Ein Schnitt von drei Zentimetern genügt

12. August 2019 | Kategorie: Für Sie gelesen

Minimalform der Schlüssellochchirurgie erfolgreich bei großem Eingriff an der Lunge angewendet
Oberarzt Dr. Sebastian Krämer (li.) während einer Operation. Der UKL-Thoraxchirurg wendete nun mit der Methode „Uniportal-VATS“ erfolgreich eine Minimalform der Schlüssellochchirurgie bei einem großen Eingriff an der Lunge an.

Mit nur einem kleinen Schnitt von etwa drei Zentimetern Länge ist nun erstmals am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ein kompletter Lungenlappen bei einem Patienten mit einem Bronchialkarzinom chirurgisch entfernt worden. Thoraxchirurg Dr. Sebastian Krämer nutzte dabei die Methode „Uniportal-VATS“. VATS steht für „video-assisted thoracic surgery“, also für eine minimal-invasive Operation im Brustkorbbereich unter Videokamerasicht. „Uniportal“ bezieht sich auf den einzig dabei nötigen Einschnitt. Die Methode wird am UKL bereits seit längerem für kleinere Operationen angewendet. Zum ersten Mal kam sie nun in der vergangenen Woche bei einem deutlich größeren Eingriff zum Einsatz. Dem Patienten geht es sehr gut, er kann bereits wieder nach Hause entlassen werden. Das UKL wendet diese Minimalform der Schlüssellochchirurgie als bisher einzige Klinik in Leipzig und Umgebung an.

„Noch bis vor einigen Jahren konnte ein Karzinom in der Lunge nur durch die Öffnung des Brustkorbs entfernt werden“, berichtet Dr. Krämer, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie des UKL. „Zunehmend drängte dann jedoch aus Ländern wie den USA oder Dänemark die so genannte VATS-Lobektomie auch zu uns. Mit der Uniportal-Variante sind jetzt nicht einmal mehr drei oder vier kleine Schnitte nötig, sondern nur noch einer“, erklärt er.
Kam die moderne Methode am UKL bisher bei kleineren Eingriffen wie Lungenmetastasen oder einem Pneumothorax (Lungenkollaps) zum Einsatz, stand nun erstmals ein deutlich größerer Eingriff an. „Hier wird das Kleine durch noch kleineres ersetzt“, beschreibt es Dr. Krämer. „Alle Patienten haben Anspruch darauf, so gering-invasiv wie nur möglich operiert zu werden“, sagt er, „dies versuchen wir grundsätzlich zu erfüllen.“

Die nötige Technik eignete sich Oberarzt Krämer in einem Kurs bei Dr. Diego Gonzales-Rivas an, einem international renommierten Experten der uniportalen Thoraxchirurgie, der unter anderem in La Coruña in Spanien und im chinesischen Shanghai tätig ist. Dessen gern und oft gebrauchter Spruch „Stay calm and think uniportal!“ ist dem Leipziger Chirurgen dabei positiv in Erinnerung geblieben.
Dem Patienten, der Anfang vergangener Woche als erster auf diese Weise operiert wurde, geht es sehr gut. Der 58-jährige Mann aus dem Leipziger Raum kann nun wieder nach Hause entlassen werden. Er galt als Risikopatient und profitierte somit besonders von der Methode.

Zukunftsweisende Chirurgie am UKL: Uniportal, keine künstliche Beatmung und Verzicht auf Drainage
Drei Merkmale kennzeichnen nach Aussage Dr. Krämers die zukunftsweisende Thoraxchirurgie: Erstens: das uniportale Arbeiten, zweitens: die Spontanventilation (der Patient ist während der OP zwar in Narkose versetzt, atmet jedoch selbst und erhält keine künstliche Beatmung), sowie drittens: „tubeless“ – der Verzicht auf die Thoraxdrainage. „Hier gelingt es uns, unmittelbar während der Operation die Lunge sofort abzudichten. Somit dringt keine Luftfistel nach außen“, erläutert Dr. Sebastian Krämer. Die bedeute weniger Schmerzen, schnellstmögliche Erholung und sofortige Mobilisation. „Am Universitätsklinikum Leipzig wenden wir bereits alle drei Methoden nach Bedarf an. Es gab auch bereits Patienten, bei denen – das ist dann der optimale Fall – alle drei Methoden angewendet werden konnten“, so der UKL-Experte.

Quelle: Universitätsklinikum Leipzig (UKL)


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