Onkologie-Präparate von Bayer bewähren sich im klinischen Behandlungsalltag

| Kategorie: Substanzen

Studie aus der klinischen Praxis belegt Stellenwert von Sorafenib (Nexavar®) als einzige systemische Therapie im fortgeschrittenen Stadium des hepatozellulären Karzinoms / Leitlinien empfehlen den Einsatz von Regorafenib (Stivarga®) beim metastasierten Kolorektalkarzinom in der dritten Therapielinie / Die Wirksamkeit und Sicherheit von Radium-223-dichlorid (Xofigo®) wird durch neue Daten der offenen EAP-Studie untermauert

Die Bayer-Präparate Sorafenib (Nexavar®), Regorafenib (Stivarga®) und Radium-223-dichlorid (Xofigo®) sind für onkologische Therapiegebiete im metastasierten Stadium zugelassen. Zu allen Medikamenten liegen mittlerweile mehrjährige Praxiserfahrungen sowie aktuelle Studienergebnisse vor, die eine Einordnung ihres Stellenwerts erlauben. So wird Sorafenib als einzige systemische Therapie im fortgeschrittenen Stadium C des hepatozellulären Karzinoms (HCC) empfohlen, kann jedoch auch im intermediären Stadium eingesetzt werden, falls eine transarterielle Chemoembolisation nicht adäquat ist. Zu Regorafenib, das in den Leitlinien zum metastasierten Kolorektalkarzinom (mCRC) in der dritten Therapielinie empfohlen wird, gibt es mittlerweile umfangreiche Studiendaten mit mehr als 3.500 Patienten, die die Wirksamkeit und Verträglichkeit in dieser Indikation bestätigen. Auch die Ergebnisse der ALSYMPCA-Studie, auf der die Zulassung von Radium-223-dichlorid zur Bekämpfung von Knochenmetastasen beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) beruht, werden durch Daten der offenen Early Access Programm-Studie (EAP) untermauert.

INSIGHT-Studie bestätigt Wirksamkeit und Sicherheit von Sorafenib (Nexavar®) beim intermediären und fortgeschrittenen HCC im Praxisalltag
Prof. Dr. Tom M. Ganten, Bruchsal, zufolge empfehlen die deutschen S3-Leitlinien beim fortgeschrittenen Leberzellkarzinom (BCLC-Stadium C) als einzige systemische Therapieoption den Multikinase-Inhibitor Sorafenib.1 Patienten mit extrahepatischer Tumorausbreitung sollten den Wirkstoff erhalten, wenn ihr ECOG-Status 0-2 und ihre Lebenserwartung mehr als drei Monate beträgt. Darüber hinaus sollten sie sich noch im Child-Pugh-Stadium A befinden, dem günstigsten der drei Stadien der Leberzirrhose.(1) Ganten betonte, dass die Wirksamkeit und Sicherheit von Sorafenib auch bei Patienten im intermediären Stadium (BCLC-B) belegt sei, die sich für die transarterielle Chemoembolisation (TACE) nicht eignen oder nicht darauf ansprechen. Andere interventionelle Verfahren, die bei dieser Patientengruppe zunehmend eingesetzt werden, müssten als experimentell betrachtet werden, da für sie keine ausreichende klinische Evidenz bestehe.

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Sorafenib in den verschiedenen Tumorstadien und bei unterschiedlichen Patientengruppen wurde nun erneut in der prospektiven Studie INSIGHT bestätigt.(2) Die Studie an 170 Zentren in Deutschland und Österreich, die einen Zeitraum von fünf Jahren umfasste, schloss 782 Patienten ein. „Hierbei zeigte sich im primären Endpunkt zur Verträglichkeit ein den klinischen Phase-III-Studien entsprechendes Sicherheitsprofil“, so Ganten. In den klinisch relevanten BCLC-Stadien B und C wurde ein medianes OS von 19,5 bzw. 13,6 Monaten erreicht, wobei Patienten mit CP-A jeweils ein besseres medianes OS aufwiesen als solche im Stadium CP-B (24,5 bzw. 16,8 Monate vs. 10,6 bzw. 7,5 Monate). Von besonderem Interesse war hier eine Stratifizierung der CP-B-Gruppe, die zeigte, dass Patienten mit einem günstigeren Zirrhosestatus von CP-B7 oder CP-B8 mit einem medianen OS von 8,1 bzw. 9,4 Monaten noch von Sorafenib profitierten, im Gegensatz zu Patienten mit CP-B9 (2,4 Monate). Ganten zufolge zeigen die Ergebnisse darüber hinaus, dass auch ältere Patienten über 65 Jahre bzw. solche mit Risikofaktoren wie Diabetes und nicht-alkoholischer Fettleber ähnlich lange überlebten wie die Patienten der Zulassungsstudie SHARP, in der das mediane OS 10,7 Monate betrug (Placebo: 7,9 Monate; p=0,00058).(3) Am meisten von Sorafenib profitierten Patienten mit HCV-induzierten Tumoren, die ein medianes Überleben von 23,3 Monaten erreichten. Die Ergebnisse von INSIGHT werden auch durch die Resultate anderer nicht-interventioneller Studien unterstützt. (4,5)

