebreitet (metastasiert) und erfordert eine chirurgische Entfernung des Primärtumors sowie der betroffenen Lymphknoten. Einige Patienten, deren Tumormasse chirurgisch komplett entfernt werden konnte, können zusätzlich mit einer adjuvanten Therapie behandelt werden. Dennoch tritt innerhalb von fünf Jahren die Krankheit bei der Mehrheit der Patienten in den Stadien IIIB (68 %) und IIIC (89 %) erneut auf.

Über Nivolumab (Opdivo®)
Tumorzellen können durch verschiedene Escape-Mechanismen, wie die Unterdrückung der Immunantwort über Checkpoint-Signalwege, der körpereigenen Immunabwehr entkommen.2 Nivolumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der spezifisch an den Programmed-Death-1(PD-1)-Rezeptor auf aktivierten T-Zellen bindet.3 Dadurch kann Nivolumab die Interaktion der Liganden PD-L1 und PD-L2 auf der Oberfläche der Tumorzellen mit dem PD-1-Rezeptor hemmen. Die Blockade des PD-1-Rezeptors durch Nivolumab kann so eine Unterdrückung der Immunabwehr verhindern und die antitumorale Immunantwort reaktivieren.4 Nivolumab ist in der EU mittlerweile in sechs Indikationen zugelassen. Um Nivolumab bei unterschiedlichen Tumorarten als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Behandlungen zu untersuchen, hat Bristol-Myers Squibb ein umfangreiches, globales Entwicklungsprogramm mit mehr als 50 Studien aufgesetzt, in die weltweit über 25.000 Patienten eingeschlossen wurden.

Über die Immunonkologie bei Bristol-Myers Squibb
Chirurgie, Strahlentherapie, zytotoxische oder zielgerichtete Therapien bildeten in den letzten Jahrzehnten die Säulen der Krebsbehandlung. Dennoch blieb ein längeres Überleben bei guter Lebensqualität für viele Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen nur schwer erreichbar. Um den Bedarf an neuen, wirkungsvollen Therapien zu decken, fokussiert Bristol-Myers Squibb in seinen Forschungsaktivitäten auf den innovativen Bereich der Immunonkologie. Der primäre Wirkmechanismus immunonkologischer Substanzen besteht darin, im Kampf gegen Krebs das körpereigene Immunsystem zu aktivieren. Das Unternehmen evaluiert derzeit verschiedene immuntherapeutische Substanzen für Patienten mit unterschiedlichen Krebsarten. Dabei wird auch das Potenzial von Kombinationen immunonkologischer Wirkstoffe, die auf verschiedene und möglicherweise synergistische Signalwege bei der Krebsbehandlung abzielen, geprüft. Darüber hinaus hat Bristol-Myers Squibb eine Reihe potenzieller prädiktiver Biomarker identifiziert und untersucht derzeit ihren klinischen Stellenwert, um dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Ansprechens auf eine immunonkologische Therapie besser vorhersagen zu können. Zu diesen prädiktiven Biomarkern gehören unter anderem PD-L1, TMB, MSI-H/dMMR und LAG-3. Die Biomarkerforschung stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Präzisionsmedizin dar.

Bristol-Myers Squibb hat sich verpflichtet, die Forschung in der Immunonkologie voranzutreiben mit dem Ziel, Therapien zu entwickeln, die die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern.

Über Bristol-Myers Squibb
Bristol-Myers Squibb ist ein weltweit tätiges BioPharma-Unternehmen, das sich die Erforschung, Entwicklung und den Einsatz innovativer Medikamente zur Aufgabe gemacht hat, die Patienten im Kampf gegen schwere Erkrankungen helfen. Weiterführende Informationen unter www.bms.com/de und www.bms-onkologie.de.

Zukunftsgerichtete Aussagen von Bristol-Myers Squibb
Diese Pressemitteilung enthält hinsichtlich der Forschung, Entwicklung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten sogenannte „zukunftsgerichtete Aussagen“ im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act von 1995. Solche zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf gegenwärtigen Erwartungen und unterliegen entsprechenden Risiken und Unsicherheiten, darunter Faktoren, die zum Beispiel eine Verzögerung oder Veränderung dieser Aussagen zur Folge haben und dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse erheblich von den gegenwärtigen Erwartungen abweichen. Es kann keine Garantie für zukunftsgerichtete Aussagen übernommen werden. Neben weiteren Unsicherheiten kann nicht garantiert werden, dass die in dieser Pressemitteilung genannten onkologischen Wirkstoffe in der Europäischen Union für eine weitere Indikation zugelassen werden. Zukunftsgerichtete Aussagen in dieser Pressemitteilung sollten zusammen mit den vielen Unsicherheiten bewertet werden, die sich auf das Handeln von Bristol-Myers Squibb auswirken. Hierzu gehören insbesondere die Unsicherheiten, die in der Erörterung der Risikofaktoren im Jahresbericht von Bristol-Myers Squibb auf Formblatt 10-K für das am 31. Dezember 2017 beendete Geschäftsjahr, in unseren Quartalsberichten auf Formblatt 10-Q und in aktuellen Berichten auf Formblatt 8-K benannt wurden. Bristol-Myers Squibb sieht sich nicht verpflichtet, seine zukunftsgerichteten Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse oder sonstiger Faktoren öffentlich zu aktualisieren.

Referenzen

1. Weber J, Mandala M, Del Vecchio M, et al. Adjuvant nivolumab versus ipilimumab in resected stage III or IV melanoma. N Engl J Med 2017;377(19):1824–35.
2. American Cancer Society. Cancer immunotherapy. Verfügbar unter: https://www.cancer.org/treatment/treatments-and-side-effects/treatment-types/immunotherapy.html. Abgerufen am 27.06.2018.
3. Fachinformation Opdivo®. Aktueller Stand.
4. McDermott DF, Atkins MB. PD-1 as a potential target in cancer therapy. Cancer Med 2013;2(5):662–73.

Quelle: Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA


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