Hautkrebs: Therapieoptionen in fortgeschrittenen Stadien

6. Mai 2019 | Kategorie: Krebserkrankungen

Aktuelle Statistiken des Robert Koch Institutes zeigen, dass die Neuerkrankungszahlen von Hautkrebs in Deutschland jährlich weiter ansteigen. Dies gilt sowohl für das maligne Melanom als auch für das Plattenepithel- und das Basalzellkarzinom. Dennoch bleibt die Mortalitätsrate beim malignen Melanom der Haut stabil. Beim hellen Hautkrebs ist die Sterblichkeit sogar gesunken. Beides ist ein Indiz dafür, dass die Hauttumoren frühzeitiger und damit in einem prognostisch günstigeren Stadium entdeckt werden. Zudem konnten insbesondere beim schwarzen Hautkrebs, aber auch beim hellen Hautkrebs, in den vergangenen 2 Jahren weitere therapeutische Fortschritte erzielt werden.

Neue Therapiestrategien bei malignem Melanom

Zu den wichtigsten Neuerungen in der Therapie von schwarzem Hautkrebs zählt die Zulassung neuer adjuvanter Therapiestrategien bei einem fortgeschrittenen Melanom. Adjuvante Therapien erfolgen im Anschluss an die operative Entfernung des Primärtumors und sämtlicher Metastasen. Dies bezieht sich vor allem auf die Tumorstadien III und IV. In diesen Stadien hat der Patient zwar keine messbaren Metastasen mehr, aber ein extrem hohes Risiko auf ein Rezidiv. Um ein Rezidiv zu vermeiden, wurden 2 unterschiedliche Therapieprinzipien zugelassen und in den Kliniken begonnen: Zum einen die Behandlung mit einem Antikörper gegen das PD1-Molekül, der das körpereigene Immunsystem gegen den Tumor mobilisiert. „Unsere dermatologischen Studien zeigen hier eine 50-%ige Senkung des Rückfallrisikos bei unseren Patientinnen und Patienten“, resümiert Prof. Dr. med. Alexander Enk.

Antagonisten reparieren Melanome

Eine weitere Therapiestrategie ist der Einsatz von MEK/BRAF-Antagonisten bei bestimmten Mutationsmustern im Melanom. Über eine molekulare Testung muss zunächst festgestellt werden, ob beim Patienten eine entsprechende Mutation vorliegt. Die Antagonisten reparieren quasi diese Mutationen. Auch hier wird das Rückfallrisiko der Patienten erheblich gesenkt. Die Behandlung kann in Tablettenform erfolgen. Beide Therapiestrategien sind ausgesprochen wirksam und stellen einen weiteren therapeutischen Durchbruch bei der Behandlung von Patienten mit einem malignen Melanom dar. Eine Weiterentwicklung dieser adjuvanten Therapiestrategien sind die neoadjuvanten Strategien. Sie befinden sich derzeit in klinischen Tests.

Antikörper gegen Hautkrebs

Neoadjuvante Strategien kommen in fortgeschrittenen Tumorstadien zum Einsatz. Hierbei wird ein Patient zunächst medikamentös mit den Antikörpern gegen das PD1-Molekül und das CTLA4-Molekül behandelt. Erst im Nachgang werden die gegebenenfalls noch vorhandenen Restbefunde des Tumors operativ entfernt. Diese Behandlungsstrategie hat sich als günstiger erwiesen. Denn sie wartet nach einer operativen Tumorbehandlung nicht erst die Weiterentwicklung des Tumors oder die Bildung von Metastasen ab.

Innovative Therapien im fortgeschrittenen Tumorstadium

Vor allem für das Stadium IV sind derzeit weitere moderne Therapien insbesondere im Sinne der neuen Antikörper-Therapien, beispielsweise anti-LAG3, an den großen deutschen Hauttumorzentren in der klinischen Prüfung.

Neue Perspektiven für die Risikogruppe der Outdoorworker

Nach der Anerkennung des Plattenepithelkarzinoms als Berufskrankheit bei Outdoorworkern werden zunehmend Krankheitskosten durch die Berufsgenossenschaften übernommen. Für die Behandlung stehen inzwischen neue Therapiemöglichkeiten auch für die metastasierten Stadien des Plattenepithelkarzinoms zur Verfügung. Ähnlich wie beim Melanom basieren die Therapien auf Antikörperstrategien (PD1, PDL1). Sie sollen das körpereigene Immunsystem gegen die Tumorzellen mobilisieren und damit helfen, auch metastasierte Tumoren zur Abheilung oder unter Kontrolle zu bringen. Diese neuen Therapieansätze werden derzeit in klinischen Studien weiter überprüft. „Wir rechnen mit einer baldigen Zulassung einiger dieser Antikörper für die Behandlung des metastasierten Plattenepithelkarzinoms“, hofft Enk.

Quelle: Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)


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