ESMO 2016: First-Line-Daten zu Pembrolizumab beim metastasierenden NSCLC veröffentlicht / KEYNOTE-024

27. Oktober 2016 | Kategorie: Substanzen

 

Haematologie-info  

MSD hat im Rahmen der Jahreskonferenz der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO), die vom 7. bis 11. Oktober 2016 in Kopenhagen stattfand, die Veröffentlichung der Ergebnisse der KEYNOTE-024 Studie bekanntgegeben. Die Studie untersuchte den Anti-PD-1 (Programmed Cell Death 1 Protein)-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) in der Erstlinienbehandlung von Patienten mit metastasierendem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC).

In die KEYNOTE-024 Studie wurden 305 Patienten mit metastasierendem NSCLC mit und ohne Plattenepithelhistologie eingeschlossen, deren Tumoren eine hohe PD‑L1-Expression (TPS[A] ≥ 50 %) aufwiesen. Pembrolizumab erzielte bei dieser Patientenpopulation eine 50-prozentige Risikoreduktion der Krankheitsprogression oder Mortalität und eine 40-prozentige Reduktion des Mortalitätsrisikos im Vergleich zum aktuellen Standard mit einer Platin-haltigen Kombinations-Chemotherapie. Diese Daten wurden am 9. Oktober 2016 im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Basierend auf den Ergebnissen der KEYNOTE-024 Studie ist Pembrolizumab derzeit der einzige Anti-PD1-Inhibitor, der für das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) eine Überlegenheit im Vergleich zur Chemotherapie in der Erstlinientherapie von Patienten mit metastasierendem NSCLC mit und ohne Plattenepithelhistologie, deren Tumoren eine hohe PD-L1-Expression, jedoch keine EGFR[B]- oder ALK[C]-positive Tumormutation aufweisen.

„Die Chemotherapie gilt seit Jahrzehnten für die meisten Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs als Goldstandard – aber die Überlebensraten sind nach wie vor niedrig”, erläuterte Dr. Roger M. Perlmutter, President der Merck Research Laboratories von Merck & Co., Inc., Kenilworth, USA, in Deutschland bekannt als MSD SHARP & DOHME GMBH. „Die neuen Daten deuten darauf hin, dass die Behandlung mit Pembrolizumab bei einem breiten Spektrum von Patienten deutliche Verbesserungen gegenüber der Chemotherapie bieten kann. Insofern könnte diese Studie ein Wendepunkt in den weltweiten Bestrebungen zur Bekämpfung von Lungenkrebs markieren. Wir möchten uns aufrichtig bei den Patienten und Studienärzten für ihre Teilnahme an unseren Studien bedanken – gemeinsam arbeiten wir daran, die Gesundheit von immer mehr Krebspatienten zu verbessern.“

MSD hat die Studiendaten aus der KEYNOTE-024 bei den Zulassungsbehörden in den USA, Europa und Japan eingereicht. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat Pembrolizumab als “bahnbrechende Therapie” klassifiziert und prüft den Zulassungsantrag im beschleunigten Verfahren. Die Antragsprüfung ist gemäß PDUFA (Prescription Drug User Fee Act)-Datum bis zum 24. Dezember 2016 abzuschließen.

KEYNOTE-024: Pembrolizumab zeigte überlegenes PFS und OS im Vergleich zur Chemotherapie in der Erstlinientherapie bei metastasierendem NSCLC

In die KEYNOTE-024 Studie wurden 305 zuvor unbehandelte Patienten mit metastasierendem NSCLC und hoher Tumor-PD-L1-Expression (TPS ≥ 50 %) eingeschlossen. Die Patienten erhielten je nach Randomisierung entweder eine Fixdosis von 200 mg Pembrolizumab alle drei Wochen (n=154) oder vier bis sechs Zyklen einer Platin-haltigen Chemotherapie, die vom Studienarzt aus fünf Chemotherapieregimen ausgewählt wurde (n=151): Carboplatin oder Cisplatin plus Pemetrexed, Carboplatin oder Cisplatin plus Gemcitabin oder Carboplatin plus Paclitaxel. Bei Patienten ohne Plattenepithelhistologie war eine Pemetrexed-Erhaltungstherapie zulässig. Patienten, die per Randomisierung der Kontrollgruppe der Studie zugeordnet waren, hatten bei Krankheitsprogression die Möglichkeit, in den Pembrolizumab-Arm zu wechseln. Die mediane Nachbeobachtungsdauer betrug 11,2 Monate (Spanne: 6,3-19,7 Monate). Der primäre Endpunkt war das PFS; sekundäre Endpunkte waren OS, ORR und Sicherheit.

