Ergebnisse der KEYNOTE-024 repräsentieren das längste Follow-up einer Immuntherapie in einer randomisierten Phase-III-Studie zur Erstlinienbehandlung bei Lungenkrebs

6. Oktober 2020 | Kategorie: Substanzen

 

Haematologie-info  

MSD gab auf dem diesjährigen ESMO Kongress die 5- Jahres-Überlebensdaten aus der Phase-III-Pivotalstudie KEYNOTE-024 bekannt. Die Erstlinienbehandlung mit dem PD-1-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) zeigte im Vergleich zur Chemotherapie bei Patienten mit metastasiertem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Tumor Proportion Score [TPS] ≥ 50 %) ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen einen anhaltenden Langzeit-Überlebensvorteil und ein andauerndes Ansprechen. Die Gesamtüberlebensrate (OS) nach 5 Jahren war bei den mit Pembrolizumab behandelten Patienten mit 31,9 % (n = 154) doppelt so hoch wie unter Chemotherapie (16,3 %; n = 151). Pembrolizumab reduzierte außerdem das Sterberisiko um 38 % (Hazard Ratio [HR] = 0,62 [95 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,48-0,81]) gegenüber der Chemotherapie. Das mediane Überleben lag bei 26,3 bzw. 13,4 Monaten. Die Ergebnisse aus der Studie KEYNOTE-024 repräsentieren den längsten Follow-up-Zeitraum und sind die ersten 5-Jahres-Überlebensdaten für Pressemitteilung ein Immuntherapeutikum in einer randomisierten Phase-III-Studie zur Erstlinienbehandlung von NSCLC.


Ansprechdauer bei Pembrolizumab als Monotherapie fast fünfmal länger als bei Chemotherapie (29,1 vs. 6,3 Monate)

Verdopplung der 5-Jahres-Überlebensrate durch Erstlinientherapie mit Pembrolizumab (KEYTRUDA®) (31,9 %) vs. Chemotherapie (16,3 %) bei bestimmten Patienten mit metastasiertem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom und PD-L1-exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 50 %)

„Vor 2014 lag die 5-Jahres-Überlebensrate für NSCLC-Patienten im fortgeschrittenen Stadium in den USA bei nur 5 %. Die vorgestellten Daten der KEYNOTE-024 zeigen, dass 31,9 % der mit Pembrolizumab behandelten Patienten nach 5 Jahren noch lebten“, sagte Martin Reck, M.D., Ph.D. von der LungenClinic Grosshansdorf, Deutsches Zentrum für Lungenforschung. „Noch vor wenigen Jahren hielten viele Onkologen, mich eingeschlossen, solche Überlebensraten bei Patienten mit metastasiertem Lungenkrebs für unmöglich. Der durch die Monotherapie mit Pembrolizumab erreichte LangzeitÜberlebensvorteil in dieser Studie ist ein beeindruckendes Beispiel für die Fortschritte, die wir beim Lungenkrebs erzielen konnten. So verschaffen wir Patienten mehr Zeit ohne Krankheitsprogression und geben ihnen die Chance auf ein längeres Leben.“

„Pembrolizumab hat sich aufgrund des anhaltenden Vorteils beim Langzeitüberleben, den es in unseren klinischen Studien demonstriert hat, zu einer tragenden Säule in der Behandlung von metastasiertem Lungenkrebs entwickelt. Die neuen, erstmals gezeigten 5-Jahres-Überlebensdaten der KEYNOTE-024 unterstreichen erneut die wichtige Rolle von Pembrolizumab in der Lungenkrebs-Therapie“, sagte Dr. Roy Baynes, Senior Vice President und Head of Global Clinical Development, Chief Medical Officer bei Merck Research Laboratories von Merck & Co., Inc., Kenilworth, USA (in Deutschland MSD). „Bemerkenswert ist insbesondere, dass 81,4 % der Patienten, die eine zweijährige Behandlung mit Pembrolizumab abgeschlossen haben, nach 5 Jahren noch lebten. Zudem war fast die Hälfte dieser Patienten zu diesem Zeitpunkt therapiefrei. Dies ist ein vielversprechender Präzedenzfall für das ErstlinienSetting bei metastasiertem NSCLC. Wir möchten den zahlreichen Patienten und Ärzten danken, die sich an dieser und anderen Studien unseres Unternehmens beteiligt und dadurch einen wichtigen Beitrag zu den Fortschritten in der Krebstherapie geleistet haben.“

