Durvalumab verbessert Gesamtüberleben von Patienten mit inoperablem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom im Stadium III signifikant

23. Juli 2018 | Kategorie: Pharmaindustrie

AstraZeneca und sein globaler Forschungs- und Entwicklungszweig für Biologika, MedImmune, haben positive Ergebnisse für den Checkpoint-Inhibitor Durvalumab zum Gesamtüberleben (overall survival, OS) in der Phase-III-Studie PACIFIC veröffentlicht. Eine geplante Interimsanalyse zeigte, dass Durvalumab den zweiten primären Studienendpunkt erreichte. Der Vorteil beim Gesamtüberleben war unter dem PD-L1-Inhibitor statistisch signifikant und klinisch relevant. Die randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte, multizentrische Phase-III-Studie PACIFIC umfasste Patienten mit lokal fortgeschrittenem und inoperablem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC Stadium III), bei denen die Erkrankung nach platinbasierter, simultaner Radiochemotherapie nicht progredient war.

Eine Interimsanalyse ergab, dass die PACIFIC-Studie den zweiten der zwei primären Endpunkte erreicht hat. Bei Patienten mit NSCLC im Stadium III, die mit Durvalumab behandelt wurden, zeigte sich ein statistisch signifikanter Gesamtüberlebensvorteil mit klinisch relevanten Verbesserungen im Vergleich zu Plazebo. Hinsichtlich der Sicherheit und Verträglichkeit von Durvalumab waren keine neuen Signale im Vergleich zum Zeitpunkt der Analyse des progressionsfreien Überlebens (progression-free survival, PFS), dem ersten primären Studienendpunkt, zu beobachten. Die Daten der PACIFIC-Studie sollen bei einem kommenden medizinischen Fachkongress vorgestellt werden.

„Die positiven Gesamtüberlebensdaten der PACIFIC-Interimsanalyse machen den hohen therapeutischen Nutzen deutlich, den Durvalumab in diesem frühen Lungenkrebsstadium den Patienten bieten kann. Die neuen Studienergebnisse werden wir bei der europäischen Arzneimittelbehörde im Rahmen des laufenden Zulassungsverfahren nachreichen,“ so Karl Matussek, Vice President Oncology AstraZeneca Deutschland.

Im Mai 2017 hatte AstraZeneca bekannt gegeben, dass die PACIFIC-Studie ihren ersten primären Endpunkt des PFS erreicht hatte. Unter Durvalumab erreichten die Studienteilnehmer ein medianes PFS von 16,8 Monaten und somit eine Verbesserung von 11,2 Monaten gegenüber Plazebo, wie eine verblindete, unabhängige, zentral durchgeführte Beurteilung ergab.(1)

Erste Immuntherapie mit Vorteil bei frühem NSCLC-Stadium III

Damit ist Durvalumab die erste immunonkologische Substanz, für die statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserungen sowohl des PFS als auch des OS bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem und inoperablem NSCLC im Stadium III gezeigt werden konnte. Für Patienten in diesem frühen Lungenkrebsstadium findet nach erfolgter Chemo- und Strahlentherapie bislang nur eine engmaschige Beobachtung des Tumors ohne weitere Therapie statt („active surveillance“). Jedoch entwickeln fast 90% der Patienten mit NSCLC im Stadium III nach einer Radiochemotherapie im weiteren Verlauf einen Progress (2,3,4) und die Überlebensraten sind niedrig: Die 3-Jahres-Überlebensrate nach Radiochemotherapie beträgt einer Meta-Analyse zufolge 24%, die 5-Jahres-Überlebensrate 15%.2 Daher besteht ein hoher klinischer Bedarf an neuen und verbesserten Therapieoptionen nach der Radiochemotherapie.

Über PACIFIC

Die PACIFIC-Studie ist eine randomisierte, doppelblinde und plazebokontrollierte multizentrische Studie zu Durvalumab als Folgebehandlung bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem NSCLC (Stadium III), deren Tumor nach simultaner, platinbasierter Strahlenchemotherapie nicht progredient war.

