Nivolumab als Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab zeigt in der Studie CheckMate -032 gute Ansprech- und Überlebensraten bei Patienten mit rezidiviertem kleinzelligem Lungenkarzinom mit hoher Tumormutationslast

27. Oktober 2017 | Kategorie: Substanzen
  • Die Gesamtansprechrate betrug bei Patienten mit hoher Tumormutationslast unter Nivolumab 21 % und wurde unter Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab mehr als verdoppelt (46 %).
  • Die Gesamtüberlebensrate lag bei Patienten mit hoher Tumormutationslast nach einem Jahr unter Nivolumab bei 35 % und war unter Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab fast doppelt so hoch (62 %).
  • Dies ist der erste Bericht zur Tumormutationslast als möglichen prädiktiven Biomarker für die Kombination zweier immunonkologischer Wirkstoffe.

Bristol-Myers Squibb präsentierte jetzt Daten aus der Phase-I/II-Studie CheckMate -032. In dieser Studie wurden Nivolumab (Opdivo®) und Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (Yervoy®) bei vorbehandelten Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC) untersucht, bei deren Tumoren die Mutationslast (Tumor Mutation Burden, TMB) bestimmt werden konnte. Das primäre Ziel der Studie war die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate, ORR), die durch ein unabhängiges zentrales Bewertungsgremium (BICR) bestätigt wurde. Die Ergebnisse hierzu wurden bereits vorgestellt: In der gepoolten Intent-to-treat (ITT)-Gruppe (n = 401) betrug die ORR 11 % unter einer Monotherapie mit Nivolumab und 22 %

Bei Patienten mit hoher TMB, die Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab erhielten, betrug die ORR 46 %; die ORR lag bei jeweils 16 % bzw. 22 % bei Patienten mit mittlerer bzw. niedriger TMB. Patienten mit hoher TMB, die Nivolumab als Monotherapie erhielten, erreichten eine ORR von 21 %, hier lag die ORR jeweils bei 7 % bzw. 5 % bei Patienten mit mittlerer bzw. niedriger TMB. Von den Patienten mit hoher TMB, die Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab erhielten, waren nach einem Jahr 62 % am Leben und jeweils 20 % bzw. 23 % der Patienten mit mittlerer oder niedriger TMB. Von den Patienten mit hoher TMB, die Nivolumab als Monotherapie erhielten, lebten nach einem Jahr noch 35 % sowie jeweils 26 % bzw. 22 % der Patienten mit mittlerer bzw. niedriger TMB. Im Rahmen dieser Analyse wurden keine neuen Sicherheitsdaten berichtet.

Im Laufe der Zeit häufen sich in Krebszellen Mutationen, die in normalen Körperzellen nicht vorkommen. Die Tumormutationslast ist ein Maß für die Anzahl an Mutationen, die in Tumorzellen auftreten. Diese Art von Biomarker ist möglicherweise geeignet vorherzusagen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Patient auf eine immunonkologische Therapie anspricht.

„Die explorativen TMB-Daten der Studie CheckMate -032 zeigen erstmals das Potenzial, das die Bestimmung der Mutationslast hat, um das Therapieansprechen mancher Patienten auf die Kombination zweier immunonkologischer Wirkstoffe vorherzusagen,“ so Matthew D. Hellmann, M.D., Study Investigator, Memorial Sloan Kettering Cancer Center. „Weitere Untersuchungen sind noch erforderlich, um die Anwendung dieses Markers bei verschiedenen Lungenkarzinomen sowie im Rahmen immunonkologischer Mono- und Kombinationstherapien zu evaluieren.“

Diese Ergebnisse wurden im Rahmen der International Association for the Study of Lung Cancer 18th World Conference on Lung Cancer (WCLC) in Yokohama, Japan, während der Oral Session „Biomarker for Lung Cancer“ präsentiert (Abstract #11063).

