EU Zulassung von Pembrolizumab bei NSCLC

20. Oktober 2016 | Kategorie: Substanzen

 

Haematologie-info  

Europäische Kommission erteilt KEYTRUDA® (Pembrolizumab) die Zulassung zur Behandlung des zuvor therapierten fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms mit PD-L1 exprimierenden Tumoren

Zulassung basiert auf Studienergebnissen, die bei vorbehandelten Patienten eine Verlängerung des Gesamtüberlebens gegenüber Chemotherapie zeigten

MSD hat am 02. August 2016 bekannt gegeben, dass die Europäische Kommission die Zulassung für Pembrolizumab (KEYTRUDA®), den Anti-PD-1 (Programmed Cell Death 1 Protein)-Inhibitor in der Dosierung von 2 mg/kg Körpergewicht (KG) alle 3 Wochen für die Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC, Non Small Cell Lung Cancer) mit PD-L1 (Programmed Cell Death-Ligand 1) exprimierenden Tumoren nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen erteilt hat. Patienten mit EGFRA- oder ALKB-positiven Tumormutationen sollten bereits eine für diese Mutation zugelassene Therapie erhalten haben, bevor eine Behandlung mit Pembrolizumab begonnen wird. Die Europäische Kommission hat die Marktzulassung für KEYTRUDA® in allen 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union erteilt.
Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der KEYNOTE-010-Studie, in der Pembrolizumab im Vergleich zur Standard-Chemotherapie eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS, Overall Survival) erzielt hat.

„Das fortgeschrittene nicht-kleinzellige Lungenkarzinom ist einer der häufigsten und zugleich aggressivsten Tumorarten. Diese Zulassung markiert einen bedeutenden Meilenstein für die Therapie von Patienten in Europa“, erläuterte Dr. Roger Dansey, Senior Vice President und Therapeutic Area Head, Oncology Late-Stage Development, Merck Research Laboratories von Merck & Co., Inc., Kenilworth, USA, in Deutschland bekannt als MSD SHARP & DOHME GMBH. „In der zulassungsrelevanten Studie KEYNOTE-010 erzielte Pembrolizumab bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit PD-L1 exprimierenden Tumoren, deren Erkrankung unter der Erstlinientherapie progredient gewesen ist, eine Verlängerung des Gesamtüberlebens im Vergleich zu Patienten, die mit einer traditionellen Chemotherapie behandelt wurden.

“Der Überlebensvorteil von Pembrolizumab bei vorbehandelten Patienten mit positiver PD-L1-Tumorexpression ist vielversprechend“, erklärte Prof. Dr. Martin Reck, LungenClinic Großhansdorf. „Für die Therapie von Patienten mit zuvor behandeltem fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom mit PD-L1 exprimierenden Tumoren, besteht ein hoher medizinischer Bedarf. Mit der aktuellen Zulassung verfügen wir nun über eine neue, personalisierte Behandlungsoption, die sich auf einen Biomarkertest zur Identifizierung der Patienten stützt, die am wahrscheinlichsten von dieser Therapie profitieren,“ sagte Prof. Dr. Reinhard Büttner, Institut für Pathologie, Uniklinik Köln.

