DOSB-Wissenschaftspreis für Joachim Wiskemann:

23. Januar 2019 | Kategorie: Für Sie gelesen

Ehrung für Leiter der Arbeitsgruppe Onkologische Sport- und Bewegungstherapie

Positive Wirkung von Sport und Bewegung für Krebspatienten belegt / Auszeichnung durch den Deutschen Olympischen Sportbund am 18. Januar 2019

Joachim Wiskemann, Leiter der Arbeitsgruppe Onkologische Sport- und Bewegungstherapie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, erhält eine Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Der DOSB ehrte ihn am 18. Januar mit dem Wissenschaftspreis 2017/2018 in Gold für seine Habilitationsschrift „Die motorische Leistungsfähigkeit als zentrale Kenngröße in der Onkologie“. Der DOSB zeichnet mit seinem Wissenschaftspreis seit 1953 alle zwei Jahre herausragende sportwissenschaftliche Qualifikationsarbeiten aus.

Das NCT Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe.

Wiskemann erhielt den ersten DOSB-Wissenschaftspreis während einer Festakademie am 18. Januar um 17.30 Uhr in Potsdam. Die Universität Potsdam richtet die Veranstaltung gemeinsam mit der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie des Landes Brandenburg aus. Insgesamt sind die Preise mit einer Gesamtsumme von 12.000 Euro dotiert.

Der Wissenschaftler Wiskemann beschäftigt sich seit vielen Jahren theoretisch und praktisch mit dem Thema Bewegung, Sport und Krebs. Am Aufbau des Netzwerks OnkoAktiv durch das NCT Heidelberg arbeitet er seit 2012. OnkoAktiv ist ein Verbund von Gesundheitseinrichtungen, die onkologischen Patienten wohnortnah ein qualitätsgesichertes sport- und bewegungstherapeutisches Angebot ermöglichen. Als Leiter der Arbeitsgruppe Onkologische Sport- und Bewegungstherapie am NCT Heidelberg weiß Wiskemann, dass Bewegung beziehungsweise ein strukturiertes körperliches Training bei Krebspatienten dazu beitragen kann, während und nach einer onkologischen Therapie Komplikationen und Nebenwirkungen abzumildern oder auch zu vermeiden. Zudem können Tumorpatienten durch Bewegung ihr subjektives Wohlbefinden eigenständig positiv beeinflussen.

Den wissenschaftlichen Beweis führt Wiskemann in seiner Habilitationsschrift, die er im April 2017 an der Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg vorlegte. Seine Untersuchungen, die unter anderem in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Heidelberg und Mannheim erfolgten, konnten belegen, dass trotz intensiver medikamentöser Therapien und fortgeschrittener Behandlungsstadien sport- und bewegungstherapeutische Interventionen machbar sind und zu positiven Effekten im Bereich der motorischen Leistungsfähigkeit führen. „Die klinische Bedeutung der Sport- und Bewegungstherapie ist nicht zu unterschätzen und hat ein großes Potential zur Verbesserung des onkologischen Behandlungsergebnisses“, sagt Wiskemann.
So zeigen die Veröffentlichungen an denen Wiskemann beteiligt war, dass nicht nur häufig auftretende Nebenwirkungen wie beispielsweise das Erschöpfungssyndrom Fatigue erfolgreich behandelt werden können, sondern eine zielgerichtete Trainingstherapie auch in der Lage ist, die Arbeitsfähigkeit von körperlich intensiv beanspruchten Berufsgruppen wiederherzustellen.

Mit dem DOSB-Wissenschaftspreis zeichnet der DOSB alle zwei Jahre herausragende sportwissenschaftliche Qualifikationsarbeiten aus. Damit setzt der DOSB die Tradition des Carl-Diem-Wettbewerbs fort, den der Deutsche Sportbund seit 1953 durchgeführt hat.

Als Wettbewerbsbeitrag konnten sportwissenschaftliche Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden, die seit 2016 an einer deutschen Universität als Promotions- oder Habilitationsleistung angenommen wurden. Entscheidende Kriterien für die Beurteilung der eingereichten Arbeiten sind ihre wissenschaftliche Qualität, ihre Originalität und ihre gesellschaftliche Relevanz.

DOSB-Wissenschaftspreispreisträger 2017/2018:

Erster Preis:
PD Dr. Joachim Wiskemann; Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Titel der Arbeit: Die motorische Leistungsfähigkeit als zentrale Kenngröße in der Onkologie

Zweite Preise:
PD Dr. Christian Puta; Friedrich-Schiller-Universität Jena
Titel der Arbeit: Chronic back pain and sensory-motor control: a concep-tual and computational framework for diagnostic and therapeutic approaches
Dr. Monika Frenger; Universität des Saarlandes
Titel der Arbeit: Untersuchungen zum Problem- und Geschäftsfeld Doping: eine sozioökonomische Analyse auf Mikro- und Makroebene

Dritte Preise:
Dr. Theresa Hoppe; Deutsche Sporthochschule Köln
Titel der Arbeit: Sozialstrukturelle Rahmenbedingungen der physischen (In)Aktivität von Pflegeheimbewohner/innen
Dr. Stefan Brost; Justus-Liebig Universität Gießen
Titel der Arbeit: Ein Leistungsschutzrecht sui generis für Sportveranstalter

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg, der Medizinischen Fakultät Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. In Dresden wird seit 2015 ein Partnerstandort des NCT Heidelberg aufgebaut.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu zehn Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Quelle: Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)


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