Eribulin bisher erste Behandlung mit nachgewiesenem Gesamtüberlebensvorteil bei Weichteilsarkom-Subtypen

19. Oktober 2015 | Kategorie: Substanzen, Uncategorized

Eisai legte auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) in Basel fünf Abstracts vor, in denen neue Studiendaten über Eribulin und Lenvatinib vorgestellt werden. Phase-III-Daten zeigen, dass Halaven® (Eribulin) im Vergleich zu Dacarbazin einen signifikanten Gesamtüberlebensvorteil für Menschen mit fortgeschrittenem Leiomyosarkom (LMS) und adipozytärem Sarkom (ADI)1 bietet (13,5 bzw. 11,5 Monate, HR = 0,768, 95% KI 0,618-0,954; P=0,017) (1).

Eribulin wies ein Toxizitätsprofil auf, das mit bisherigen Erfahrungen in Einklang steht, wobei es keine unerwarteten oder neuen Sicherheitserkenntnisse gab. Dies ist bisher die erste Studie, die einen Gesamtüberlebensvorteil für Menschen aufweist, die bereits gegen Weichteilsarkome vorbehandelt wurden. Es besteht ein beachtlicher ungedeckter Bedarf bei dieser seltenen, schwer zu behandelnden Krankheitsfamilie; daher stellen diese Ergebnisse einen sehr wichtigen Meilenstein in der Behandlung von Weichteilsarkomen dar, kommentierte Professor Patrick Schöffski, Onkologe an der Universitätsklinik Leuven, Belgien.

Eine weitere auf der DGHO vorgelegte Studie zeigt, dass Patienten mit metastasiertem Brustkrebs, die mit Eribulin in Kombination mit Capecitabin behandelt wurden, eine Gesamtansprechrate von 42,9% (2 [4/8%] vollständige Remission und 16 [38,1%] partielle Remission) sowie ein medianes progressionsfreies Überleben von 7,1 Monaten (95% KI:4,4-9,8) hatten (2). Diese Studie bestätigt die Sicherheit und Wirksamkeit der Dosiskombination Eribulin 1,23 mg/m2 und Capecitabin1000 mg/m2. Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil der Kombination entsprach vorherigen Daten. Diese Daten werden auf der DGHO durch eine Fallstudie unterstützt, die zeigt, dass eine mit 34 Zyklen palliativer Chemotherapie mit Eribulin behandelte Person die Behandlung ohne nennenswerte Nebenwirkungen vertragen hat und in kontinuierliche partielle Remission überging (3).

Eribulin ist aktuell indiziert zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, bei denen nach Anwendung von mindestens einer Chemotherapie zur Behandlung der fortgeschrittenen Erkrankung eine weitere Progression eingetreten ist. Die adjuvant oder nach einer Metastasierung angewendeten Vortherapien sollten ein Anthrazyklin und ein Taxan enthalten haben, es sei denn, diese Therapien waren für den Patienten ungeeignet (4).

Zwei wichtige Abstracts auf der DGHO untersuchen Lenvatinib auf seine kürzlich lizenzierte Indikation für differenziertes Schilddrüsenkarzinom sowie auf seine Anwendung beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom.

Die Kombination von Lenvatinib plus Everolimus verbesserte das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu Everolimus in einer Phase II-Studie an Menschen mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) nach vorheriger VEGF-gezielter Behandlung (14,6 Monate vs. 5,5 Monaten (HR = 0,40; 95% KI, 0,24-0,68; p<0,001)) wesentlich. Eine aktualisierte Analyse Freizeichen des Gesamtüberlebens zeigt ebenso einen Vorteil bei mit Lenvatinib plus Everolimus im Vergleich zu mit Everolimus allein behandelten Patienten (HR 0,51; 95% KI 0,30-0,88; P=0,024) (5). Der zweite Abstract zeigt, dass Patienten mit der papillären Form von 131Jod-refraktärem, differenziertem Schilddrüsenkarzinom, die mit Lenvatinib behandelt wurden, eine mediane progressionsfreie Überlebensdauer von 16,4 Monaten vs. 3,5 Monaten bei Placebo aufwiesen (HR = 0,27; 95 % KI:0,19-0,38). Bei Patienten, die an follikulärem Schilddrüsenkarzinom litten und mit Lenvatinib behandelt wurden, wurde ein Gesamtüberlebensvorteil beobachtet (HR = 0,41; KI 0,18-0,97) (6). Die bei differenziertem Schilddrüsenkarzinom beobachteten klinischen Vorteile sind vielversprechend für Menschen mit diesen seltenen Krebs-Subtypen, meinte Rosella Elisei, Abteilung für klinische und experimentelle Medizin der Universität Pisa. Lenvatinib ist angezeigt für die Behandlung erwachsener Patienten mit progredientem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, differenziertem (papillärem, follikulärem, Hürthle-Zell-)Schilddrüsenkarzinom (DTC), das gegenüber radioaktivem Jod (RAI) refraktär ist. Literatur:

(1) Schöffski P, et al. Randomized, open-label, multicenter, phase 3 study of eribulin versus dacarbazine in patients (pts) with leiomyosarcoma (LMS) and adipocytic sarcoma (ADI). DGHO 2015; Abstract 258
(2) Twelves C, et al. Efficacy and safety of eribulin in combination with capecitabine in patients with metastatic breast cancer: an open-label phase II dose-confirmation study. DGHO 2015; Abstract #TBC
(3) Dobbie M, Long lasting disease stabilisation with Eribulin. DGHO 2015; Abstract #TBC
(4) Fachinformation Halaven (Stand Juli 2015)
(5) Motzer R, Randomized phase 2 three-arm trial of lenvatinib (LEN), everolimus (EVE), and LEN _ EVE in patients with metastatic renal cell carcinmoa (mRCC). DGHO 2015; Abstract #TBC
(6) Elisei R, et al. Subgroup Analysis According to Differentiated Thyroid Cancer Histology in Phase 3 (SELECT) Trial of Lenvatinib. DGHO 2015; Abstract #TBC

Quelle: Eisai


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