„HPV Awareness Day“ am 4. März – Impfung schützt Frauen und Männer

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Der „International HPV Awareness Day“ am 4. März will das Bewusstsein für das Krebsrisiko durch Humane Papillomviren (HPV) und für Präventionsmaßnahmen stärken. Eine Impfung kann vor einer Infektion mit den wichtigsten krebsverursachenden HPV-Typen schützen – und damit der Entwicklung von Krebs vorbeugen. Das gilt für beide Geschlechter, denn auch Männer können an Krebsarten erkranken, die durch die Viren ausgelöst werden. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum weisen nun erneut darauf hin: Für einen guten Schutz aller gilt es jedoch, die Impfquote deutlich zu steigern.

Humane Papillomviren (HPV) sind weit verbreitet und infizieren sowohl Frauen als auch Männer, oftmals bereits beim ersten Sexualkontakt. Fast jeder Mensch infiziert sich irgendwann im Laufe seines Lebens mit den Viren – wobei die Infektion meist unerkannt verläuft und von selbst wieder abklingt. 12 der mehr als 200 bislang bekannten HPV-Typen werden jedoch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend eingestuft. Alleine für Deutschland gehen Fachleute davon aus, dass jährlich etwa 7.000 Menschen an HPV-bedingtem Krebs erkranken – allem voran an Gebärmutterhalskrebs. Doch die Viren können auch Krebserkrankungen in Mund- und Rachenraum, im Darmausgang sowie im männlichen Genitalbereich auslösen. Gefährdet sind daher beide Geschlechter.

Der „International HPV Awareness Day“, der seit 2018 am 4. März begangen wird, hat zum Ziel, das Bewusstsein für das Krebsrisiko durch HPV zu stärken und auf Präventionsmaßnahmen aufmerksam zu machen. Denn viele der HPV-bedingten Krebsfälle lassen sich höchstwahrscheinlich durch eine HPV-Impfung verhindern.

„Die HPV-Impfung ist das zentrale Element zum Schutz vor HPV-induzierten Tumoren“, betont Michael Baumann, Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). „Das DKFZ rät daher dringend: Lassen Sie Ihre Töchter und Ihre Söhne impfen, um sie vor diesen vermeidbaren Krebserkrankungen zu schützen.“ Bereits seit 2007 sieht die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen vor. Seit 2018 gilt die Empfehlung für Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Impfung beider Geschlechter soll nicht nur Mädchen und Frauen vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Sie schützt auch die Jungen selbst vor HPV-induzierten Krebsarten.

Noch allerdings ist die Impfquote in Deutschland nicht ausreichend für einen flächendeckenden Schutz. Dieser ist erst ab einer Impfquote von mindestens 70 Prozent gegeben. „Deutschland war unter den Vorreitern, als es darum ging, die Impfung einzuführen“, sagt Nobila Ouédraogo, Experte für Öffentliche Gesundheit am DKFZ. „Bei den Impfquoten hinkt Deutschland im internationalen Vergleich jedoch weit hinterher.“ Das gilt insbesondere für den Süden der Republik. Während in den neuen Bundesländern bei den 15-jährigen Mädchen gute Quoten von rund 60 Prozent erreicht werden, sind es in Bayern und Baden-Württemberg gerade mal 35 Prozent. Zum Vergleich: Die skandinavischen Länder und Australien vermelden Impfquoten von 80 bis 90 Prozent. Tatsächlich belegen Studien, dass in Australien seit der Einführung des Impfprogramms deutlichen weniger Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert werden.

„Die Impfstoffe, die derzeit auf dem Markt sind, gelten als sicher und gut verträglich“, sagt Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum. „Versäumte Impfungen können bis zum 18. Geburtstag noch nachgeholt werden. Und auch wenn bereits Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, kann die Impfung noch sinnvoll sein.“ Einen hundertprozentigen Schutz gebe es zwar nicht, aber jeder könne etwas tun, um Krebs zu verhindern. „Wer Fragen zur HPV-Schutzimpfung hat, kann sich gerne an uns wenden“, so Weg-Remers. Der KID ist unter der kostenfreien Nummer 0800 – 420 30 40 täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr erreichbar.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)


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