Nick Botwood, M.D., Development Lead, Thoracic Cancers, Bristol-Myers Squibb: „Die Auswirkung der TMB auf die Therapieergebnisse zu bewerten, ist ein wichtiger Teil unserer kontinuierlichen Forschung im Bereich der translationalen Medizin. Auf Basis dieser explorativen Daten aus der Studie CheckMate -032 für vorbehandelte kleinzellige Lungenkarzinome und der wachsenden wissenschaftlichen Evidenz für diesen Biomarker, untersuchen wir die TMB weiter. Ziel ist, ihre Relevanz als potenziellen prädiktiven Biomarker für die mögliche Vorhersage des Ansprechens auf immunonkologische Therapien zu erfassen. Wir engagieren uns weiter in unserem laufenden Entwicklungsprogramm für Thoraxkarzinome, das auf die Identifizierung von Patienten ausgerichtet ist, die am wahrscheinlichsten von einer Immuntherapie profitieren können.“

Über CheckMate -032
CheckMate -032 ist eine laufende unverblindete Phase-I/II-Studie zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab als Monotherapie (3 mg/kg Körpergewicht alle zwei Wochen) oder als Kombinationstherapie mit Ipilimumab (Nivolumab 1 mg/kg Körpergewicht plus Ipilimumab 3 mg/kg Körpergewicht alle drei Wochen für vier Zyklen) bei fortgeschrittenen oder metastasierten soliden Tumoren. Alle Patienten wurden bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität behandelt. Die Studie umfasste Patienten mit und ohne PD-L1-Expression. Der primäre Endpunkt war die objektive Ansprechrate (ORR), die durch ein verblindetes unabhängiges zentrales Bewertungsgremium (BICR) bestätigt wurde. Die sekundären Endpunkte umfassten die Sicherheit, das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS), das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS) und die Ansprechdauer (Duration of Response, DOR). Die Analyse von Biomarkern war ein explorativer Endpunkt.

PFS-Daten für die Patientengruppe, bei der die TMB bewertet werden konnte, wurden ebenfalls auf dem WCLC vorgestellt. Patienten mit hoher TMB, die Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab erhielten, wiesen eine 1-Jahres-PFS-Rate von 30 % auf; die Raten lagen jeweils bei 8 % bzw. 6 % bei Patienten mit mittleren und niedrigen TMB-Werten. Bei Patienten mit hoher TMB, die Nivolumab als Monotherapie erhielten, lag die 1-Jahres-PFS-Rate bei 21 %; die Rate betrug 3 % bei Patienten mit mittlerer TMB; das PFS für Patienten mit niedriger TMB war nicht auswertbar.

Über das kleinzellige Lungenkarzinom
Das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) ist einer der beiden Haupttypen des Lungenkarzinoms, der seit mehreren Jahrzehnten häufigsten Krebserkrankung weltweit. Kleinzellige Lungenkarzinome machen etwa 10–15 % aller Lungenkrebserkrankungen aus. Die Überlebensraten variieren je nach Krebsstadium bei Diagnose. Die 5-Jahres-Überlebensraten sind beim SCLC tendenziell geringer als beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom, da das SCLC schneller fortschreitet und die Symptome oftmals erst in einem progredienten Stadium erkannt werden. Die weltweite 5-Jahres-Überlebensrate für das SCLC in Stadium I beträgt 20–40 %, in Stadium IV sinkt sie auf 1 %.

Über Nivolumab (Opdivo®)

Tumorzellen können durch verschiedene Escape-Mechanismen, wie die Unterdrückung der Immunantwort über Checkpoint-Signalwege, der körpereigenen Immunabwehr entkommen.1 Nivolumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der spezifisch an den Programmed Death-1(PD-1)-Rezeptor auf aktivierten T-Zellen bindet.2 Dadurch kann Nivolumab die Interaktion der Liganden PD-L1 und PD-L2 auf der Oberfläche der Tumorzellen mit dem PD-1-Rezeptor hemmen. Die Blockade des PD-1-Rezeptors durch Nivolumab kann so eine Unterdrückung der Immunabwehr verhindern und die antitumorale Immunantwort reaktivieren.1,3 Nivolumab ist in der EU mittlerweile in sechs Indikationen zugelassen.2 Um Nivolumab bei unterschiedlichen Tumorarten als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Behandlungen zu untersuchen, hat Bristol-Myers Squibb ein umfangreiches, globales Entwicklungsprogramm mit mehr als 50 Studien aufgesetzt, in die weltweit über 25.000 Patienten eingeschlossen wurden.