Regorafenib (Stivarga®) als Therapiestandard beim mCRC etabliert
Prof. Dr. Arndt Vogel, Hannover, erläuterte, dass bei der Behandlung des inoperablen metastasierten mCRC die Therapieoptionen umfassend ausgeschöpft werden sollen, um ein möglichst langes Überleben zu erreichen.(6) „Die hierzu verwendeten Kombinationen aus Zytostatika und zielgerichteten Wirkstoffen wie Angiogenesehemmern und EGFR-Inhibitoren sind aber nach der zweiten oder dritten Therapielinie nicht mehr wirksam, so dass die 2013 erfolgte Zulassung von Regorafenib ab der dritten Linie eine wesentliche Behandlungslücke schließt.“

Die Zulassung des Multikinasehemmers in dieser Indikation beruht auf den Daten der Phase-III-Studie CORRECT, in der standardmäßig vorbehandelte Patienten ein signifikant längeres medianes OS erreichten als unter Placebo (6,4 vs. 5,0 Monate; HR 0,77; 1-seitiger P-Wert = 0,0052).(7) Noch bessere Ergebnisse zeigte die asiatische CONCUR -Studie mit einem medianen OS von 8,8 Monaten unter Verum, gegenüber 6,3 Monaten im Placebo-Arm (HR 0,55; 1-seitiger P-Wert = 0,0002).(8) In dieser Patientenpopulation wurde Regorafenib häufiger früher eingesetzt als in der CORRECT Studie. Wie Vogel ausführte, wurden die Resultate dieser beiden randomisierten Untersuchungen nun von den Ergebnissen der prospektiven, einarmigen Phase-IIIb-Studie CONSIGN untermauert. Sie umfasste mehr als 2.800 Patienten, die unter Standardtherapien progredient waren und bestätigte die Daten zum progressionsfreien Überleben und zur Sicherheit von Stivarga® bei Patienten mit einem ECOG Performance Status 0 und 1.(9) In dieser Studie führte Regorafenib zu einem mittleren progressionsfreien Überleben von 2,7 Monaten. Exploratorische Analysen der CORRECT-Studie deuten darauf hin, dass Patienten mit bestimmten molekularen CRC-Subtypen eher von Regorafenib profitieren als andere.(10) Ob dies zukünftig eine gezieltere Patientenauswahl ermöglichen könnte, müssen weitergehende Untersuchungen zeigen.

Vogel zufolge besitzt Regorafenib in der Behandlung ab der dritten Therapielinie einen hohen Stellenwert, was sich in den Empfehlungen der ESMO für diese Therapielinie wiederfindet. Bisherige Analysen haben gezeigt, dass Patienten nach Progress unter Regorafenib von einer weiteren Chemotherapie bzw. Kombinationstherapien profitieren können.(11)

Richtungsweisende Daten aus der Behandlungspraxis mit Radium-223-dichlorid (Xofigo®) beim mCRPC
Radium-223-dichlorid ist ein Radiopharmakon, das seit 2013 zur Behandlung von mCRPC Patienten mit symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen zugelassen ist.(12) Wie PD Dr. Frank König, Berlin, erläuterte, treten solche Knochenmetastasen bei rund 90 Prozent der Patienten mit mCRPC auf und sind mit starken Schmerzen, erhöhtem Frakturrisiko und einer schlechten Prognose assoziiert.(13) Radium-223 ist chemisch mit Calcium verwandt und wird nach Anwendung bei der Bildung von Skelettmetastasen an dessen Stelle in die Knochenstruktur eingebaut. „Hier emittiert es alpha-Partikel, die aufgrund ihrer kurzen Reichweite vornehmlich Doppelstrangbrüche in der DNA der benachbarten Tumorzellen verursachen, das umliegende gesunde Gewebe aber kaum schädigen“, so der Experte.(14)

