GeparSepto-Studie: Verlängertes DFS mit nab-Paclitaxel

3. September 2018 | Kategorie: Im Focus

Kommentar von Studienleiter Prof. Dr. Michael Untch, Berlin, zu den auf dem SABCS vorgestellten Daten der GeparSepto-Studie (1) mit einem medianen Follow-up von 49 Monaten.

„In der GeparSepto-Studie haben wir 1.200 Patientinnen prospektiv randomisiert mit einer neoadjuvanten Chemotherapie behandelt. Sie erhielten entweder den bisherigen Standard konventionelles Lösungsmittel-haltiges Paclitaxel wöchentlich oder das an Albumin gebundene nab-Paclitaxel über 12 Wochen, gefolgt von 4 Zyklen Epirubicin/Cyclophosphamid (EC). Das primäre Studienziel war der Vergleich der pathologischen Komplettremissionsrate (pCR). Diese Daten haben wir 2015 in San Antonio vorgestellt: Sie zeigten die deutliche Verbesserung bei allen Patientinnen durch nab-Paclitaxel. Vor allem bei Patientinnen mit hoch aggressivem, triple-negativem Mammakarzinom konnte nahezu eine Verdoppelung der pCR-Rate erzielt werden, diese Daten haben wir Anfang 2017 in Lancet Oncology publiziert. In San Antonio präsentierte Andreas Schneeweiss, Heidelberg, die Follow-up-Daten. Nach median 4 Jahren leben im nab-Paclitaxel-Arm 90% der Patientinnen. Das ist ein phantastisches Ergebnis für dieses Hochrisiko-Kollektiv. In die Studie wurden 20% triple-negative Patientinnen, 20% HER2-positive Patientinnen sowie Patientinnen mit befallenen Lymphknoten bzw. mit großen Tumoren und Patientinnen mit hohem Ki-67 aufgenommen – über 80% der Frauen hatten einen Tumor mit einem Ki-67 > 20%. Was wir klar zeigen konnten, war folgendes: Die neue Formulierung nab-Paclitaxel ist dem herkömmlichen, Lösungsmittel-haltigen Paclitaxel überlegen in Bezug auf das rezidivfreie Überleben mit einem absoluten Benefit von 10% nach 4 Jahren. Das ist klinisch bedeutend. Die Hazard Ratio beträgt 0,68 – d.h. wir sprechen von einer mehr als 30%igen relativen Risikoreduktion für Rezidive und Metastasen durch nab-Paclitaxel. Interessanterweise haben wir bei dieser Studie nicht nur eine deutliche Erhöhung der pCR-Rate festgestellt, sondern auch gesehen, dass Patientinnen, die in der Brust und/oder in den Lymphknoten noch residuale Tumorzellen hatten, von nab-Paclitaxel ebenfalls signifikant profitiert haben. Auch diese Patientinnen hatten weniger Rezidive und Metastasen. Für diesen biologischen Effekt haben wir bisher noch keine richtige Erklärung. Entweder sensibilisiert nab-Paclitaxel die Tumorzellen für eine spätere endokrine Therapie – es waren im wesentlichen Hormonrezeptor-positive Patientinnen – oder die Substanz hat einen Effekt auf das Tumor-Environment, also auf die Tumor-infiltrierenden Lymphozyten, die dann den Tumor und Mikrometastasen im Körper besser bekämpfen können.

Bei den unerwünschten Wirkungen muss man auf die periphere Neuropathie (PNP) besonders achten. Es ist ein bekanntes Phänomen, dass die Taxane, besonders bei wöchentlicher Gabe, eine höhere PNP-Rate verursachen. Die schwerwiegenden Neuropathien im Bereich von 8% sind sicherlich nicht unbedeutend. Wir beobachten diese Patientinnen auch im Jahr 2018 weiter, um zu sehen, ob sich – hoffentlich – ein Teil dieser Patientinnen von der PNP erholt hat. Nach wie vor suchen wir nach Mitteln, um die PNP zu vermeiden, zu vermindern oder zu behandeln, dies machen wir schon viele Jahre gemeinsam mit der ASORS. Es gibt mittlerweile Ansätze mit gekühlten Handschuhen und Socken, Akupunktur, Bewegungsprogramme, Salben und vieles mehr. Wir hoffen, damit den Prozentsatz der Patientinnen, die unter diesen schon sehr beeinträchtigenden Symptomen leiden, möglichst klein halten zu können. Was vor allem zählt: GeparSepto ist eine positive Studie mit einem deutlichen Benefit für die Frauen durch nab-Paclitaxel in Bezug auf das Auftreten von Rezidiven und Metastasen. Das war sicherlich eines der Highlights von San Antonio 2017.“

Quelle: Journal Onkologie


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