NSCLC: Daten der Nachbeobachtungsstudie zu Pembrolizumab liegen vor

1. Juli 2019 | Kategorie: Substanzen

Die Ergebnisse der 5-Jahresdaten zu Wirksamkeit und Sicherheit des PD-1-Inhibitors Pembrolizumab als Monotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) aus der ersten KEYNOTE-Studie (KEYNOTE-001, Phase Ib) liegen vor. In dieser Studie ergab sich bei einer Behandlung mit Pembrolizumab ein 5-Jahres-Gesamtüberleben (OS) von 23,2 % bei nicht vorbehandelten Patienten (n=101) und von 15,5% bei bereits vorbehandelten Patienten (n=449). Hervorzuheben ist, dass das 5-Jahres-OS bei unbehandelten Patienten mit hoher PD-L1 Expression (TPS ≥ 50 %) 29,6% (n=27) betrug und 25,0% (n=138) bei den bereits vorbehandelten Patienten. Diese Ergebnisse stellen das längste Follow-Up zu Pembrolizumab bei Lungenkarzinom dar und wurden anlässlich der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2019 im Rahmen einer Pressekonferenz und einer Posterdiskussion vorgestellt.

„Lungenkarzinom ist die häufigste Todesursache unter den Krebserkrankungen. In der Vergangenheit lagen die 5-Jahres-Überlebensraten bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in den USA bei rund 5%“, sagte Dr. Edward B. Garon, Kalifornien, USA: „Als behandelnder Arzt sind die Ergebnisse der KEYNOTE-001-Studie ermutigend, die für Pembrolizumab eine 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate von 23,2% bei therapienaiven Patienten und von 15,5% bei bereits vorbehandelten Patienten zeigten.“
Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 60,6 Monaten (Spanne: 51,8 bis 77,9) zeigten die Ergebnisse aus der KEYNOTE-001-Studie die Wirkung der Pembrolizumab-Monotherapie (KEYTRUDA®) anhand der primären und sekundären Endpunkte einschließlich OS, Gesamtansprechrate (ORR) und Ansprechdauer (DOR).

Studiendaten

Die von den Prüfärzten berichtete ORR betrug 41,6% (95%-KI: 31,9-51,8) bei therapienaiven Patienten und 22,9% (95%-KI: 19,1-27,1) bei vorbehandelten Patienten. Die mediane DOR lag bei 16,8 Monaten (Spanne: 2,1+ bis 55,7+) bzw. bei 38,9 Monaten (Spanne: 1,0+ bis 71,8+). Bei den 60 Patienten, die 2 Jahre oder länger Pembrolizumab erhielten, lag das 5-Jahres-OS bei 78,6% bei den nicht vorbehandelten Patienten und bei 75,8% bei den bereits vorbehandelten Patienten. Die ORR lag bei 86% bzw. 91% und die mediane DOR betrug 52,0 Monate (Spanne: 10,2 bis 55,7+) bei den therapienaiven Patienten – bei den vorbehandelten Patienten wurde sie nicht erreicht (Spanne: 12,5 bis 71,8+).
Das Sicherheitsprofil von Pembrolizumab entsprach den Ergebnissen in zuvor berichteten Studien bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC. Nebenwirkungen aller Grade traten bei 71% (n=388) der mit Pembrolizumab behandelten Patienten auf. Nebenwirkungen vom Schweregrad 3 bis 5 wurden bei 13% (n=69) der Patienten verzeichnet. Immunvermittelte unerwünschte Ereignisse wurden bei 17% (n=92) der Patienten berichtet. Das am häufigsten berichtete unerwünschte Ereignis war Schilddrüsenunterfunktion, gefolgt von Pneumonitis, Schilddrüsenüberfunktion und Hautreaktionen.

Zusätzliche Daten zu Lungenkrebs aus der Studie KEYNOTE-189

Neue und aktuelle Daten aus der Phase-III-Studie KEYNOTE-189 zur Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit ALIMTA® (Pemetrexed) und Platin (Cisplatin oder Carboplatin) als Erstlinienbehandlung bei metastasierendem nicht-plattenepithelialen NSCLC im Vergleich zu Pemetrexed plus Platin allein wurden ebenfalls auf der ASCO-Jahreskonferenz vorgestellt (Abstract #9013). Eine aktuelle Analyse des Endpunkts OS zeigte, dass Pembrolizumab in Kombination mit der Pemetrexed-Platin-Chemotherapie nach einem medianen Follow-Up von 18,7 Monaten (Spanne: 0,2 bis 30,9) das Sterberisiko gegenüber der alleinigen Chemotherapie um 44 % senkte (HR = 0,56 [95%-KI: 0,45-0,70]; medianes OS: 22,0 Monate vs. 10,7 Monate). Des Weiteren wurde eine Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) beobachtet: Das Sterbe- oder Progressionsrisiko sank im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie um 52 % (HR = 0,48 [95%-KI: 0,40-0,58]; medianes PFS: 9,0 Monate vs. 4,9 Monate). 54 % der Patienten in dem Studienarm, der die alleinige Chemotherapie erhielt, wurden anschließend mit einer Immuntherapie behandelt, darunter 41 %, bei denen die Behandlung während der Studie umgestellt wurde.

Die auf der ASCO-Jahrestagung vorgestellten neuen Daten aus der KEYNOTE-189-Studie umfassen erstmals auch den Studienendpunkt des progressionsfreien Überlebens 2 (PFS2) im gesamten Studienkollektiv und in verschiedenen PD-L1-Subgruppen. Unter den Patienten, die Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie erhielten, zeigten die Ergebnisse eine 51%ige Risikoreduktion vom Zeitpunkt der Randomisierung bis zur objektiven Tumorprogression unter der Folgetherapie oder bis zum Tod jeglicher Ursache (ausschlaggebend ist das früher eintretende Ereignis), verglichen mit den Patienten, die die alleinige Chemotherapie erhielten (HR=0,49; 95%-KI: 0,40-0,59); medianes PFS2: 17,0 Monate vs. 9,0 Monate)). Die Ergebnisse waren in allen 3 ausgewerteten PD-L1-Kategorien vergleichbar; die Risikoreduktion betrug 54% bei den Patienten mit TPS < 1% (HR = 0,46 (95%-KI: 0,33-0,66)), 41% bei den Patienten mit TPS von 1-49% (HR = 0,59 (95%-KI: 0,41-0,86)) und 53% bei den Patienten mit TPS ≥ 50% (HR=0,47; 95%-KI: 0,33-0,69)). Nebenwirkungen

Unerwünschte Ereignisse jeglicher Ursache vom Grad 3 bis 5 traten bei 71,9% (n=291) der Patienten auf, die Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie erhielten, sowie bei 66,8% (n=135) in dem Studienarm mit alleiniger Chemotherapie. Unerwünschte Ereignisse, die zum Absetzen jeglicher Komponenten der Kombinationstherapie führten, traten bei 33,6% (n=136) der mit Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie behandelten Patienten sowie bei 16,3% (n=33) der Patienten im Studienarm mit alleiniger Chemotherapie auf. 2 Patienten im Pembrolizumab-Kombinationsarm starben in Folge von immunvermittelten unerwünschten Ereignissen und Infusionsreaktionen.

Quelle: MSD


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