Brustkrebspatientinnen nutzen Twitter als nicht-medizinisches Forum zum Erfahrungsaustausch

15. Oktober 2018 | Kategorie: Für Sie gelesen

Twitter ist ein Ort, an dem viele Krebspatienten ihre Erfahrungen mit der Krankheit austauschen und diskutieren. Dies ist das Hauptergebnis einer aktuellen Studie (1), die auf dem ESMO-Kongress 2018 in München vorgestellt wird und die den Inhalt von über 6.000 Tweets und Retweets über Brustkrebs analysiert.

Soziale Medien sind heute zu einer Plattform geworden, in der jedes gesellschaftliche Problem, einschließlich Krebs, diskutiert wird. Twitter-Nachrichten können genutzt werden, um Einstellung und Diskussionen rund um Krebs zu untersuchen, erklärte Studienautor Dr. Rodrigo Sánchez-Bayona, Universitätsklinik Navarra in Pamplona, Spanien.

In dieser Analyse wurden alle veröffentlichten Tweets mit dem Hashtag #BreastCancer (n=3.703 Tweets; n=2.638 Retweets) über 7 Tage gesammelt und nach Inhalt, Ziel, Benutzerinformationen und stigmatisierende Haltung gegenüber Brustkrebs kategorisiert. Zusätzlich wurden die Tweets in 4 Unterthemen unterteilt: Diagnose, Behandlung, Prognose und Prävention.

Nur jeder dritte Tweet verfügte über einen medizinischen Inhalt, resümierte Sánchez-Bayona. Jedoch waren 90% der medizinischen Informationen richtig. Dies ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass 40% der Tweets von Institutionen und öffentlichen Stellen stammten. Das häufigste Anliegen der Tweets war es, Erfahrungen auszutauschen, dicht gefolgt von dem Thema Patientenvertretung. Die mit Abstand häufigste Unterthematik stellte die Prävention (44,5% der Tweets) dar.

Von den 2.559 nicht-medizinischen Tweets, die analysiert wurden, enthielten weniger als 15% stigmatisierende Aussagen über die Krankheit. Die zahlreichen Kampagnen zur Sensibilisierung für Brustkrebs haben im Laufe der Jahre dazu beigetragen, das mit dieser Krankheit verbundene Stigma zu verringern, erläuterte Sánchez-Bayona.

Interessenverbände können möglicherweise anhand dieser Daten eine verbesserte Krebsberatung entwickeln. Soziale Medien können als neue Möglichkeit genutzt werden, um Informationen zur Krebsprävention und Gesundheitserziehung bereitzustellen.

Literatur:
(1) R. Sánchez-Bayona: Abstract 360P_PR, Annals of Oncology, Volume 29 Suppl. 8 October 2018.

Quelle: ESMO


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