Positive Daten zur Kombinationstherapie mit Tecentriq beim kleinzelligen Bronchialkarzinom

1. Oktober 2018 | Kategorie: Substanzen

Auf der diesjährigen World Conference on Lung Cancer (WCLC) in Toronto wurden gestern erstmals Phase-III-Daten1 zur Kombination von Tecentriq®▼(Atezolizumab) mit Chemotherapie in der First-Line-Therapie des kleinzelligen Bronchialkarzinoms mit extensiver Ausbreitung (ES-SCLC) vorgestellt. Die Ergebnisse der IMpower133-Studie sind die ersten positiven Phase-III-Daten in dieser Indikation seit 20 Jahren und vielversprechend für die zukünftige Therapie des ES-SCLC: Das mediane Gesamtüberleben (OS) verlängerte sich unter der Kombination mit Tecentriq signifikant um zwei Monate, bei einer Verringerung des Mortalitätsrisikos um 30 Prozent. Nach einem Jahr waren noch über die Hälfte der mit Tecentriq behandelten Patienten am Leben.

Die doppelblinde, randomisierte Phase-III-Studie IMpower1331 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit des PD-L1-Inhibitors Tecentriq in Kombination mit Chemotherapie (Carboplatin und Etoposid) und anschließender Erhaltungstherapie mit Tecentriq bei zuvor unbehandelten Patienten mit ES-SCLC im Vergleich zu einer alleinigen Chemotherapie mit anschließender Placebo-Erhaltungstherapie. Die Daten zeigen: Nach einem medianen Follow-up von 13,9 Monaten lebten Patienten, die zusätzlich zur Chemotherapie Tecentriq erhielten, median zwei Monate länger (OS: 12,3 vs. 10,3 Monate unter Chemotherapie) – der Überlebensvorteil entspricht einer signifikanten Reduktion des Mortalitätsrisikos um 30 Prozent (HR: 0,70; 95 %-KI: 0,54 – 0,91; p = 0,0069). Nach einem Jahr waren noch mehr als die Hälfte der Patienten (51,7 %) im Tecentriq-Arm am Leben vs. 38,2 Prozent im Vergleichsarm.

Auch hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens (PFS) profitierten Patienten signifikant von der Kombinationstherapie (PFS: 5,2 vs. 4,3 Monate unter Chemotherapie; HR: 0,77; 95 %-KI: 0,62 – 0,96; p = 0,017): Gegenüber der alleinigen Chemotherapie wurde durch die Hinzunahme von Tecentriq der Anteil an Patienten, die nach einem Jahr progressionsfrei waren, mehr als verdoppelt (12,6 % vs. 5,4 %). Über alle wichtigen Subgruppen hinweg zeigte sich konsistent ein Vorteil für die Behandlung mit Tecentriq. Darüber hinaus erwies sich die First-Line-Kombination als sicher und verträglich: Die Rate an unerwünschten Ereignissen (Grad 3-4) wurde durch die zusätzliche Behandlung mit Tecentriq nicht klinisch relevant erhöht (67,2 % vs. 63,8 % unter alleiniger Chemotherapie).

„Dies sind die ersten positiven Studiendaten für eine Kombination von Immuntherapie und Chemotherapie für Patienten mit metastasierten kleinzelligen Lungenkarzinom“, erläutert Prof. Martin Reck, Grosshansdorf. „Diese Ergebnisse sind ein echter Lichtblick für uns als Ärzte und für unsere Patienten – innerhalb der letzten 20 Jahre haben wir trotz vielfältiger Studien keinen Fortschritt für diese Indikation zeigen können. Diese Daten werden die Behandlung von Patienten mit einem fortgeschrittenen kleinzelligen Lungenkarzinom grundsätzlich verändern.“

Fünfte positive Phase-III-Studie für Tecentriq beim Lungenkarzinom
Jeder Patient ist einzigartig und soll künftig genau die Immuntherapie erhalten, die ihn für seinen persönlichen Kampf gegen den Krebs stark macht – an dieser Mission arbeitet Roche jeden Tag. Im Rahmen eines umfassenden Studienprogramms erforscht Roche Tecentriq aktuell in verschiedenen Indikationen und Therapiesituationen – als Monotherapie und in Kombination mit Chemotherapien und anderen zielgerichteten Therapien. Allein beim fortgeschrittenen Bronchialkarzinom liegen mit der Studie IMpower133 mittlerweile die Resultate von fünf positiven Phase-III-Studien vor. Acht weitere Phase-III-Studien untersuchen derzeit Mono- und Kombinationstherapien mit Tecentriq in verschiedenen Therapiesituationen des Bronchialkarzinoms.

Zugelassen ist Tecentriq beim Bronchialkarzinom bisher nur als Monotherapie für die Second-Line des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms.3 In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie OAK verlängerte Tecentriq das OS gegenüber Docetaxel signifikant um median 4,2 Monate (13,8 vs. 9,6 Monate; HR: 0,73; p = 0,0003). Patienten mit einem Nicht-Plattenepithelkarzinom erreichten in dieser Studie mit Tecentriq sogar ein medianes OS von 15,6 Monaten – gegenüber 11,2 Monaten im Chemotherapie-Arm (HR: 0,73; p = 0,0015).4

[1] Liu S et al., WCLC Sept. 2018: Abstract PL02.07
[2] Fachinformation Tecentriq®, Stand: Juli 2018
[3] Rittmeyer A et al., Lancet 2017; 389 (10066): 255-56

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Die Roche Pharma AG im südbadischen Grenzach-Wyhlen verantwortet mit rund 1.400 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das deutsche Pharmageschäft. Dazu gehören Marketing und Vertrieb von Roche Medikamenten in Deutschland sowie der Austausch mit Wissenschaftlern, Forschern und Ärzten in Praxen und Krankenhäusern. Im Bereich der klinischen Forschung koordiniert der Standort alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland sowie Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte. Für den europäischen Raum erfolgen in Grenzach-Wyhlen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung.

Quelle: Roche


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