Phase-III-Studie SOLO-1 zur Erhaltungstherapie beim BRCA-mutierten fortgeschrittenen Ovarialkarzinom – Lynparza verzögert Krankheitsprogression signifikant

23. Juli 2018 | Kategorie: Substanzen

 

Haematologie-info  
  • Lynparza erreichte in der Studie SOLO-1 den primären Endpunkt und verlängerte das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) bei Frauen mit einem BRCA-mutierten fortgeschrittenen Ovarialkarzinom.
  • Lynparza ist damit der derzeit einzige PARP-Inhibitor, für den eine signifikante Wirk-samkeit bei der Erstlinien-Erhaltungstherapie des BRCA-mutierten fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms gezeigt wurde.

AstraZeneca und MSD gaben positive Ergebnisse der randomsierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie SOLO-1 zu Lynparza® (Olaparib)-Filmtabletten(1) bekannt. Frauen mit BRCA-mutiertem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, die im Rahmen einer Erstlinien-Erhaltungstherapie mit Olaparib behandelt wurden, wiesen eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Ver-besserung des medianen PFS im Vergleich zu Placebo auf. Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil des Poly-ADP Ribose-Polymerase (PARP)-Inhibitors Olaparib entsprach dem Profil aus vorherigen klinischen Studien. Basierend auf diesen Daten planen AstraZeneca und MSD Gespräche mit Gesundheitsbehörden über Zulassungsanträge.

Sean Bohen, Executive Vice President, Global Medicines Development und Chief Medical Officer bei AstraZeneca, betonte: „Erstmals sehen wir eine signifikante und klinisch wirkungsvolle Verlängerung des medianen progressionsfreien Überlebens bei der Erstlinien-Erhaltungstherapie für Frauen mit einem fortgeschrittenen Ovarialkarzinom und einer BRCA-Mutation, die mit einem PARP-Inhibitor behandelt wurden. Die SOLO-1-Daten bestä-tigen, dass das Wissen um den BRCA-Status bei Diagnose von großer Bedeutung ist. Sie schaffen die Grundlage dafür, dass Frauen mit einem BRCA-mutierten Eierstockkrebs nach einer entsprechenden Zulassung Olaparib als Erhaltungstherapie nach der Erstlinienbehandlung erhalten können. Wir möchten den Studienzentren, Ärzten und Schwestern und vor allem den Patientinnen, die an dieser Studie teilgenommen haben, danken. Ohne sie wären diese medizinischen Fortschritte nicht möglich gewesen.“

Roy Baynes, Senior Vice President und Head of Global Clinical Development, Chief Medical Officer, MSD Research Laboratories, sagte: „Die überzeugenden SOLO-1-Studiendaten bestätigen uns, dass Olaparib eine bedeutsame Krankheitskontrolle mit einem gut charak-terisierten Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil erzielen kann. Wir freuen uns darauf, bei einem der nächsten medizinischen Kongresse den vollständigen Datensatz für SOLO-1 präsentieren zu können. Weiterhin arbeiten wir mit den Zulassungsbehörden zusammen, um Frauen mit einem BRCA-mutierten Ovarialkarzinom Olaparib als Erstlinien-Erhaltungstherapie so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können.“

Aktuell untersucht die laufende GINECO/ENGOTov25-Phase-III Studie, PAOLA-1, die Wirkung von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab als Erstlinien-Erhaltungstherapie bei Frauen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Eierstockkrebs, unabhängig von ihrem BRCA-Status.(2) Diese Ergebnisse werden für 2019 erwartet.