Über die Immunonkologie bei Bristol-Myers Squibb
Chirurgie, Strahlentherapie, zytotoxische oder zielgerichtete Therapien bildeten in den letzten Jahrzehnten die Säulen der Krebsbehandlung. Dennoch blieb ein längeres Überleben bei guter Lebensqualität für viele Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen nur schwer erreichbar. Um den Bedarf an neuen, wirkungsvollen Therapien zu decken, fokussiert Bristol-Myers Squibb in seinen Forschungsaktivitäten auf den innovativen Bereich der Immunonkologie. Der primäre Wirkmechanismus immunonkologischer Substanzen besteht darin, im Kampf gegen Krebs das körpereigene Immunsystem zu aktivieren. Das Unternehmen evaluiert derzeit verschiedene immuntherapeutische Substanzen für Patienten mit unterschiedlichen Krebsarten. Dabei wird auch das Potenzial von Kombinationen immunonkologischer Wirkstoffe, die auf verschiedene und möglicherweise synergistische Signalwege bei der Krebsbehandlung abzielen, geprüft. Bristol-Myers Squibb hat sich verpflichtet, die Forschung in der Immunonkologie voranzutreiben mit dem Ziel, Therapien zu entwickeln, die die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern.

Über Bristol-Myers Squibb

Bristol-Myers Squibb ist ein weltweit tätiges BioPharma-Unternehmen, das sich die Erforschung, Entwicklung und den Einsatz innovativer Medikamente zur Aufgabe gemacht hat, die Patienten im Kampf gegen schwere Erkrankungen helfen. Weiterführende Informationen unter www.b-ms.de und www.bms-onkologie.de.

Zukunftsgerichtete Aussagen von Bristol-Myers Squibb

Diese Pressemitteilung enthält hinsichtlich der Forschung, Entwicklung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten sogenannte „zukunftsgerichtete Aussagen“ im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act von 1995. Solche zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf gegenwärtigen Erwartungen und unterliegen entsprechenden Risiken und Unsicherheiten, darunter Faktoren, die zum Beispiel eine Verzögerung oder Veränderung dieser Aussagen zur Folge haben und dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse erheblich von den gegenwärtigen Erwartungen abweichen. Es kann keine Garantie für zukunftsgerichtete Aussagen übernommen werden. Neben weiteren Unsicherheiten kann nicht garantiert werden, dass die in dieser Pressemitteilung genannten onkologischen Wirkstoffe in der Europäischen Union für eine weitere Indikation zugelassen werden. Zukunftsgerichtete Aussagen in dieser Pressemitteilung sollten zusammen mit den vielen Unsicherheiten bewertet werden, die sich auf das Handeln von Bristol-Myers Squibb auswirken. Hierzu gehören insbesondere die Unsicherheiten, die in der Erörterung der Risikofaktoren im Jahresbericht von Bristol-Myers Squibb auf Formblatt 10-K für das am 31. Dezember 2016 beendete Geschäftsjahr, in unseren Quartalsberichten auf Formblatt 10-Q und in aktuellen Berichten auf Formblatt 8-K benannt wurden. Bristol-Myers Squibb sieht sich nicht verpflichtet, seine zukunftsgerichteten Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse oder sonstiger Faktoren öffentlich zu aktualisieren.

Referenzen
1 American Cancer Society. Cancer immunotherapy. Verfügbar unter: http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003013-pdf.pdf. Abgerufen am 13.10.2017.
2 Fachinformation Opdivo®. Aktueller Stand.
3 McDermott DF, Atkins MB. PD-1 as a potential target in cancer therapy. Cancer Med 2013;2(5):662–73.

Quelle: Bristol-Myers Squibb


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