Nab-Paclitaxel + Gemcitabin beim lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinom: Erste Zwischenergebnisse

30. Juli 2018 | Kategorie: Im Focus

Die Behandlungsmöglichkeiten des Pankreaskarzinoms sind bis heute limitiert. Paclitaxel, welches an Albumin-Nanopartikel gebunden ist (nab-P), ist aufgrund der positiven Ergebnisse einer Phase-3-Studie (MPACT) in Kombination mit Gemcitabin für die Therapie des metastasierten Pankreaskarzinoms zugelassen. Die multizentrische, prospektive LAPACT-Phase 2 Studie überprüfte, ob sich die Kombinationstherapie aus nab-P und Gemcitabin auch bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Pankreaskarzinom (LAPC) anwenden lässt [1]. Die Autoren stellten erste Zwischenergebnisse auf dem ESMO 2017 vor.

Das Pankreaskarzinom zählt immer noch zu Tumoren mit besonders schlechter Prognose. Tumoren, die in der Bildgebung noch nicht fernmetastasiert sind, aber zentrale Gefäßstrukturen oder benachbarte Organe infiltrieren und somit eine primäre Resektion nicht möglich erscheinen lassen, werden als LAPC bezeichnet.

Das klinische Management von LAPC bleibt eine Herausforderung. Erstens kann die Bildgebung eine borderline/potentielle Resektabilität nicht ausreichend genau vorhersagen. Zweitens korrelieren klassische Ansprechkriterien für eine Chemotherapie wie WHO oder RECIST bei Primärtumoren aufgrund des hohen Stromaanteils nicht mit der tatsächlichen antitumoralen Aktivität. Drittens weisen die meisten LAPC bereits systemische Mikrometastasen auf, obwohl diese in der Bildgebung noch nicht nachweisbar sind. Momentan versucht man, durch aktive Induktions-Chemotherapien wie FOLFIRINOX (Fluorouracil, Leucovorin, Irinotecan und Oxaliplatin) oder Gemcitabin /nab-Paclitaxel borderline Karzinome und LAPC sekundär resektabel zu machen und damit Möglichwerise die Prognose der Patienten zu verbessern.

Nab-Paclitaxel (nab-P) in Kombination mit Gemcitabin (G) ist eine Standardbehandlung von Patienten mit metastasierten Pankreaskarzinomen [2]. Die LAPACT Studie testet, ob die Kombinationsbehandlung aus nab-P plus G auch in LAPC-Patienten wirksam ist. Erste Zwischenergebnisse wurden auf dem ESMO 2017 vorgestellt.
Studiendesign: nab-P + G-Therapie in LAPC-Patienten

Die internationale, multizentrische, prospektive Phase 2-Studie LAPACT (NCT02301143) schloss Patienten mit nicht-reserzierbarem LAPC ohne Metastasen und ECOG-Performance-Status ≤ 1 ein. Während der Induktion erhielten insgesamt 101 Teilnehmer nab-P i.v. in einer Konzentration von 125 mg/m2 plus Gemcitabin in einer Konzentration von 1000 mg/m2 an den Tagen eins, acht und 15 eines jeden Zyklus für maximal sechs Zyklen (ein Zyklus = 28 Tage).

Das mittlere Alter der Patienten war 65 Jahre (Range 42-85 Jahre), die mediane Zeit von der Primärdiagnose bis zur ersten Dosis-Gabe war 27 Tage.

Nach Induktion wurden Patienten, bei denen die Krankheit nicht fortgeschritten war oder die keine inakzeptablen unerwünschten Ereignisse aufwiesen, weiter therapiert. Dabei standen drei Möglichkeiten zur Auswahl: Die weitere Behandlung mit nab-P + G, eine Radiochemotherapie (CRT) oder eine Operation. Der chirurgische Eingriff konnte dabei auch schon vor der Vervollständigung der sechs Zyklen stattfinden, falls der behandelnde Arzt Bedenken an einem ausreichenden Ansprechen hatte.

Der primäre Endpunkt war die Zeit bis zum Behandlungsversagen (TTF). Als sekundärer Endpunkt wurde die Krankheitskontrollrate (DCR, definiert als das Auftreten eines kompletten Ansprechens, eines partiellen Ansprechens und einer stabilen Erkrankung, ≥ 16 Wochen) in Patienten, die die Induktion abschlossen und mehr als eine Nach-Baseline-Untersuchung aufwiesen, definiert.
Vielversprechende Krankheitskontrollrate

Die Patienten erhielten im Median fünf Zyklen von nab-P plus G (Range einer bis sechs Zyklen). Insgesamt 60 Patienten (59%) schlossen die Induktionstherapie ab. Unter den 93 evaluierten Teilnehmern lag die DCR bei 82% (76/93; PR, n = 33; SD ≥ 16 Wochen, n = 43). Bei zwölf Patienten war die Krankheit stabil.
Fazit

Die DCR von 82% und die PR von 35% für die Therapie von LAPC-Patienten mit nab-P plus G ist vielversprechend. Zudem gab es keine neuen Sicherheitsrisiken im Vergleich zu vorangegangenen Studien. Die Zwischenergebnisse lassen vermuten, dass die Behandlung mit nab-P plus G für Patienten mit LAPC geeignet ist.

Quelle: Krebsgesellschaft – In Zusammenarbeit mit Prof. Michael Geißler, Esslingen


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