Die Studie wird zurzeit an 235 Prüfzentren in 26 Ländern durchgeführt, und es sind ca. 713 Patienten daran beteiligt. Die co-primären Endpunkte der Studie sind das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS). Sekundäre Endpunkte umfassen die Landmark-Analyse von PFS und OS, die objektive Ansprechrate (ORR) sowie die Dauer des Ansprechens.

Über Durvalumab

Durvalumab, ein gegen PD-L1 gerichteter, humaner monoklonaler Antikörper, blockiert die Interaktion von PD-L1 mit PD-1 und CD80 auf T-Zellen. Dadurch wirkt er der immunsuppressiven Wirkung der Tumorzellen entgegen und löst eine Immunreaktion aus.

Im Rahmen eines breiten Studienprogramms wird Durvalumab als Monotherapie sowie in Kombination mit Chemotherapie, Strahlentherapie, zielgerichteten Therapie sowie dem anti-CTLA4-Inhibitor Tremelimumab, zur Erstlinientherapie bei NSCLC, kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC), lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Urothelkarzinom (mUC), Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom (HNSCC) sowie weiteren soliden Turmoren untersucht.

Über AstraZeneca in der Onkologie

Die Onkologie ist ein Therapiebereich, in dem AstraZeneca über eine lange Tradition verfügt. AstraZeneca hat die Vision, Krebspatienten durch ein neues Behandlungs-paradigma zu helfen und dazu beizutragen, dass Krebs eines Tages seinen Schrecken verliert. Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen sechs neue Krebsmedikamente auf den Markt bringen.

Die breit aufgestellte Pipeline des Unternehmens an Medikamenten der nächsten Generation konzentriert sich auf vier wichtige Krankheitsgebiete: Ovarialkarzinom, Lungenkarzinom, Brustkrebs und hämatologische Malignome. Diese werden von vier Hauptplattformen aus angegangen: der Immunonkologie, den zugrundeliegenden genetischen Einflussfaktoren auf den Krebs und deren Resistenzmechanismen, der DNA-Reparatur und durch Antikörper-Wirkstoff-Konjugate.

Über AstraZeneca GmbH

Die AstraZeneca GmbH ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC. AstraZeneca gehört mit einem Konzernumsatz von rund 22,5 Milliarden USD (2017) weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten im Bereich Herz-Kreislauf und Stoffwechsel, Onkologie sowie Atemwegserkrankungen. Neben diesen Kerntherapiegebieten forscht AstraZeneca ebenfalls in den Bereichen Autoimmunerkrankungen, Neurowissenschaften und Infektionen. Weitere Informationen finden Sie auf www.astrazeneca.de.

* Die geplante Interimsanalyse wurde vom unabhängigen Datenüberwachungskommittee (Independent Data Monitoring Committee, IDMC) durchgeführt

Referenzen

1 Antonia SJ et al. Durvalumab after Chemoradiotherapy in Stage III Non-Small-Cell Lung Cancer. N Engl J Med 2017; 377: 1919-29.
2 Albain KS et al. Radiotherapy plus chemotherapy with or without surgical resection for stage III non-small-cell lung cancer. Lancet 2009; 374: 379-86.
3 Bradley JD et al. Standard-dose versus high-dose conformal radiotherapy with concurrent and consolidation carboplatin plus paclitaxel with or without cetuximab for patients with stage IIIA or IIIB non-small-cell lung cancer (RTOG 0617): a randomised, two-by-two factorial phase 3 study. Lancet Oncol 2015; 16: 187-99.
4 Aupérin A et al. Meta-analysis of concomitant versus sequential radiochemotherapy in locally advanced non-small-cell lung cancer. J Clin Oncol 2010; 28: 2181-90.

Quelle: AstraZeneca GmbH


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