Diese Late-Breaking-Daten wurden am Montag, dem 21. September, im Rahmen einer freien Session beim virtuellen Jahreskongress 2020 der European Society for Medical Oncology (ESMO) (Abstract #LBA51) vorgestellt. Auf dem Kongress wurden Daten zu mehr als 15 verschiedenen Krebsentitäten aus dem umfangreichen Onkologie-Portfolio und der Forschungspipeline von MSD präsentiert. Ein Kompendium der Präsentationen und Poster finden Sie hier.

Daten zum 5-Jahres-Gesamtüberleben der KEYNOTE-024 (Abstract #LBA51)

Neue Daten aus der Studie KEYNOTE-024 (ClinicalTrials.gov, NCT02142738) zeigten einen anhaltenden Langzeit-Überlebensvorteil unter Pembrolizumab im Vergleich zur Chemotherapie nach einem medianen Follow-up von 59,9 Monaten (Spanne 55,1 bis 68,4 Monate). In dieser randomisierten, unverblindeten PhaseIII-Pivotalstudie wurde Pembrolizumab (KEYTRUDA®) als Monotherapie mit der standardmäßig eingesetzten Platin-basierten Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung von Patienten mit metastasiertem NSCLC und PD-L1- exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 50 %) ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen verglichen. Pembrolizumab senkte im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie das Sterberisiko um 38 % (HR = 0,62 [95 %-KI: 0,48-0,81]). Das mediane Gesamtüberleben lag bei 26,3 bzw. 13,4 Monaten. Die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate der mit Pembrolizumab behandelten Patienten betrug 31,9 %, verglichen mit 16,3 % bei den mit Chemotherapie behandelten Patienten. Der Vorteil beim Gesamtüberleben wurde trotz einer effektiven Crossover-Rate von 66 % (n = 99/150) von der Chemotherapie zur anschließenden Anti-PD1/PD-L1-Therapie beobachtet. Unter Pembrolizumab verringerte sich nach der Beurteilung der Prüfärzte auch das Progressions- oder Sterberisiko um die Hälfte (HR = 0,50 [95 %-KI: 0,39-0,65]) im Vergleich zur Chemotherapie. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 7,7 bzw. 5,5 Monaten. Die objektive Ansprechrate (ORR) betrug bei Pembrolizumab 46,1 %, verglichen mit 31,1 % bei der Chemotherapie. Die mediane Ansprechdauer lag bei 29,1 Monaten unter Pembrolizumab (Spanne: 2,2 bis 60,8+ Monate) gegenüber 6,3 Monaten unter Chemotherapie (Spanne: 3,1 bis 52,4 Monate). 81,4 % der Patienten, die eine zweijährige Behandlung mit Pembrolizumab abschlossen (n = 39/154) waren nach 5 Jahren noch am Leben, und fast die Hälfte (46 %) war zu diesem Zeitpunkt weiterhin therapiefrei.
Diese Daten deuten auf einen Langzeitvorteil beim Gesamtüberleben, bei den Patienten in der KEYNOTE-024, die eine zweijährige Behandlung mit Pembrolizumab abgeschlossen hatten, hin. Die ORR der Patienten, die 2 Jahre lang mit Pembrolizumab therapiert wurden, betrug 82 %. 12 Patienten erhielten einen zweiten Therapiezyklus.

Im Langzeit-Follow-up ergaben sich keine neuen Sicherheitssignale für Pembrolizumab. Unter allen behandelten Patienten betrug die Rate der Nebenwirkungen der Grade 3–5 bei den mit Pembrolizumab behandelten Patienten 31,2 % gegenüber 53,3 % unter Chemotherapie. Bei 15,4 % der Patienten, die Pembrolizumab über einen Zeitraum von 2 Jahren erhielten, traten Nebenwirkungen der Grade 3–5 auf.

