Positives Votum für Osimertinib als Erstlinientherapie beim EGFR-mutationspositiven NSCLC

14. Mai 2018 | Kategorie: Pharmaindustrie

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat ein positives Votum für die Zulassungserweiterung von Osimertinib (TAGRISSO®) für die Erstlinientherapie von erwachsenen Patienten mit epidermalem Wachstumsfaktor-Rezeptor mutationspositivem (EGFRm) nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) ausgesprochen. Die Empfehlung basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie FLAURA, die im Rahmen des ESMO-Kongresses 2017 präsentiert und im renommierten New England Journal of Medicine publiziert wurden. Die Therapie mit dem EGFR-Tyrosinkinasehemmer (TKI) Osimertinib führte gegenüber der aktuellen Standardbehandlung mit Erlotinib oder Gefitinib zu einem erstmals erreichten medianen progressionsfreien Überleben (PFS) von 18,9 Monaten im Vergleich zu 10,2 Monaten (1).

„Diese Empfehlung für die Zulassungserweiterung von Osimertinib unterstreicht dessen Potential, neuer Standard für die Erstlinientherapie von NSCLC-Patienten mit positivem EGFR-Mutationsstatus zu werden und spiegelt seine Überlegenheit in der FLAURA-Studie wider. Die Daten dokumentieren eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung des PFS mit Osimertinib im Vergleich zum EGFR-TKI-Vergleichsarm (siehe Tabelle). Dieser Vorteil wurde in allen Subgruppen beobachtet, einschließlich bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen“, so Sean Bohen, Executive Vice President der Abteilung für globale Arzneimittelentwicklung und Chief Medical Officer bei AstraZeneca.

Aktuelle Auswertungen der FLAURA-Studie zu den Post-Progressions-Daten vom ELCC-Kongress 2018 dokumentieren zudem, dass eine potentielle Sequenz mit zwei oder mehr zielgerichteten Therapien einer Erstlinientherapie mit Osimertinib nicht überlegen ist (2). Die mediane Zeitspanne bis zum Abbruch der EGFR-TKI-Therapie war im Osimertinib-Arm mit 23 Monaten (95%-KI: 19,5-k. A.) länger als in der Kontrollgruppe (16 Monate; 95%-KI: 14,8-18,6). In dieser hatten alle Patienten bei Nachweis einer EGFR-T790M-Mutation die Option, eine zielgerichtete Zweitlinientherapie mit Osimertinib zu erhalten.

Das Sicherheitsprofil von Osimertinib entsprach den bekannten Sicherheitsdaten aus vorherigen klinischen Studien. TAGRISSO® wurde gut vertragen.1 Es traten weniger unerwünschte Ereignisse (UE) vom Schweregrad ≥ 3 auf als im Vergleichsarm mit den Standard-EGFR-TKIs (34% vs. 45%). Die häufigsten UE, die auftraten, waren Hautausschlag (Osimertinib: 58% (1,1% mit Schweregrad ≥ 3); Vergleichsarm: 78% (6,9% mit Schweregrad ≥ 3)), Durchfall (Osimertinib: 58% (2,2% mit Schweregrad ≥ 3); Vergleichsarm: 57% (2,5% mit Schweregrad ≥ 3)) und trockene Haut (Osimertinib: 36% (˂ 1% mit Schweregrad ≥ 3); Vergleichsarm: 36% (1,1% mit Schweregrad ≥ 3)).

Die Empfehlung für die EU-weite Zulassungserweiterung von Osimertinib für das beschriebene Therapieregime wird nun von der Europäischen Kommission für die 28 EU-Mitgliedsstaaten geprüft, einschließlich Island, Norwegen und Liechtenstein. Osimertinib hat im April 2018 bereits von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) die Zulassung in den USA für die Erstlinientherapie von NSCLC-Patienten mit EGFR-Mutation erhalten.

Literatur:
(1) Soria JC, et al. Osimertinib in Untreated EGFR-Mutated Advanced Non–Small-Cell Lung Cancer. N Engl J Med. 2018;378:113-125
(2) Planchard D, et al. Osimertinib vs standard of care (SoC) EGFR-TKI as first-line therapy in patients (pts) with untreated EGFRm advanced NSCLC: FLAURA post-progression outcomes. ELCC 2018; Abstract #1280

Quelle: AstraZeneca


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