Neuartige Krebsimmuntherapie von Roche in der EU zugelassen

26. Oktober 2017 | Kategorie: Pharmaindustrie

Innovative Behandlungsoption für Patienten mit fortgeschrittenem Lungen- und Blasenkrebs

Roche: In der Behandlung von Krebs wird aktuell kaum ein Thema so heiß diskutiert wie die Krebsimmuntherapie. Denn die Idee klingt so einfach wie auch vielversprechend: Ziel ist es, das körpereigene Immunsystem gegen den Krebs zu aktiveren. Bereits im vergangenen Jahr wurde in den USA mit Tecentriq® (Atezolizumab) ein sogenannter Checkpoint-Inhibitor mit einem neuartigen Wirkprinzip zur Behandlung spezieller Formen von Lungen- und Blasenkrebs im fortgeschrittenen Stadium zugelassen. Ab sofort ist Tecentriq® in diesen Indikationen auch in der Europäischen Union (EU) verfügbar. Für Roche ist dies gleichzeitig die erste EU-Zulassung eines Krebsimmuntherapeutikums überhaupt.

„Die Zulassung von Tecentriq® bringt neue Hoffnung für Patienten mit Lungen- und Blasenkrebs“, so Prof. Dr. Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma AG. „In beiden Indikationen besteht nach wie vor medizinischer Bedarf an effektiven Therapien. Umso mehr freut es uns, dass wir diesen Patienten mit Atezolizumab nun eine neue Therapie anbieten können, die ihr körpereigenes Immunsystem aktiviert und verträglicher als eine Chemotherapie ist.“

Mehr als 4 Monate längeres Überleben bei Lungenkrebs

Daten aus klinischen Studien belegen die Wirksamkeit und Sicherheit von Tecentriq: So lebten bereits vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom in einer Studie im Median rund 4 Monate länger, wenn sie Atezolizumab anstelle einer Chemotherapie erhielten (13,8 vs. 9,6 Monate) – und dies bei deutlich weniger Nebenwirkungen.1 Auch bei fortgeschrittenem Blasenkrebs, bestätigen Studiendaten Tecentriq als wirksame und verträglichere Alternative zur Chemotherapie. So erreichten beispielsweise Patienten, die für eine Cisplatin-haltige Chemotherapie nicht geeignet waren, mit Atezolizumab ein medianes Gesamtüberleben von 15,9 Monaten.2,3,4

Die Bremse des Immunsystems lösen

Unser Immunsystem ist in der Regel dazu in der Lage, entartete Zellen zu erkennen und zu zerstören. Bei manchen Krebsarten geraten die natürlichen Abwehrmechanismen jedoch aus dem Takt. Denn die Krebszellen tarnen sich vor der Immunabwehr, indem sie spezielle Immunabwehrkaskaden außer Kraft setzen. So können sie beispielsweise über das Protein PD-L1 gleich zwei Signalwege (PD-L1/PD-1 und PD-L1/B7.1) aktivieren, die das Immunsystem ausbremsen. Tecentriq ist die erste in der EU zugelassene Substanz bei Lungen- und Blasenkrebs, die gezielt an PD-L1 bindet. Dadurch blockiert der Antikörper beide Signalwege und löst so die Bremse des Immunsystems. Dieses erkennt die Tumorzellen und zerstört sie im Idealfall.
Erste Krebsimmuntherapie von Roche in der EU

Für Roche bedeutet die Zulassung von Tecentriq gleichzeitig den Eintritt in den Markt der Krebsimmuntherapien in der EU. „Das ist ein wichtiger Schritt für Roche und ein enormer Ansporn für uns, weitere Fortschritte in der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich zu erzielen“, so Dr. Stefan Frings, Medizinischer Direktor der Roche Pharma AG. Roche erforscht in der Krebsimmuntherapie aktuell mehr als 20 unterschiedliche Substanzen gegen eine Vielzahl von Krebsarten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Kombinationstherapien. „Wir erforschen aktuell mehr als 50 Kombinationen“, so Frings. „Wir sind überzeugt davon, dass Kombinationen von sich ergänzenden und verstärkenden Wirkstoffen dazu beitragen werden, dass künftig noch mehr Patienten von einer Krebsimmuntherapie profitieren werden.“

Referenzen

1 Rittmeyer A et al., Lancet 2017; 389 (10066): 255-65
2 Balar AV et al., J Clin Oncol 2016; 34 (suppl): Abstract LBA4500
3 Bellmunt J et al., ESMO 2016; Abstract 782PD
4 Powles T et al., EACR-AACR- SIC 2017: Abstract 606

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 (0)7624 / 14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut (https://humanweb.pei.de oder Fax: +49 (0)6103 / 77-1234).

Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation
Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.

Roche weltweit
Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jeder Patientin und jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Roche ist das größte Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement.

Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln, und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es, durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patientinnen und Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 30 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das achte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharma-, Biotechnologie- und Life-Sciences-Branche im Dow Jones Sustainability Index.Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2016 weltweit über 94.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2016 investierte Roche CHF 9,9 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 50,6 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Roche in Deutschland
Roche beschäftigt in Deutschland rund 15.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Das Unternehmen ist an den drei Standorten in Grenzach-Wyhlen (Roche Pharma AG), Mannheim (Roche Diagnostics GmbH, Roche Diabetes Care GmbH sowie Roche Diagnostics Deutschland GmbH und Roche Diabetes Care Deutschland GmbH) und Penzberg (Biotechnologie-Kompetenzzentrum, Roche Diagnostics GmbH) vertreten. Die Schwerpunkte erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics: von Forschung und Entwicklung über Produktion, Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb, wobei jeder Standort neben dem Deutschland-Geschäft auch globale Aufgaben wahrnimmt. Roche bekennt sich klar zu den deutschen Standorten und hat in den letzten fünf Jahren in diese rund 2 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen zu Roche in Deutschland finden Sie unter www.roche.de.

Roche Pharma AG
Die Roche Pharma AG im südbadischen Grenzach-Wyhlen verantwortet mit rund 1.400 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das deutsche Pharmageschäft. Dazu gehören Marketing und Vertrieb von Roche Medikamenten in Deutschland sowie der Austausch mit Wissenschaftlern, Forschern und Ärzten in Praxen und Krankenhäusern. Im Bereich der klinischen Forschung koordiniert der Standort alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland sowie Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte. Für den europäischen Raum erfolgen in Grenzach-Wyhlen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung.

Quelle: Roche


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