Die im New England Journal of Medicine publizierten Daten zeigen, dass die Behandlung mit Pembrolizumab das Progressions- oder Mortalitätsrisiko im Vergleich zur Chemotherapie um 50 % reduzierte (Hazard Ratio [HR]: 0,50; 95 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,37-0,68; p<0,001). Das mediane PFS unter Pembrolizumab-Therapie betrug 10,3 Monate (95 %-KI: 6,7 – nicht erreicht) verglichen mit 6,0 Monaten unter Chemotherapie (95 %-KI: 4,2-6,2). Nach 6 Monaten waren 62,1 % der mit Pembrolizumab behandelten Patienten noch am Leben und ohne Krankheitsprogression, (95 %‑KI: 53,8-69,4) verglichen mit 50,3 % der Patienten, die eine Chemotherapie erhalten hatten (95 %-KI: 41,9-58,2). Dieser Vorteil war in allen Subgruppen zu verzeichnen. Weiterhin war unter der Behandlung mit Pembrolizumab eine Reduktion des Mortalitätsrisikos um 40 % im Vergleich zur Chemotherapie zu verzeichnen (HR: 0,60; 95 %-KI: 0,41-0,89; p=0,005). Dieses Ergebnis beinhaltet die Daten von 66 Patienten (43,7 %), die während der Studie nach Einsetzen der Progression unter Chemotherapie in die Pembrolizumab-Gruppe wechselten. Das mediane OS wurde in keiner der Gruppen erreicht. Die ORR lag bei den Patienten der Pembrolizumab-Gruppe bei 44,8 % (95 %-KI: 36,8-53,0), darunter 6 Patienten mit vollständigem Ansprechen, verglichen mit 27,8 % bei Patienten unter Chemotherapie (95 %-KI: 20,8-35,7), darunter ein vollständiges Ansprechen. „Diese Daten aus der KEYNOTE-024 Studie zeigen das Potenzial von Pembrolizumab im Hinblick auf eine Änderung des aktuellen Behandlungsansatzes beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom“, so Prof. Dr. Martin Reck, Leiter der Abteilung für Thorax-Onkologie der LungClinic Grosshansdorf und Hauptautor der erwähnten wissenschaftlichen Publikation im New England Journal of Medicine. „Diese Ergebnisse liefern uns zusätzliche Evidenz, dass die Bestimmung des Tumor-PD-L1-Expressionslevels bei der Erstdiagnose eines Lungenkarzinoms als Orientierungshilfe für die Therapieentscheidung zukünftig zum Standard gehören sollte.“ KEYNOTE-024: Weitere Ergebnisse und Sicherheitsinformationen Das Sicherheitsprofil von Pembrolizumab war konsistent zu den Sicherheitsdaten aus vorherigen Studien, die Pembrolizumab bei Patienten mit metastasierendem NSCLC untersucht hatten. Die häufigsten Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Pembrolizumab waren Diarrhö (n=22), Müdigkeit/Erschöpfung (n=16) und Fieber (n=16). Zu den Nebenwirkungen vom Schweregrad 3-5 unter Pembrolizumab zählten Diarrhö (n=6) und Pneumonitis (n=4). Es wurde ein therapieassoziierter Todesfall verzeichnet (Ursache unbekannt), der einen mit Pembrolizumab behandelten Patienten betraf. Außerdem wurde die mediane Dauer des Ansprechens – ein vordefinierter exploratorischer Endpunkt – laut einer Analyse der Ansprechdauer durch Pembrolizumab nicht erreicht (Spanne: 1,9+ bis 14,5+ Monate). Die mediane Ansprechdauer in der Chemotherapie-Gruppe betrug 6,3 Monate (Spanne: 2,1+ bis 12.6+), der mediane Zeitraum bis zum Einsetzen des Ansprechens lag in beiden Gruppen bei 2,2 Monaten. Über KEYNOTE-024
Die KEYNOTE-024 Studie ist eine randomisierte, zulassungsrelevante Phase-III-Studie (ClinicalTrials.gov, NCT02142738) zur Evaluierung der Pembrolizumab-Monotherapie im Vergleich zu Platin-haltigen Standard-Chemotherapien zur Behandlung von Patienten mit metastasierendem NSCLC. Insgesamt wurden 305 Patienten eingeschlossen, die für ihre fortgeschrittene Erkrankung noch keine systemische Chemotherapie erhalten hatten, bei denen keine EGFR-Genmutation oder ALK-Translokation vorlag und deren Tumoren eine hohe PD-L1-Expression aufwiesen (TPS ≥ 50 %, nachgewiesen durch einen von der FDA zugelassenen immunhistologischen Assay in einem Zentrallabor – den therapiebegleitenden Dako PD-L1 IHC 22C3 PharmDx Test von Agilent Technologies). In dieser Studie wiesen 30,2 % (n=500/1653) der evaluierbaren Tumorgewebeproben eine hohe PD-L1-Expressionsrate auf.