Über Lungenkrebs

Das Lungenkarzinom entwickelt sich im Lungengewebe – in der Regel ausgehend von den Zellen der Bronchien – und stellt weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache dar. Jedes Jahr sterben mehr Menschen an einem Lungenkarzinom als an Darm- und Brustkrebs zusammen. Die beiden Hauptarten sind das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (Non Small Cell Lung Cancer, NSCLC) und das kleinzellige Lungenkarzinom (Small Cell Lung Cancer, SCLC). Das NSCLC stellt mit ca. 85 % die häufigste Art des Lungenkarzinoms dar. Auf das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) entfallen rund 10 bis 15 % aller Lungenkrebsfälle. Laut Robert Koch-Institut (RKI) betrug die relative 5-Jahres-Überlebensrate (2015–2016) von Lungenkrebspatienten in Deutschland etwa 21 % bei Frauen und 15 % bei Männern.


Pembrolizumab (KEYTRUDA® )

Pembrolizumab ist ein PD-1 (Programmed Cell Death 1 Protein)-Inhibitor, der die Fähigkeit des Immunsystems verstärkt, Tumorzellen zu entdecken und zu bekämpfen. Pembrolizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der die Wechselwirkung zwischen PD-1 und dessen Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert und so die T-Lymphozyten aktiviert, wodurch sowohl Tumorzellen als auch gesunde Zellen angegriffen werden können.

KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist als Monotherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Erwachsenen angezeigt.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung des Melanoms im Tumorstadium III mit Lymphknotenbeteiligung nach vollständiger Resektion bei Erwachsenen angezeigt.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist als Monotherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (Tumor Proportion Score [TPS] ≥ 50 %) ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen bei Erwachsenen angezeigt.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist in Kombination mit Pemetrexed und Platin-Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden nicht-plattenepithelialen NSCLC ohne EGFRoder ALK-positive Tumormutationen bei Erwachsenen angezeigt.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist in Kombination mit Carboplatin und entweder Paclitaxel oder nab-Paclitaxel zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden plattenepithelialen NSCLC bei Erwachsenen angezeigt.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden NSCLC mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 1 %) nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen angezeigt. Patienten mit EGFRoder ALK-positiven Tumormutationen sollten vor der Therapie mit Pembrolizumab ebenfalls eine auf diese Mutationen zielgerichtete Therapie erhalten haben.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms (HL) bei Erwachsenen nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT) und einer Behandlung mit Brentuximab Vedotin (BV), oder nach Versagen einer Behandlung mit BV, wenn eine auto-SZT nicht infrage kommt, angezeigt.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms nach vorheriger Platin-basierter Therapie bei Erwachsenen angezeigt.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms bei Erwachsenen, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet sind und deren Tumoren PD-L1 mit einem kombinierten positiven Score (CPS) ≥ 10 exprimieren, angezeigt.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder metastasierenden Plattenepithelkarzinoms der Kopf-Hals-Region (HNSCC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 50 %) und einem Fortschreiten der Krebserkrankung während oder nach vorheriger Platin-basierter Therapie bei Erwachsenen angezeigt.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist als Monotherapie oder in Kombination mit Platin- und 5- Fluorouracil (5-FU)-Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden oder nicht resezierbaren rezidivierenden Plattenepithelkarzinoms der Kopf-Hals-Region (HNSCC) bei Erwachsenen mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Combined Positive Score [CPS] ≥ 1) angezeigt.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) ist in Kombination mit Axitinib zur Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (RCC) bei Erwachsenen angezeigt. Die empfohlene Dosis von Pembrolizumab als Monotherapie beträgt entweder 200 mg alle 3 Wochen oder 400 mg alle 6 Wochen als intravenöse Gabe über 30 Minuten. Die empfohlene Dosis von KEYTRUDA® (Pembrolizumab) als Teil einer Kombinationstherapie beträgt 200 mg alle 3 Wochen als intravenöse Gabe über 30 Minuten.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) muss als intravenöse Infusion über 30 Minuten gegeben werden.
KEYTRUDA® (Pembrolizumab) darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion gegeben werden.
Bei Anwendung in Kombination sind die Fachinformationen der jeweiligen begleitenden Therapeutika zu berücksichtigen.
Bei Gabe von KEYTRUDA® (Pembrolizumab) als Teil einer Kombinationstherapie mit intravenöser Chemotherapie sollte KEYTRUDA® (Pembrolizumab) zuerst gegeben werden.

Quelle: MSD


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