Platin-sensibles Ovarialkarzinom: Erhaltungstherapie mit Niraparib verbessert PFS unabhängig vom BRCA- und HRD-Mutationsstatus

| Kategorie: Substanzen

 

Haematologie-info  

Die AGO-OVAR NOVA-Studie untersuchte eine Niraparib-Erhaltungstherapie bei Frauen mit Ovarialkarzinom, die (partiell oder komplett) auf die vorangegangene Platin-basierte Chemotherapie angesprochen hatten (1). Die Studie zeigte die Langzeitwirksamkeit der Erhaltungstherapie mit Niraparib bei Frauen sowohl mit als auch ohne BRCA-Keimbahnmutation, erläuterte Prof. Dr. Sven Mahner, München, bei einem Satellitensymposium im Rahmen des DKK in Berlin (2).

In die Studie waren 203 Patientinnen mit einer BRCA- und 350 Patientinnen ohne BRCA-Keimbahnmutation (non-gBRCA) eingeschlossen. Alle Subgruppen profitierten von der Erhaltungstherapie: Frauen ohne BRCA-Keimbahnmutation, aber mit Defekt in der sog. homologen Rekombination (HRD+) erreichten ein PFS von 12,9 Monaten vs. 3,8 Monate unter Placebo (HR=0,38, p<0,001). Non-gBRCA-Patientinnen, die auch HRD-negativ waren, erreichten ein PFS von 6,9 Monaten vs. 3,8 Monate unter Placebo (HR=0,58; p=0,02). „Die Wirksamkeit von Niraparib bestand unabhängig vom Ansprechen auf die vorherige Chemotherapie und war altersunabhängig in den Kohorten unter und über 70 Jahre“, sagte Mahner. Nur wenige brauchten eine Therapiepause nach dem 3. Zyklus aufgrund von hämatologischer Toxizität, so Mahner. „Es gab Dosisanpassungen zu Behandlungsbeginn, und dann konnten die Patientinnen stabil behandelt werden. Nach 2 Jahren waren noch 40% progressionsfrei“, sagte er. „Patientinnen mit Keimbahnmutation kann man mit einer PARP-Inhibitor-Therapie für die nächsten 2 Jahre Sicherheit und Ruhe geben. Und wir sprechen hier von Patientinnen mit einem rezivierten Ovarialkarzinom – das ist ein echter Behandlungsfortschritt.“ Prof. Dr. Jakobus Pfisterer, Kiel, ergänzte, dass sich durch die Erhaltungstherapie mit Niraparib gegenüber Placebo keine Verschlechterung der Lebensqualität gezeigt habe. „33% der Patientinnen entwickelten unter Niraparib eine Thrombopenie von Grad 3/4. Mittlerweile sind 2 Risikofaktoren bekannt, die diesbezüglich eine Dosisreduktion nötig machen, nämlich Körpergewicht < 77 kg zu Behandlungsbeginn sowie eine Thrombozyten-Ausgangszahl < 159.000/Mikroliter. Pfisterer empfahl die wöchentliche Blutbildkontrolle in den ersten 4 Behandlungswochen, danach monatlich. Quelle: Symposium "Neue Therapieoptionen in der Onkologie: Niraparib ...", DKK, 22.02.2018, Berlin; Veranstalter: TESARO Literatur: (1) Mirza MR et al. NEJM 2016; 375:2154-64 (2) Matulonis UA et al. J Clin Oncol 2017;35 (suppl): #5534


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