Olaparib als Erhaltungstherapie beim platinsensitiven Ovarialkarzinom

6. Oktober 2015 | Kategorie: Substanzen

Das Verfahren zu Olaparib (LynparzaTM) bei Patienten mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom ist das erste Verfahren in dieser Entität. Olaparib gehört zur Substanzklasse der Poly(ADP-ribose) Polymerase (PARP) – Inhibitoren. Olaparib ist zugelassen für die Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom, Nachweis von BRCA1- oder BRCA2-Mutationen in Tumorgewebe oder Keimbahn und gutem Ansprechen auf eine Platin-haltige Chemotherapie. Olaparib hat einen Orphan-Drug-Status, eine Vergleichstherapie wurde vom G-BA nicht festgelegt. Der pharmazeutische Unternehmer beantragt einen beträchtlichen Zusatznutzen. Der G-BA Bericht enthält keinen Vorschlag zur Kategorisierung des Zusatznutzens, listet aber in seiner Zusammenstellung der als bewertungsrelevant angesehen Studienergebnisse keine positiven Effekte auf. Unsere Anmerkungen sind:

  • Grundlage der Zulassung und der Nutzenbewertung ist die Auswertung einer Subpopulation von D081C00019 (Studie 19), einer randomisierten Phase-II-Studie zum Vergleich einer Erhaltungstherapie von Olaparib vs Placebo. Diese Subgruppenanalyse umfasst Patientinnen mit Nachweis einer BRCA-1- oder BRCA2-Mutation in der Keimbahn oder im Tumorgewebe.
  • Der Vergleich mit Placebo im Kontrollarm ist angemessen. Alternative ist eine Bevacizumab-Erhaltungstherapie nach einer Bevacizumab-haltigen Induktion im Rezidiv.
  • Olaparib ist ein wirksames Arzneimittel bei diesen Patientinnen. Es führt zu einer hoch signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens und zu einer klinisch relevanten Verlängerung der Zeit bis zur Einleitung einer erneuten Chemotherapie.
  • Olaparib führt nicht zu einer signifikanten Verlängerung der Überlebenszeit, sie betrug in beiden Studienarmen 2,5 – 3 Jahre. Die Analyse der Überlebenszeit wird jedoch nicht unwesentlich mitbeeinflusst durch Switching vom Placebo- in den PARP-Inhibitor-Arm in einer Teilpopulation sowie durch eine nicht-standardisierte Postprogressionstherapie.
  • Schwere Nebenwirkungen treten unter Olaparib selten auf.
  • Eine abschließende Bewertung des Nutzens von Olaparib ist mit den vorliegenden Daten nicht möglich. Hier sind die Ergebnisse der jetzt laufenden Phase-III-Studie mit geplanten 297 Patientinnen in dieser Indikation abzuwarten.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.


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