NSCLC: Preis für klinische Forschungsarbeiten zu onkogenen Treibermutationen

21. Oktober 2019 | Kategorie: Pharmaindustrie

Die klassische Chemotherapie war viele Jahrzehnte lang das Rückgrat der Behandlung des Lungenkarzinoms. Insbesondere in den vergangenen Jahren hat die Therapielandschaft jedoch eine deutliche Veränderung erfahren. Kann eine molekulare Alteration nachgewiesen werden, stehen häufig zielgerichtete Therapien zur Verfügung (1). Wenngleich so mittlerweile ein deutlich verbessertes Überleben über mehrere Jahre hinweg erzielt werden kann (2), besteht weiterhin ein hoher Forschungsbedarf. Um diesen gemäß dem eigenen Antrieb „Innovationen fördern“ zu unterstützen, hat Takeda Oncology bereits das zweite Jahr in Folge herausragende präklinische und klinische Forschungsarbeiten zum Thema onkogene Treibermutationen beim NSCLC gewürdigt. Der Forschungspreis „NSCLC – ONCOGENE ADDICTED“ wurde im Rahmen eines Takeda-Symposiums bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Berlin verliehen.

Das Lungenkarzinom gehört zu den häufigeren Krebserkrankungen in Deutschland. Durch seine ungünstige Prognose ist es auch mit Abstand die häufigste Krebstodesursache bei Männern (mit einem Anteil von 24%) und die zweithäufigste bei Frauen (15 %) (3). Im Vergleich zu anderen Tumorentitäten weist das Lungenkarzinom eine hohe Rate an Mutationen auf (4). Deshalb erfolgt die bisher überwiegend histologisch basierte Differenzierung der Unterformen, wie zum Beispiel des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC), heute zunehmend genombasiert (4). Mithilfe der genomischen Analysen konnten in onkogenen Signalwegen eine Reihe von Zielstrukturen identifiziert werden, die zur Proliferation der Tumorzellen, Inhibition der Apoptose und Metastasierung beim NSCLC führen können (5). Relevante und behandelbare Treibermutationen betreffen unter anderem den Rezeptor des epidermalen Wachstumsfaktors (EGFR), die anaplastische Lymphomkinase (ALK) und die Proto-Onkogen-Tyrosin-Proteinkinase (ROS1) (1).

Zielgerichtete Therapiestrategien im Fokus der Forschung

Trotz der medizinischen Fortschritte und der Vielzahl an Innovationen ist das Lungenkarzinom nach wie vor in späteren Stadien nicht heilbar. Für Patienten mit ALK+ Lungenkarzinom spielen zielgerichtete Therapien eine herausragende Rolle, denn sie können das Progressionsrisiko der Erkrankung im Vergleich zur Standardbehandlung deutlich verringern (6, 7). Vor Einleitung der Therapie kommt deshalb einer dezidierten molekularpathologischen Diagnostik eine Schlüsselposition zu (1). „Nicht zuletzt deshalb fördern wir durch unseren Forschungspreis relevante Innovationen im Bereich der onkogenen Treibermutationen. Es gilt – trotz der Innovationen in den vergangenen Jahren – die zielgerichtete Behandlung weiter zu erforschen und neue Ansätze zu finden. Denn nur so kann den Patienten die Chance auf ein längeres Leben geboten werden“, so Dr. Julian Kretz, Takeda, im Rahmen der Preisverleihung.

Auch 2019: Forschungspreis NSCLC fördert wegweisende Arbeiten

Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Forschungspreis „NSCLC – ONCOGENE ADDICTED“ entspricht dem Antrieb von Takeda Oncology, Innovationen zu fördern. Hierzu wurde ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium, bestehend aus Prof. Michael Thomas, Heidelberg, Prof. Christian Grohé, Berlin, und Professor Jürgen Wolf, Köln, berufen, wegweisende Projekte zu prämieren. „Zahlreiche eingereichte Arbeiten unterstrichen auch in diesem Jahr die Relevanz des Themas sowie die starke Innovationskraft in diesem Forschungsbereich“, ordnete PD Dr. med. Hartwig Büttner, Head of Medical Affairs Oncology, die Entscheidung des Gremiums ein. Mit dem mit 30.000 Euro dotierten ersten Platz bedacht wurde die Arbeit „The Immunotarget registry: Immune checkpoint inhibitors for patients with advanced lung cancer and oncogenic driver alterations“ von Dr. Marcel Wiesweg, Essen.

Darüber hinaus erzielte Dr. Steffen Dietz, DKFZ Heidelberg, mit „Non-invasive molecular profiling for therapy monitoring of ALK+ lung cancer“ den mit 20.000 Euro dotierten zweiten Platz sowie Dr. Diego Kauffmann-Guerrero & PD Dr. Amanda Tufman, LMU München, mit ihrer Arbeit „Clinical and molecular characterization of patients with NSCLC and oncogenic driver mutations“ den dritten Platz (10.000 Euro Preisgeld). „Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr mit dem ausgelobten Forschungspreis die prämierten wegweisenden Arbeiten unterstützen zu können und werden das wertvolle Programm weiter fortschreiben“, kommentierte Büttner abschließend die Entscheidung des Gremiums.

Literatur:

(1) Raspe M, Frost, N., Arzneimitteltherapie 2018; 36: 330-7.
(2) Kris MG et al., JAMA 2014; 311: 1998-2006.
(3) Robert Koch Institut, Krebs in Deutschland 2013/2014, 11. Ausgabe, 2017.
(4) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) „S3 Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms“. Stand Februar 2018. Online unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-007OL_l_S3_Lungenkarzinom_2018-03.pdf; letzter Zugriff: 01.10.2019.
(5) Boolell V et al. Cancers (Basel) 2015; 7: 1815-1846.
(6) Shaw AT et al., N Engl J Med 2013; 368 (25): 2385-2394.
(7) Zhang L et al., Oncotarget 2016; 7 (46): 75145-75154.

Quelle: Takeda


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