nmCRPC: Apalutamid zeigt gegenüber Placebo signifikante Überlegenheit beim primären Endpunkt

19. Februar 2018 | Kategorie: Pharmaindustrie

Janssen veröffentlicht erstmals Ergebnisse der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie SPARTAN, nach denen Apalutamid* bei Patienten mit nicht metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (nmCRPC) und hohem Metastasierungsrisiko gegenüber Placebo eine signifikante Überlegenheit beim primären Endpunkt und einer Mehrheit der sekundären Endpunkte erzielte (1). Die Daten wurden Anfang Februar beim Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clincal Oncology (ASCO-GU-Kongress) in San Francisco vorgestellt.

In der SPARTAN-Studie konnte Apalutamid bei Männern mit nmCRPC und einer PSA-Verdopplungszeit von höchstens zehn Monaten gegenüber Placebo das mediane metastasenfreie Überleben (MFS) signifikant verlängern (1,2). Der Androgenrezeptor-Inhibitor der nächsten Generation reduzierte das Risiko für Fernmetasten oder Tod um 72% (Hazard Ratio (HR)=0,28; p<0,001). Zugleich verlängerte er das mediane MFS um zwei Jahre (40,5 vs. 16,2 Monate). Die Überlegenheit bestätigte sich in allen präspezifizierten Subgruppen. Die sekundären Endpunkte Zeit bis zum Auftreten von Metastasen, progressionsfreies Überleben und Zeit bis zur symptomatischen Progression waren unter Apalutamid signifikant länger als unter Placebo (je p<0,001) (1,2). Bei der Interimsanalyse des medianen Gesamtüberlebens, das auch zu den sekundären Endpunkten gehörte, zeigte sich ein Trend für eine Überlegenheit (p=0,07). Der exploratorische Endpunkt medianes PFS (2), d.h. die Zeit zwischen Randomisierung und Krankheitsprogression oder Tod nach der Erstlinientherapie im nachfolgenden, metastasierten Stadium (mCRPC), in der i.d.R. Abirateronacetat (Zytiga®) plus Prednison gegeben wurde, war deutlich länger unter Apalutamid gegenüber Placebo (1,2). Die SPARTAN-Studie wurde als Poster und in einem Vortrag präsentiert sowie zeitgleich im New England Journal of Medicine publiziert (1,2). Die ASCO hat die Daten zudem in einem Newsletter für die Medien vorgestellt (3). Aufgrund der guten Ergebnisse erfolgte im Juli 2017 eine Entblindung der Studie, so dass dann alle Patienten die Möglichkeit einer Zytiga®-Therapie erhielten. Basierend auf den Ergebnissen hat Janssen die Zulassung für den Einsatz von Apalutamid bei nmCRPC-Patienten mit hohem Metastasierungsrisiko bei der European Medicines Agency (EMA) beantragt (4). nmCRPC-Patienten haben noch keine Metastasen, jedoch einen Progress unter einer konventionellen Androgendeprivationstherapie (ADT), die ihnen i.d.R. komibiniert mit oder nach einer lokalen Therapie verabreicht wurde. Anders als beim mCRPC gibt es für sie bislang keine zugelassene Therapieoption und keine optimale Strategie (3). Daher bieten ihnen einige Ärzte ein Watchful Waiting an, d.h. ein abwartendes Beobachten. Doch bei einer hohen PSA-Verdopplungszeit, d.h. einem schnellen Anstieg des PSA-Wertes unter der ADT, ist das Metastasierungs- und Sterberisiko deutlich erhöht (3). *Apalutamid ist in Deutschland für diese Indikation nicht zugelassen. Literatur:
(1) Small EJ, et al. SPARTAN, a phase 3 double-blind, randomized study of apalutamide (APA) versus placebo (PBO) in patients (pts) with nonmetastatic castration-resistant prostate cancer (nmCRPC). Poster Session & Oral Abstract Session: Abstract 161. Presented at the 2018 ASCO Genitourinary Cancers Symposium: 8.2.2018. Available at: http://abstracts.asco.org/212/AbstView_212_201891.html. Letzter Zugriff: 6.2.2018
(2) Smith MR, et al. Apalutamide Treatment and Metastasis-free Survival in Prostate Cancer. N Engl J Med. 2018 Feb 8. doi: 10.1056/NEJMoa1715546
(3) https://www.asco.org/about-asco/press-center/news-releases/apalutamide-delays-prostate-cancer-metastases-more-two-years. Letzter Zugriff: 6.2.2018
(4) Presseinformation Janssen Pharmaceutical Companies of Johnson & Johnson vom 8.2.2018: https://www.afp.com/en/news/1316/janssen-submits-marketing-authorisation-application-apalutamide-treat-patients-high-risk-non-metastatic-castration-resistant-prostate-cancer-201802090051731

Quelle: Janssen-Cilag


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