First-Line-Therapie beim mCRC: Avastin® und Chemotherapie wirksamer als Chemotherapie allein

9. Juli 2018 | Kategorie: Substanzen

Die First-Line-Therapie mit Avastin (Bevacizumab) und Chemotherapie ist alleiniger Chemotherapie unabhängig von der primären Tumorlokalisation beim metastasierten kolorektalen Karzinom (mCRC) überlegen. Dies bestätigen aktuelle Ergebnisse einer gepoolten Auswertung1 der beiden Zulassungsstudien AVF2107g 2 und NO169663, die beim Gastrointestinal Cancers Symposium 2018 der American Society of Clinical Oncology (ASCO-GI) in San Francisco vorgestellt wurden. Dies vervollständigt die breite Evidenz zum Einsatz von Avastin in Abhängigkeit der primären Tumorlokalisation. Aus früheren Analysen ist bereits bekannt, dass die Gabe von Avastin und Chemotherapie bei rechtsseitigen RAS-Wild-typ(RAS-WT)-Tumoren einer Kombination aus Cetuximab und Chemotherapie in Bezug auf das Gesamtüberleben (OS) numerisch überlegen ist4,5,6,7.

Die gepoolte Auswertung der AVF2107g2 und NO169663 Studien zeigt signifikante Vorteile in Bezug auf das progressionsfreie Überleben (PFS) für die mit Avastin/Chemotherapie behandelten Patienten gegenüber denjenigen, die nur eine Chemotherapie erhalten hatten. Patienten mit dem Primarius im rechten Kolon profitierten in vergleichbarem Umfang (HR=0,75; 95%-KI: 0,61-0,93; p=0,008) wie Patienten mit Primärtumor im linken Teil des Darms (HR: 0,76; 95 %-KI: 0,67-0,86; p<0,001). Hinsichtlich des OS zeigte die Analyse einen 2,7-monatigen Vorteil zugunsten des Regimes aus Avastin und Chemotherapie gegenüber der rein zytostatischen Behandlung. Das mediane OS war sowohl bei rechtsseitigem Primarius (HR=0,82; 95%-KI: 0,65-1,03; p=0,085) als auch bei linksseitigem Primarius größer (HR=0,85; 95%-KI: 0,74-0,98; p=0,028). Insgesamt wurden Daten von 1.590 Patienten ausgewertet (27% rechtsseitige und 73% linksseitige Tumoren).
Umfassende Datenbasis zur Bedeutung der primären Tumorlokalisation

Die aktuellen Daten der retrospektiven explorativen Subgruppenauswertung der randomisierten Phase-III-Studien zeigen, dass die Angiogenesehemmung mit Avastin unabhängig von der Tumorlokalisation gegenüber alleiniger Chemotherapie wirksam ist. Gleichzeitig ist die Lage des Primarius ein wichtiger prognostischer und prädiktiver Faktor für die Antikörperwahl beim metastasierten CRC, wie seit dem europäischen Krebskongress (ESMO) 2016 verschiedene retrospektive Studienauswertungen übereinstimmend belegen4,5,6,7. Im Oktober 2016 wurde daraufhin ein aktualisiertes Statement der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) publiziert, wonach Patienten mit RAS-WT-Tumoren und linksseitiger Tumorlokalisation (linke Flexur bis Rektum) eine Kombination aus Anti-EGFR-Antikörper und Kombinationschemotherapie erhalten sollten. Bei rechtsseitigem Primärtumor hingegen (Caecum bis zur Milzflexur) wird eine Avastin-haltige Kombinationstherapie empfohlen8.

Referenzen

1. Loupakis F et al., J Clin Oncol 2018; 36 (Suppl 45), Abstract 726
2. Hurwitz H et al., N Engl J Med 2004; 350: 2335-42
3. Saltz L et al., J Clin Oncol 2008; 26: 2013-9
4. Lenz HJ et al., ESMO Special Symposium, Kopenhagen, Dänemark, 10.10.2016
5. Peeters M et al., ESMO Special Symposium, Kopenhagen, Dänemark, 10.10.2016
6. Heinemann V et al., ESMO Special Symposium, Kopenhagen, Dänemark, 10.10.2016
7. Van Cutsem E et al., ESMO Special Symposium, Kopenhagen, Dänemark, 10.10.2016
8. Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO), Erstlinientherapie bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom ohne Nachweis einer RAS Mutation unter Berücksichtigung der primären Tumorlokalisation, Statement, Update 31.10.2016

Quelle: Roche


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