Nivolumab zeigt in randomisierter Phase-III-Studie Wirksamkeit und verbesserte Überlebensrate bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom

24. Januar 2017 | Kategorie: Substanzen

 

Haematologie-info  
  • Nivolumab reduzierte das Mortalitätsrisiko im Vergleich zu Placebo um 37 %
  • Die Gesamtüberlebensrate nach 12 Monaten betrug 26,6 % bei den mit Nivolumab behandelten Patienten und 10,9 %

Bristol-Myers Squibb hat jetzt Ergebnisse der Studie ONO-4538-12 präsentiert. Diese zeigen, dass Nivolumab (Opdivo®) bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom, die refraktär gegenüber der Standardtherapie sind oder diese nicht vertragen, das Mortalitätsrisiko signifikant um 37 % reduziert (HR 0,63; p < 0,0001). ONO-4538-12 ist eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie der Phase III zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Nivolumab bei diesen Patienten, für die es derzeit keinen Behandlungsstandard gibt. Der primäre Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben (OS). Das mediane OS bei den mit Nivolumab behandelten Patienten war mit 5,32 Monaten (95 %-KI: 4,63–6,41) höher als bei den mit Placebo behandelten Patienten, das bei 4,14 Monaten lag (95 %-KI: 3,42–4,86; p < 0,0001). Daneben betrug das OS nach 12 Monaten 26,6 % (95 %-KI: 21,1–32,4) in der Nivolumab-Gruppe gegenüber 10,9 % (95 %-KI: 6,2–17,0) in der Placebo-Gruppe. Mit Nivolumab behandelte Patienten erzielten eine objektive Ansprechrate von 11,2 % (95 %-KI: 7,7–15,6) im Vergleich zu 0 % (95 %-KI: 0,0–2,8) bei den mit Placebo behandelten Patienten sowie eine mediane Ansprechdauer von 9,53 Monaten (95 %-KI: 6,14–9,82). Dies waren sekundäre Endpunkte der Studie. Das Sicherheitsprofil von Nivolumab war mit zuvor veröffentlichten Studiendaten bei soliden Tumoren vergleichbar. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse jeglichen Grades sowie der Grade 3/4 traten bei den mit Nivolumab und Placebo behandelten Patienten mit 42,7 % im Vergleich zu 26,7 % bzw. 10,3 % im Vergleich zu 4,3 % auf. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse der Grade 3/4, die bei mehr als 2 % der Patienten auftraten, umfassten Diarrhö, Fatigue, Appetitlosigkeit, Pyrexie, erhöhte AST- und ALT-Werte in der Nivolumab-Gruppe sowie Fatigue und Appetitlosigkeit in der Placebo-Gruppe. Die Raten der Studienabbrüche aufgrund behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse waren mit 2,7 % in der Nivolumab-Gruppe und 2,5 % in der Placebo-Gruppe vergleichbar. Die Daten der Studie ONO-4538-12 wurden im Rahmen des Gastrointestinal Cancers Symposiums 2017 in San Francisco, Kalifornien, vorgestellt (Abstract #2). „Die Studie ONO-4538-12 ist die erste randomisierte immunonkologische Studie der Phase III, die eine Verbesserung der Überlebensrate bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem oder rezidiviertem Magenkarzinom zeigt. Wir bewerten die Ergebnisse mit Nivolumab als vielversprechend, da das Magenkarzinom weltweit eine der häufigsten Todesursachen ist. Zudem besteht bei Patienten mit fortgeschrittenen Formen dieser Erkrankung, die eine Chemotherapie nicht mehr vertragen oder bei denen diese keinen Behandlungserfolg gezeigt hat, ein hoher therapeutischer Bedarf”, so Ian M. Waxman, MD, Development Lead, Gastrointestinal Oncology, Bristol-Myers Squibb. „Diese Ergebnisse belegen einen klinischen Nutzen der Therapie mit Nivolumab für vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem oder rezidiviertem Magenkarzinom. Sie bilden eine starke Basis, um weitere Studien mit Nivolumab für diese Patienten durchzuführen”, ergänzte Studienleiter Yoon-Koo Kang, MD, PhD, Department of Oncology an der University of Ulsan College of Medicine, Asan Medical Center in Seoul, Korea.

Über ONO-4538-12

ONO-4538-12 (NCT02267343) ist eine in Japan, Korea und Taiwan durchgeführte, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie der Phase III zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Nivolumab bei vorbehandelten Patienten mit nicht-resezierbarem, fortgeschrittenem oder rezidiviertem Magenkarzinom, einschließlich Patienten mit einem Karzinom im Bereich des gastro-ösophagealen Übergangs, die refraktär gegenüber der Standardtherapie sind oder diese nicht vertragen. Die Studie wurde von Ono Pharmaceutical Co. Ltd. Japan, dem Entwicklungspartner von Bristol-Myers Squibb für Nivolumab, durchgeführt.

Im Rahmen der Studie ONO-4538-12 wurde alle zwei Wochen 3 mg/kg Körpergewicht Nivolumab oder Placebo bis zur Krankheitsprogression oder zum Studienabbruch aufgrund von inakzeptabler Toxizität verabreicht. Der primäre Endpunkt, das Gesamtüberleben, wurde im Hinblick auf die Überlegenheit von Nivolumab gegenüber Placebo untersucht. Zu den sekundären Endpunkten gehörten die objektive Ansprechrate, Ansprechdauer, progressionsfreies Überleben, bestes Gesamtansprechen, Zeit bis zum Ansprechen, Krankheitskontrollrate und Sicherheitsmaßnahmen.

Über das Magenkarzinom

Mit mehr als 950.000 neu diagnostizierten Patienten pro Jahr ist das Magenkarzinom die fünfthäufigste Krebserkrankung weltweit und mit mehr als 720.000 Todesfällen pro Jahr die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache.1–3 Die Prävalenz des Magenkarzinoms ist in den Ländern Ostasiens höher als in den westlichen Ländern. Während die 5-Jahres-Überlebensrate bei Patienten mit nicht-metastasiertem Magenkarzinom 30,4 % beträgt, liegt sie bei Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom bei nur etwa 5 %.4,5 Da es für Patienten mit nicht-resezierbarem, fortgeschrittenem oder rezidiviertem Magenkarzinom nach einer Chemotherapie keine weiteren Standardtherapieoptionen gibt, besteht weiterhin ein hoher therapeutischer Bedarf für diese Patienten.6–8

Über Nivolumab (Opdivo®)

Tumorzellen können durch verschiedene Escape-Mechanismen, wie die Unterdrückung der Immunantwort über Checkpoint-Signalwege, der körpereigenen Immunabwehr entkommen.4 Nivolumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der spezifisch an den Programmed-Death-1 (PD-1)-Rezeptor auf aktivierten T-Zellen bindet. Dadurch kann Nivolumab die Interaktion der Liganden PD-L1 und PD-L2 auf der Oberfläche der Tumorzellen mit dem PD-1-Rezeptor hemmen. Die Blockade des PD-1-Rezeptors durch Nivolumab kann so eine Unterdrückung der Immunabwehr verhindern und die antitumorale Immunantwort reaktivieren.4,9 Um Nivolumab bei unterschiedlichen Tumorarten als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Behandlungen zu untersuchen, hat Bristol-Myers Squibb ein umfangreiches, globales Entwicklungsprogramm mit mehr als 50 Studien aufgesetzt, in die weltweit über 25.000 Patienten eingeschlossen wurden. Nivolumab wurde 2014 als erster PD-1-Inhibitor in den Vereinigten Staaten zugelassen und hat die Marktzulassung derzeit in 57 Ländern, darunter Europa, die Vereinigten Staaten und Japan. In Europa erteilte die Europäische Kommission am 19. Juni 2015 die erste Zulassung für Nivolumab zur Monotherapie von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem (nicht-resezierbarem oder metastasiertem) Melanom. Am 20. Juli 2015 folgte die zweite Marktzulassung für Nivolumab durch die Europäische Kommission unter dem Handelsnamen Nivolumab BMS® zur Behandlung von Erwachsenen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit plattenepithelialer Histologie (SQ-NSCLC) nach vorangegangener Chemotherapie. Seit dem 28. Oktober 2015 ist Nivolumab unter dem einheitlichen Handelsnamen Opdivo® verfügbar. Am 4. April 2016 wurde die Zulassung von Nivolumab auf das NSCLC mit nicht-plattenepithelialer Histologie (NSQ-NSCLC) nach vorangegangener Chemotherapie und das fortgeschrittene Nierenzellkarzinom nach Vortherapie erweitert. Am 11. Mai 2016 folgte die Zulassung in Kombination mit Ipilimumab bei Erwachsenen für die Behandlung des fortgeschrittenen (nicht-resezierbaren oder metastasierten) Melanoms. Seit dem 21. November 2016 ist Nivolumab zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms (cHL) bei Erwachsenen nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) und Behandlung mit Brentuximab Vedotin indiziert.