Pembrolizumab (KEYTRUDA®)
Pembrolizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der die Fähigkeit des Immunsystems verstärkt, Tumorzellen zu entdecken und zu bekämpfen. Pembrolizumab blockiert die Wechselwirkung zwischen PD-1 und dessen Liganden PD-L1 und PD-L2 und aktiviert so die T-Lymphozyten, wodurch sowohl Tumorzellen als auch gesunde Zellen angegriffen werden können.
Pembrolizumab ist in Deutschland als Monotherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Erwachsenen zugelassen.
Pembrolizumab ist in Deutschland zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen angezeigt. Patienten mit EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen sollten vor der Therapie mit Pembrolizumab bereits eine für diese Mutationen zugelassene Therapie erhalten haben.
Pembrolizumab wird in einer Dosierung von 2 mg/kg Körpergewicht alle drei Wochen als 30-minütige intravenöse Infusion angewendet.

Das klinische Forschungsprogramm zu Pembrolizumab

Mit über 350 klinischen Studien bei mehr als 30 Tumorarten treibt MSD ein umfassendes und rasch wachsendes klinisches Entwicklungsprogramm zu Pembrolizumab sowohl als Monotherapie als auch in mehr als 100 der Studien in Kombination mit anderen antineoplastischen Therapien voran. Zulassungsrelevante Studien mit Pembrolizumab rekrutieren derzeit Patienten mit malignem Melanom, nicht‑kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), Kopf-Hals-Karzinom, Harnblasenkarzinom, Magenkarzinom, Kolonkarzinom, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Hodgkin-Lymphom, multiplem Myelom und anderen Tumoren.
Weitere Studien zu anderen Krebsarten sind in Planung.

Wir machen aus Visionen Realität
MSD Immunonkologie hat es sich zur Aufgabe gemacht, wissenschaftliche Innovationen umzusetzen und Menschen mit Krebs zu helfen, indem wir Patienten den Zugang zu unseren Krebsmedikamenten ermöglichen und die Forschung in der Immunonkologie vorantreiben. So können wir Menschen mit Krebs neue Hoffnung geben.
Weitere Informationen zu unseren klinischen Prüfungen im Bereich Onkologie finden Sie im Internet unter www.msd-immunonkologie.de/.

Über MSD:
MSD ist ein internationales Gesundheitsunternehmen mit zwei Namen: In den USA und Kanada sind wir Merck & Co., Inc., mit Sitz in Kenilworth, NJ, USA. Im Rest der Welt kennt man uns als MSD. Gemessen am Umsatz ist MSD der fünftgrößte Arzneimittelhersteller weltweit (2015 Financial Times Global 500 List).
Seit 125 Jahren entwickeln die Mitarbeiter von MSD neue Lösungen für einige der wichtigsten Gesundheitsprobleme weltweit. Dabei setzen wir auf zwei Säulen: im Kerngeschäft erforschen, entwickeln, produzieren und vertreiben wir verschreibungspflichtige Arzneimittel, Impfstoffe, Biologika und Präparate für die Tiergesundheit. Darüber hinaus bieten wir mit vielfältigen Corporate Responsibility-Programmen Lösungen für Gesundheitsprobleme in aller Welt. So schafft MSD kontinuierlich einen wirtschaftlichen und einen gesellschaftlichen Mehrwert. In Deutschland hat die Unternehmensgruppe ihren Hauptsitz in Haar bei München.

MSD ist erreichbar unter Tel: 0800 673 673 673; Fax: 0800 673 673 329; E-Mail: infocenter@msd.de; Internet: www.msd.de; Twitter: @MSD_Deutschland

[A] TPS: Tumor Proportion Score, prozentualer Anteil PD-L1-positiver Tumorzellen einer Gewebeprobe, basierend auf dem PD-L1 IHC 22C3 pharmDxTM Kit.

[B] EGFR: epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor (epidermal growth factor receptor).

[C] ALK: anaplastische Lymphomkinase (anaplastic lymphoma kinase).

Quelle: MSD


Schlagworte: , , , ,

Kommentare sind geschlossen

Diese Website nutzt den Dienst 'Google Analytics', welcher von der Google lnc. (1600 Amphitheatre Parkway Mountain View, CA 94043, USA) angeboten wird, zur Analyse der Websitebenutzung durch Nutzer. Der Dienst verwendet 'Cookies' - Textdateien, welche auf Ihrem Endgerät gespeichert werden. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen