CLL: Real-Life-Daten zu Venetoclax-Kombination zu frühem Therapiezeitpunkt

13. Oktober 2020 | Kategorie: Substanzen

 

Haematologie-info  

Venetoclax (Venclyxto®, Ven) ist in Kombination mit dem Anti-CD20-Antikörper Rituximab (R) bereits seit Oktober 2018 zur Therapie von Erwachsenen mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) zugelassen, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben. Die Behandlung ist dabei auf 24 Monate begrenzt (1). Die Zulassung des B-Zell-Lymphom-2(BCL-2)-Inhibitors zur kontinuierlichen Monotherapie von Hochrisiko-Patienten liegt seit Dezember 2016 vor (1). Die seit November 2017 laufende multinationale, prospektive, nicht-interventionelle Studie VeRVe untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit beider Therapieregime unter Bedingungen des klinischen Alltags sowie die Lebensqualität der behandelten Patienten. Bis dato wurden aus der DACH-Region 56 CLL-Patienten einer Gruppe mit Venetoclax-Monotherapie und 71 einer Gruppe mit VenR-Kombinationstherapie zugeordnet (2). Die bisherigen Ergebnisse bestätigen die in Phase-II- und Phase-III-Studien beobachtete Wirksamkeit und Sicherheit von Venetoclax (3). Im Rahmen der virtuellen Ausgabe der Jahrestagung 2020 der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. (DGHO) wurde nun ein neuer Datenschnitt vorgestellt (2).


69% der mit VenR behandelten Patienten sind BCRi-naiv

Die Baseline-Charakteristika der in die VeRVe-Studie eingeschlossenen Patienten in Abhängigkeit des ihnen verordneten Therapieregimes zeigen, dass diejenigen mit VenR-Behandlung im Median vorher nur eine Vortherapie hatten (Spannweite von 1-5). Lediglich 31% der VenR-Patienten hatten vorab eine Therapie mit B-Zell-Rezeptor-Inhibitoren (BCRi). In mehr als zwei Dritteln der Fälle stellte die VenR-Kombination folglich die erste zielgerichtete Behandlung nach Rezidiv oder Refraktärität dar. In der monotherapeutischen Gruppe waren es im Median 2 Vortherapien (Spannweite von 1-10).

Die beiden Behandlungsgruppen divergieren darüber hinaus auch hinsichtlich ihrer Altersstruktur: Die Patienten im VenR-Behandlungsarm sind im Allgemeinen jünger (medianes Lebensalter von 72 Jahren) als die in der monotherapeutischen Behandlungsgruppe (medianes Lebensalter von 75 Jahren). Dies lässt darauf schließen, dass die therapeutischen Herausforderungen in der monotherapeutischen Gruppe größer sein könnten.

Gute Verträglichkeit und schnelles Ansprechen

Der bisher beobachtete therapeutische Benefit in der VenR-Behandlungsgruppe ist groß: Die Studienteilnehmer vertragen die Medikation gut, bei etwa der Hälfte (49%) der Patienten wurden in der Ramp-up-Phase keine Nebenwirkungen dokumentiert. In der monotherapeutischen Gruppe war dies im gleichen Zeitraum bei ca. einem Viertel der Patienten (24%) der Fall.

Dies lässt sich möglicherweise durch das gesteigerte Toxizitätspotenzial infolge des höheren Lebensalters dieser Patientengruppe erklären. Auch sprachen die VenR-Patienten schnell auf die Behandlung an. Zu Ende der im Median fünfwöchigen Ramp-up-Phase hatten 82% der VenR-Patienten ein klinisches Ansprechen erreicht, mit Ven-Monotherapie lag der Anteil bei 57%. Diese Unterschiede sind mögliche Hinweise darauf, dass CLL-Patienten von einem frühzeitigen Einsatz des BCL-2-Inhibitors profitieren.

Quelle: AbbVie


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