Über die Immunonkologie bei Bristol-Myers Squibb

Chirurgie, Strahlentherapie, zytotoxische oder zielgerichtete Therapien bildeten in den letzten Jahrzehnten die Säulen der Krebsbehandlung. Dennoch blieb ein längeres Überleben bei guter Lebensqualität für viele Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen nur schwer erreichbar. Um den Bedarf an neuen, wirkungsvollen Therapien zu decken, fokussiert Bristol-Myers Squibb in seinen Forschungsaktivitäten auf den innovativen Bereich der Immunonkologie. Der primäre Wirkmechanismus immunonkologischer Substanzen besteht darin, im Kampf gegen Krebs das körpereigene Immunsystem zu aktivieren. Das Unternehmen evaluiert derzeit verschiedene immuntherapeutische Substanzen für Patienten mit unterschiedlichen Krebsarten. Dabei wird auch das Potenzial von Kombinationen immunonkologischer Wirkstoffe, die auf verschiedene und möglicherweise synergistische Signalwege bei der Krebsbehandlung abzielen, geprüft. Bristol-Myers Squibb hat sich verpflichtet, die Forschung in der Immunonkologie voranzutreiben mit dem Ziel, Therapien zu entwickeln, die die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern.

Über Bristol-Myers Squibb

Bristol-Myers Squibb ist ein weltweit tätiges BioPharma-Unternehmen, das sich die Erforschung, Entwicklung und den Einsatz innovativer Medikamente zur Aufgabe gemacht hat, die Patienten im Kampf gegen schwere Erkrankungen helfen. Weiterführende Informationen unter www.b-ms.de und www.bms-onkologie.de.

Zukunftsgerichtete Aussagen von Bristol-Myers Squibb

Diese Pressemitteilung enthält hinsichtlich der Forschung, Entwicklung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten sogenannte „zukunftsgerichtete Aussagen“ im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act von 1995. Solche zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf gegenwärtigen Erwartungen und unterliegen entsprechenden Risiken und Unsicherheiten, darunter Faktoren, die zum Beispiel eine Verzögerung oder Veränderung dieser Aussagen zur Folge haben und dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse erheblich von den gegenwärtigen Erwartungen abweichen. Es kann keine Garantie für zukunftsgerichtete Aussagen übernommen werden. Neben weiteren Unsicherheiten kann nicht garantiert werden, dass die Kombinationstherapie von Nivolumab und Ipilimumab in der Europäischen Union ein wirtschaftlich erfolgreiches Produkt wird. Zukunftsgerichtete Aussagen in dieser Pressemitteilung sollten zusammen mit den vielen Unsicherheiten bewertet werden, die sich auf das Handeln von Bristol-Myers Squibb auswirken. Hierzu gehören insbesondere die Unsicherheiten, die in der Erörterung der Risikofaktoren im Jahresbericht von Bristol-Myers Squibb auf Formblatt 10-K für das am 31. Dezember 2015 beendete Geschäftsjahr, in unseren Quartalsberichten auf Formblatt 10-Q und in aktuellen Berichten auf Formblatt 8-K benannt wurden. Bristol-Myers Squibb sieht sich nicht verpflichtet, seine zukunftsgerichteten Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse oder sonstiger Faktoren öffentlich zu aktualisieren.

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Referenzen

1 World Cancer Research Fund International. Stomach cancer statistics. Verfügbar unter: www.wcrf.org/int/cancer-facts-figures/data-specific-cancers/stomach-cancer-statistics. Abgerufen am 19.01.2017.
2 WHO. Cancer fact sheet 297. Updated February 2015. Verfügbar unter: http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs297/en/. Abgerufen am 19.01.2017.
3 Globocan 2012: Estimated cancer incidence mortality and prevalence worldwide in 2012. Population fact sheets. Verfügbar unter: http://globocan.iarc.fr/Pages/fact_sheets_population.aspx. Abgerufen am 19.01.2017.
4 American Cancer Society. Cancer immunotherapy. Verfügbar unter: http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003013-pdf.pdf. Abgerufen am 19.01.2017.
5 National Cancer Institute. Cancer statistics. Cancer of the stomach. Verfügbar unter: https://seer.cancer.gov/statfacts/html/stomach.html. Abgerufen am 19.01.2017.
6 Waddell T, Verheij M, Allum W, et al. Gastric cancer: ESMO-ESSO-ESTRO clinical practice guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol Off J Eur Soc Med Oncol 2013;24 Suppl 6:vi57-63.
7 Japanese Gastric Cancer Association. Japanese gastric cancer treatment guidelines 2014 (ver. 4). Gastric Cancer Off J Int Gastric Cancer Assoc Jpn Gastric Cancer Assoc 2017;20(1):1–19.
8 NCCN Clinical Practice Guidelines in oncology. Gastric cancer. V3.2016. Verfügbar unter: https://www.nccn.org/professionals/physician_gls/f_guidelines.asp. Abgerufen am 19.01.2017.
9 McDermott DF, Atkins MB. PD-1 as a potential target in cancer therapy. Cancer Med 2013;2(5):662–73.

Quelle: Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA


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