Weiterführende Informationen

Über SOLO-1
SOLO-1 ist eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Phase-III-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Olaparib-Filmtabletten als Erstlinien-Erhaltungsmonotherapie bei Patientinnen mit einem fortgeschrittenen BRCA-mutierten Eierstockkrebs. In die Studie wurden 391 Patientinnen mit einer pathogenen oder vermutlich pathogenen BRCA1- oder BRCA2-Mutation, die auf eine Platin-basierte Chemotherapie vollständig oder partiell angesprochen haben, eingeschlossen. Die Studienteilnehmerinnen erhielten randomisiert (2:1) entweder zweimal täglich 300 mg Olaparib als Filmtabletten oder zweimal täglich Placebo-Tabletten. Der primäre Endpunkt ist das mediane PFS. Als weitere wichtige sekundäre Endpunkte werden die Zeit bis zur sekundären Krankheitsprogression oder zum Tod sowie das Gesamtüberleben erfasst und ausgewertet.(1)

Über Lynparza
Lynparza (Olaparib) wurde 2014 als erster PARP-Inhibitor zugelassen. Damit konnte dieser neue zielgerichtete Therapieansatz – Eingreifen in den DNA-Reparaturmechanismus von Tumorzellen – erstmals in die Behandlungsleitlinien von Frauen mit einem BRCA-mutierten Ovarialkarzinomrezidiv aufgenommen werden. In vitro-Studien zeigten, dass die durch Olaparib hervorgerufene Zytotoxizität die Hemmung der PARP-Enzymaktivität sowie die vermehrte Bildung von PARP-DNA-Komplexen einschließt, was zu DNA-Schäden und dem Absterben vor allem von Tumorzellen führt.(3)

Olaparib wird derzeit auch als Therapieoption bei einer Reihe von weiteren Tumorentitäten mit Defekten im DNA-Reparaturmechanismus untersucht.

Über AstraZeneca
Die AstraZeneca GmbH ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC. AstraZeneca gehört mit einem Konzernumsatz von rund 22,5 Milliarden USD (2017) weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten im Bereich Herz-Kreislauf und Stoffwechsel, Onkologie sowie Atemwegserkrankungen. Neben diesen Kerntherapiegebieten forscht AstraZeneca ebenfalls in den Bereichen Autoimmunerkrankungen, Neurowissenschaften und Infektionen. Weitere Informationen finden Sie auf www.astrazeneca.de.

Über MSD
MSD – in den USA und Kanada Merck & Co., Inc., mit Sitz in Kenilworth, NJ, USA – ist ein führendes globales Gesundheitsunternehmen, das seit mehr als 125 Jahren neue Lösungen für Gesundheitsprobleme weltweit erforscht und weiterentwickelt. Das Unternehmen ist mit rund 69.000 Mitarbeitern in mehr als 140 Ländern vertreten. Im Jahr 2017 hat MSD einen Umsatz von rund 40,1 Milliarden US-Dollar erzielt und ist gemessen am Umsatz der fünftgrößte Arzneimittelhersteller weltweit (Forbes Global 2000 List 2017). In Deutschland hat die Unternehmensgruppe ihren Hauptsitz in Haar bei München.

Im Kerngeschäft erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt MSD verschreibungspflichtige Arzneimittel, Impfstoffe und Biologika sowie Präparate für die Tiergesundheit. Um auch weiterhin mit innovativen Gesundheitslösungen erfolgreich zu sein, investiert MSD jeden vierten US-Dollar in Forschung und Entwicklung (rund 10 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017). Im Fokus stehen hier sowohl Prävention als auch Behandlung von Krebs, kardiovaskulären Erkrankungen, Alzheimer und Infektionskrankheiten wie HIV und Ebola. Darüber hinaus bietet MSD mit vielfältigen Corporate Responsibility-Programmen Lösungen für Gesundheitsprobleme in aller Welt.

Quellen

1 National Institutes of Health. Olaparib Maintenance Monotherapy in Patients With BRCA Mutated Ovarian Cancer Following First Line Platinum Based Chemotherapy. (SOLO-1). Verfügbar unter: https://clinicaltrials. gov/ct2/show/NCT01844986 (letzter Zugriff 28.06.2018).
2 National Institutes of Health. Platine, Avastin and OLAparib in 1st Line (PAOLA-1). Verfügbar unter: https://clinicaltrials. gov/ct2/show/NCT02477644 (letzter Zugriff 28.06.2018).
3 Murai J et al. Trapping of PARP1 and PARP2 by Clinical PARP inhibitors. Cancer Res. 2012; 72(21): 5588-5599.


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