Die Zulassung von Xofigo® beruht auf den Daten der Phase-III-Studie ALSYMPCA (n=921), in der die Wirksamkeit und Veträglichkeit von Radium-223-dichlorid plus bester Therapiestandard bei mCRPC-Patienten mit mindestens zwei symptomatischen Knochenmetastasen und ohne bekannte Viszeralmetastasen mit der von Placebo plus bester Therapiestandard verglichen wurde. Hierbei führte die Behandlung mit Radium-223-dichlorid bei günstigem Sicherheitsprofil zu einer signifikanten Verbesserung des medianen OS (14,9 vs. 11,3 Monate, HR=0,70; p<0,001) und verlängerte auch den Zeitraum bis zum ersten skelettbezogenen Ereignis deutlich (15,6 vs. 9,8 Monate; p=0,001) im Vergleich zu Placebo.(15,16) Diese Ergebnisse werden durch aktuelle Daten der offenen prospektiven Studie eines internationalen Early Access Programms (EAP) mit 839 mCRPC-Patienten unterstützt.(17) Die Teilnehmer, die mindestens zwei Knochenmetastasen, aber keine Metastasen in Lunge, Leber oder Gehirn aufwiesen, erhielten sechs Injektionen Radium-223-dichlorid in vier-wöchigem Abstand. „Das in dieser EAP-Studie erreichte mediane OS von 16 Monaten war mit den 14,9 Monaten in ALSYMPCA vergleichbar und auch das Sicherheitsprofil war ähnlich günstig wie in der Zulassungsstudie“, so König. Zudem gab es Hinweise auf ein verlängertes OS, wenn die Patienten zusätzlich zu Radium-223-dichlorid Enzalutamid oder Abirateron erhielten. Dieser Sachverhalt wird gegenwärtig in mehreren Studien der Phase-II und III weiter untersucht. Bayer: Science For A Better Life

Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig will der Konzern Werte durch Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und handelt als „Corporate Citizen“ sozial und ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2014 erzielte der Konzern mit rund 119.000 Beschäftigten einen Umsatz von 42,2 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,5 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3,6 Milliarden Euro. Diese Zahlen schließen das Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen ein, das am 6. Oktober 2015 als eigenständige Gesellschaft unter dem Namen Covestro an die Börse gebracht wurde. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

Die Bayer Vital GmbH vertreibt die Arzneimittel der Divisionen Consumer Health und Pharmaceuticals sowie die Tierarzneimittel der Geschäftseinheit Animal Health in Deutschland. Mehr Informationen zur Bayer Vital GmbH finden Sie unter: www.gesundheit.bayer.de

Mehr Informationen unter www.news.bayer.de

Quellen:

1) S3-Leitlinie Hepatozelluläres Karzinom Mai 2013 unter http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-053OLl_S3_Hepatozellul%C3%A4res_Karzinom_Diagnostik_Therapie_2013-05.pdf
2) Ganten, TM et al. (2014) Ann Oncol 25(Suppl 4):#728P
3) Llovet J, et al. N Engl J Med. 2008;359:378-390
4) Ivarone, M et al. (2011) Hepatology 54:2055-2063
5) Daniele, B et al. (ASCO 2014) Journal of Clinical Oncology 32(15): Abstr 4088
6) Van Cutsem A et al. Ann Oncol 2014; 25 (suppl 3): iii1-iii9
7) Grothey A et al. Lancet 2013; 381: 303-312
8) Li J et al. Presented at WCGI Barcelona. 28 June 2014. Abstract O-0023
9) Van Cutsem E., ESMO 17th World Congress on Gastrointestinal Cancer, 1–4 July, Barcelona, Spain, Abstract LBA 05
10) Teufel M et al JCO Vol 33, No 15_suppl (May 20 Supplement), 2015: 3558
11) Kidd M et al. ASCO GI 2015; Abstract 678
12) Fachinformation Xofigo, Stand Januar 2015
13) Tannock IF. N Engl J Med 2004; 351:1502-1512.
14) Bruland OS, et al. Clin Cancer Res. 2006;12(20):6250s–57s
15) Parker C et al. N Engl J Med. 2013;369(3):213-223.
16) Parker C et al.; ASCO GU 2015; Abstract 195
17) Saad F. et al. ASCO 2015, Abstract 5034

HCC: L.DE.COM.SM.02.2016.4386
mCRC: L.DE.COM.SM.02.2016.4382
mCRPC: L.DE.COM.SM.02.2016.4378

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Quelle: Bayer


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