KEYNOTE-010
KEYNOTE-010 ist eine weltweite, unverblindete, randomisierte, zulassungsrelevante Phase-II/III-Studie, die Pembrolizumab in zwei Dosierungen (2 mg/kg KG oder 10 mg/kg* KG alle drei Wochen) mit dem chemotherapeutischen Standard Docetaxel (75 mg/m2 alle drei Wochen) vergleicht. Insgesamt wurden 1.033 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC mit und ohne Plattenepithel-Histologie sowie positiver PD-L1-Tumorexpression untersucht, die eine Tumorprogression nach einer Platin-haltigen systemischen Chemotherapie aufgewiesen haben.
Die primären Endpunkte waren das OS und das progressionsfreie Überleben (PFS, Progression Free Survival). Diese wurden bei Patienten mit positiver PD-L1-Tumorexpression von ≥ 1 % (definiert als Tumor Proportion Score, TPSC) untersucht sowie bei Patienten, deren Tumoren eine hohe PD-L1-Tumorexpression (TPS ≥ 50 %) aufwiesen.
Im gesamten Studienkollektiv (Patienten mit positiver PD L1 Tumorexpression, TPS ≥ 1%) zeigten beide Dosierungen von Pembrolizumab im Vergleich zu Docetaxel eine signifikante Verlängerung des OS. Insbesondere zeigte sich unter Pembrolizumab in der Dosierung 2 mg/kg KG eine Verbesserung des OS um 29 % (HR: 0,71; p<0,001; 95 %-KI: 0,58-0,88) und um 39 % in der Dosierung 10 mg/kg* KG (HR: 0,61; p<0,001; 95 %-KI: 0,49-0,75) verglichen mit Docetaxel. Das mediane OS betrug 10,4 Monate (95 %-KI: 9,4-11,9) bzw. 12,7 Monate (95 %-KI: 10,0-17,3) unter Pembrolizumab verglichen mit 8,5 Monaten unter Docetaxel (95 %-KI: 7,5-9,8). Bei Patienten, deren Tumoren eine hohe PD-L1-Tumorexpression aufwiesen (TPS ≥ 50 %), zeigte sich unter beiden Pembrolizumab-Dosierungen eine signifikante Verlängerung des OS im Vergleich zu Docetaxel. Insbesondere verbesserte sich unter Pembrolizumab das OS in der Dosierung 2 mg/kg KG um 46 % (HR:0,54, p<0,001; 95 %-KI: 0,38-0,77) und in der Dosierung 10 mg/kg* KG um 50 % (HR:0,50, p<0,001; 95 %-KI: 0,36-0,70) verglichen mit Docetaxel. Das mediane OS betrug unter Pembrolizumab (2 mg/kg KG bzw. 10 mg/kg* KG) 14,9 Monate (95 %-KI: 10,4-NRD) bzw. 17,3 Monate (95 %-KI: 11,8-NRD) im Vergleich zu 8,2 Monaten unter Docetaxel (95 %-KI: 6,4-10,7). Im gesamten Studienkollektiv (Patienten mit positiver PD L1 Tumorexpression, TPS ≥ 1 %) betrug das mediane PFS bei den mit Pembrolizumab (2 mg/kg KG bzw. 10 mg/kg* KG) behandelten Patienten 3,9 Monate (95 %-KI: 3,1-4,1) bzw. 4,0 Monate (95 %-KI: 2,6-4,3) verglichen mit 4,0 Monaten unter Docetaxel (95 %-KI: 3,1-4,2). Pembrolizumab reduzierte numerisch das Risiko für Tumorprogression oder Tod (PFS) im gesamten Studienkollektiv in beiden Dosierungen (HR: 0,88 [95-KI: 0,73-1,04] für 2 mg/kg KG; HR: 0,79 [95-KI: 0,66-0,94] für 10 mg/kg* KG). Die Ergebnisse für das PFS waren im gesamten Studienkollektiv (TPS ≥ 1 %) für beide Pembrolizumab-Dosierungen nicht signifikant. Patienten mit hoher PD-L1-Tumorexpression (TPS ≥ 50 %) zeigten unter Pembrolizumab eine signifikante Verlängerung des PFS im Vergleich zu Docetaxel (HR:0,58 [95 %-KI: 0,43-0,77, p<0,001] für 2 mg/kg KG; HR: 0,59 [95 %-KI: 0,45-0,78, p<0,001] für 10 mg/kg* KG). Das mediane PFS, der mit Pembrolizumab (2 mg/kg KG bzw. 10 mg/kg* KG) behandelten Patienten, betrug 5,2 Monate (95 %-KI: 4,0-6,5) bzw. 5,2 Monate (95 %-KI: 4,1-8,1) verglichen mit 4,1 Monaten unter Docetaxel (95 %-KI: 3,6-4,3). Die Sicherheitsanalyse, die der europäische Zulassung für Pembrolizmab zugrunde liegt, basiert auf den kombinierten Daten von 2.799 Patienten mit fortgeschrittenem Melanom oder NSCLC über drei Dosierungen (2 mg/kg KG alle drei Wochen oder 10 mg/kg* KG alle zwei oder drei Wochen) aus den Studien KEYNOTE-001, KEYNOTE-002 und KEYNOTE-010. Die häufigsten Nebenwirkungen (> 10 %) unter Pembrolizumab waren Müdigkeit/Erschöpfung (24 %), Hautausschlag (19 %), Pruritus (18 %), Diarrhö (12 %), Übelkeit (11 %) und Arthralgie (10 %). Die Mehrheit der berichteten Nebenwirkungen waren vom Schweregrad 1 oder 2. Die schwersten Nebenwirkungen waren immunvermittelte Nebenwirkungen und schwere infusionsbedingte Reaktionen.

„Wir freuen uns sehr, dass uns in der Europäischen Union ab sofort eine neue Therapieoption für bestimmte Patienten mit nicht-kleinzelligem fortgeschrittenem Lungenkarzinom mit PD-L1 exprimierenden Tumoren zur Verfügung steht, die zuvor nicht auf eine Chemotherapie angesprochen haben“, sagte Stefania Vallone, Präsidentin, Lung Cancer Europe. „Das Lungenkarzinom ist nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Diese Zulassung, die einen Meilenstein darstellt, unterstreicht die Relevanz und unser Engagement, weiterhin innovative Therapien zu entwickeln, damit betroffene Patienten davon profitieren können.“

Das Lungenkarzinom
Das Lungenkarzinom entwickelt sich im Lungengewebe – häufig ausgehend von den Zellen der Bronchien – und stellt weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache dar. Jedes Jahr sterben mehr Menschen an einem Lungenkarzinom als an Darm-, Brust-, und Prostatakrebs zusammen. Die beiden Hauptarten sind das nicht kleinzellige Lungenkarzinom (non small cell lung cancer, NSCLC) und das kleinzellige Lungenkarzinom (small cell lung cancer, SCLC). Das NSCLC stellt mit ca. 85 % aller Fälle die häufigste Art des Lungenkarzinoms dar. Die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Patienten mit einem stark fortgeschrittenen, metastasierenden Lungenkarzinom (Stadium IV) wird auf 2 % geschätzt.

