COLUMBUS-Studie: Patienten profitieren langanhaltend

24. November 2020 | Kategorie: Substanzen

 

Haematologie-info  

Seit knapp zwei Jahren hat sich für Patienten mit einem nicht resezierbaren oder metastasierten BRAFV600-mutierten Melanom Encorafenib plus Binimetinib als effektive Therapieoption etabliert (1, 2). Eine aktuelle, auf dem diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellte Analyse der COLUMBUS-Studie* zur langfristigen Wirksamkeit und Verträglichkeit macht deutlich, dass Patienten nach langem Follow-up (60,6 Monate) weiterhin von der zielgerichteten Kombinationstherapie profitieren.
Im Kombinationsarm mit Encorafenib plus Binimetinib wurde ein medianes OS von 33,6 Monaten erreicht (95%-KI: 24,4–39,2), während es im Vemurafenib-Arm 16,9 Monate betrug (95%-KI: 14,0–24,5). Damit hatten die Patienten unter der Kombinationstherapie im Vergleich zu Vemurafenib ein um 39% verringertes Sterberisiko (HR=0,61; 95%-KI: 0,48–0,78) (3).


Lang andauernde Wirksamkeit der Kombinationstherapie

Mit einer 4-Jahres-Überlebensrate von 39% (95%-KI: 32–46) zeigt sich die langfristige Wirksamkeit der Kombination aus BRAFTOVI® plus MEKTOVI®. Die entsprechenden Werte lagen unter den Monotherapien mit Encorafenib und Vemurafenib bei 37% (95%-KI: 30–44) bzw. 26% (95%-KI: 19–32). Dies wird ebenso durch die Rate beim PFS nach vier Jahren Therapie bestätigt, denn im Kombinationsarm lag diese bei 26% (95%-KI: 19–33) gegenüber 12% im Vemurafenib-Arm (95%-KI: 6–20) ohne Progress (Abb. 1). Dies deutet, so die Autoren, auf eine lang andauernde Wirksamkeit der jüngsten Kombination hin. Auch die Gesamtansprechrate wurde gegenüber den bisherigen Auswertungen bestätigt (4-6). Die Autoren folgern, dass die jüngste Kombination damit erneut Maßstäbe in der zielgerichteten Therapie des fortgeschrittenen Melanoms setzen kann.

Keine neuen Sicherheitssignale

Die Sicherheitsdaten entsprachen dem bekannten Profil der Kombinationstherapie, es gab keine neuen Sicherheitssignale. Die Nebenwirkungen sind im Allgemeinen gut handhabbar, potenziell einschränkende Ereignisse unter der Therapie mit Encorafenib plus Binimetinib wie Fieber (20%) oder Phototoxizität (4%) wurden nur mit eher geringerer Frequenz beobachtet. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse (≥25%; alle Grade) unter der Kombinationstherapie waren: Übelkeit (44%), Durchfall (39%), Erbrechen (32%), Fatigue (30%), Arthralgie (29%), CK-Erhöhung (27%), Kopfschmerzen (26%) und Obstipation (25%) (3).

*COLUMBUS-Studie (Teil 1): Teil 1 der randomisierten, offenen, aktiv-kontrollierten Phase-III-Studie COLUMBUS verglich die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie mit Encorafenib plus Binimetinib mit den BRAF-Inhibitor-Monotherapien Vemurafenib bzw. Encorafenib. Eingeschlossen wurden 577 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem malignen Melanom mit BRAFV600-Mutation (Subtyp V600 E oder K). Die Randomisierung erfolgte im Verhältnis 1:1:1 in die folgenden Therapiearme: Encorafenib 450 mg einmal täglich + Binimetinib 45 mg zweimal täglich (COMBO450; N = 192), Encorafenib 300 mg einmal täglich (ENCO300; N = 194) oder Vemurafenib 960 mg zweimal täglich (VEM; N = 191). Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS) nach zentraler Auswertung unter der Kombinationstherapie im Vergleich zur Monotherapie mit Vemurafenib (Median 14,9 versus 7,3 Monate; Hazard Ratio (HR): 0,54; 95%-Konfidenzintervall (KI): 0,41–0,71; p < 0,0001). Der wichtigste sekundäre Endpunkt war das PFS unter der Kombinationstherapie im Vergleich zur Encorafenib-Monotherapie (Median 14,9 vs. 9,6 Monate; HR 0,75; 95%-KI: 0,56-1,00; p = 0,051). Die häufigsten unter COMBO450 beobachteten unerwünschten Ereignisse (≥25%, alle Grade) waren: Übelkeit (41%), Diarrhoe (36%), Erbrechen (30%), Fatigue (29%) und Arthralgie (26%). Mehr Informationen auf www.oncosite.de.

Literatur:

(1) Fachinformation BRAFTOVI®. Pierre Fabre Médicament. Juni 2020.
(2) Fachinformation MEKTOVI®. Pierre Fabre Médicament. November 2018.
(3) Gogas H et al. ASCO2020: Abstract #10012 und Poster #361.
(4) Dummer R et al. Lancet Oncol 2018; 19(5):603–15.1.
(5) Ascierto PA et al., Eur J Cancer 2020; 126:33–44.

Quelle: Pierre Fabre


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