Pembrolizumab (KEYTRUDA®)
Pembrolizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der die Fähigkeit des Immunsystems verstärkt, Tumorzellen zu entdecken und zu bekämpfen. Pembrolizumab blockiert die Wechselwirkung zwischen PD-1 und dessen Liganden PD-L1 und PD-L2 und aktiviert so die T-Lymphozyten, wodurch sowohl Tumorzellen als auch gesunde Zellen angegriffen werden können.
Pembrolizumab ist in Deutschland als Monotherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Erwachsenen zugelassen.
Pembrolizumab ist in Deutschland zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen angezeigt. Patienten mit EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen sollten vor der Therapie mit Pembrolizumab bereits eine für diese Mutationen zugelassene Therapie erhalten haben.
Pembrolizumab wird in einer Dosierung von 2 mg/kg Körpergewicht alle drei Wochen als 30-minütige intravenöse Infusion angewendet.

Das klinische Forschungsprogramm zu Pembrolizumab
Mit über 300 klinischen Studien bei mehr als 30 Tumorarten treibt MSD ein umfassendes und rasch wachsendes klinisches Entwicklungsprogramm zu Pembrolizumab sowohl als Monotherapie als auch in mehr als 100 der Studien in Kombination mit anderen antineoplastischen Therapien voran. Zulassungsrelevante Studien mit Pembrolizumab rekrutieren derzeit Patienten mit malignem Melanom, nicht‑kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), Kopf-Hals-Karzinom, Harnblasenkarzinom, Magenkarzinom, Kolonkarzinom, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Hodgkin-Lymphom, multiplem Myelom und anderen Tumoren.
Weitere Studien zu anderen Krebsarten sind in Planung.

Wir machen aus Visionen Realität
MSD Immunonkologie hat es sich zur Aufgabe gemacht, wissenschaftliche Innovationen umzusetzen und Menschen mit Krebs zu helfen, indem wir Patienten den Zugang zu unseren Krebsmedikamenten ermöglichen und die Forschung in der Immunonkologie vorantreiben. So können wir Menschen mit Krebs neue Hoffnung geben.
Weitere Informationen zu unseren klinischen Prüfungen im Bereich Onkologie finden Sie im Internet unter www.msd-immunonkologie.de/.

Über MSD:
MSD ist ein internationales Gesundheitsunternehmen mit zwei Namen: In den USA und Kanada sind wir Merck & Co., Inc., mit Sitz in Kenilworth, NJ, USA. Im Rest der Welt kennt man uns als MSD. Gemessen am Umsatz ist MSD der fünftgrößte Arzneimittelhersteller weltweit (2015 Financial Times Global 500 List).
Seit 125 Jahren entwickeln die Mitarbeiter von MSD neue Lösungen für einige der wichtigsten Gesundheitsprobleme weltweit. Dabei setzen wir auf zwei Säulen: im Kerngeschäft erforschen, entwickeln, produzieren und vertreiben wir verschreibungspflichtige Arzneimittel, Impfstoffe, Biologika und Präparate für die Tiergesundheit. Darüber hinaus bieten wir mit vielfältigen Corporate Responsibility-Programmen Lösungen für Gesundheitsprobleme in aller Welt. So schafft MSD kontinuierlich einen wirtschaftlichen und einen gesellschaftlichen Mehrwert. In Deutschland hat die Unternehmensgruppe ihren Hauptsitz in Haar bei München.

MSD ist erreichbar unter Tel: 0800 673 673 673; Fax: 0800 673 673 329; E-Mail: infocenter@msd.de; Internet: www.msd.de; Twitter: @MSD_Deutschland

A EGFR: epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor (epidermal growth factor receptor).

B ALK: anaplastische Lymphomkinase (anaplastic lymphoma kinase).

C TPS: Tumor Proportion Score, prozentualer Anteil PD-L1-positiver Tumorzellen einer Gewebeprobe, basierend auf dem PD-L1 IHC 22C3 pharmDxTM Kit.

D NR: not reached.
*Die empfohlene Dosis gemäß Fachinformation beträgt 2 mg/kg Körpergewicht alle drei Wochen.

Quelle: MSD


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