Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Erhaltungstherapie mit Niraparib verlängert die symptomfreie Zeit

6. Mai 2019 | Kategorie: Substanzen

Der PARP-Inhibitor Niraparib (Zejula®) verlängert bei Patientinnen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom nicht nur das Überleben sondern auch die Zeit ohne Symptome oder Toxizitäten unabhängig vom BRCA-Status. Dies zeigt die TWiST (Time Without Symptoms or Toxicity)-Analyse der Daten der ENGOT-OV16/NOVA Studie. Bei Patientinnen, die nach Platin-basierter Rezidivtherapie eine Erhaltungstherapie mit Niraparib erhielten, traten Symptome und Toxizitäten (Grad ≥ 2) wie Fatigue, Übelkeit und Erbrechen später auf als unter Placebo. Der Erfassung und Dokumentation von Daten zur Lebensqualität von Tumorpatienten in klinischen Studien kommt neben den klassischen Endpunkten Effektivität und Toxizität immer größere Bedeutung zu.

Beim 50. Jahreskongress der Society of Gynecologic Oncology (SGO) vom 16.-19. März 2019 in Honolulu, Hawaii, wurden Ergebnisse der TWiST-Analyse der Studie AGO-OVAR2.22/ENGOT-OV16/NOVA veröffentlicht (1). Diese Analyse zeigt, dass die Erhaltungstherapie mit Niraparib bei Patientinnen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom die Zeit bis zum Auftreten bestimmter Symptome verlängert.

In der Studie hatte Niraparib das progressionsfreie Überleben (PFS) bei Patientinnen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom im Vergleich zu Placebo signifikant unabhängig vom BRCA-Status verlängert (2).

„Wenn Patientinnen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom nach einer Platin-basierten Rezidivtherapie eine Remission erreichen, haben sie die Option, ihr progressionsfreies Überleben durch eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Inhibitor zu verlängern“, sagte Prof. Ursula A. Matulonis, Boston, die die TWiST-Analyse auf dem SGO 2019 vorstellte (1). „Dass wir durch diese zusätzliche Erhaltungstherapie die Lebensqualität der Frauen nicht signifikant negativ beeinflussen, ist ein sehr wichtiges Ergebnis.“

Die NOVA-Studie hatte neben der BRCA-unabhängigen Verlängerung des PFS auch eine vergleichbare Lebensqualität der Patientinnen unter Niraparib und Placebo ergeben (2). Mit der TWiST-Analyse wurde nun dem Aspekt Erhalt der Lebensqualität weiter Rechnung getragen. Für die Analyse wurden Fatigue, Übelkeit und Erbrechen vom Grad ≥ 2 als symptomatische unerwünschte Ereignisse gewertet. Die Patientinnen unter der Niraparib-Erhaltungstherapie hatten eine längere Zeit ohne Progression und Toxizitäten als die Frauen, die Placebo erhielten. So verlängerte Niraparib die TWiST bei den Patientinnen mit einer BRCA-Keimbahnmutation im Mittel um 2,95 Jahre und bei den Frauen ohne BRCA-Keimbahnmutation um 1,34 Jahre (3).

Literatur:

(1) Pressemitteilung der Society of Gynecologic Oncology (SGO) am 16. März 2019. https://www.sgo.org/newsroom/news-releases/ovarian-cancer-drug-niraparib-maintains-remission-and-extends-time-without-symptoms/ Zugriff am 04.04.2019
(2) Matulonis UA et al. Time without symptoms or toxicity in patients with recurrent ovarian cancer receiving niraparib maintenance treatment versus placebo: A TWIST analysis of the ENGOT24-OV16/NOVA trial. Society of Gynecologic Oncology (SGO) 50th Annual Meeting on Women’s Cancer, 16.-19. März 2019 in Honolulu, Hawaii. Abstract 1. https://www.sgo50.org/wp-content/uploads/2019/02/SGO-2019-Annual-Meeting-Abstracts.pdf Zugriff am 4.4.2019
(3) Mirza MR et al. Niraparib Maintenance Therapy in Platinum-Sensitive, Recurrent Ovarian Cancer. N Engl J Med 2016;375:2154.64. https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa1611310?url_ver=Z39.88-2003&rfr_id=ori:rid:crossref.org&rfr_dat=cr_pub%3dwww.ncbi.nlm.nih.gov Zugriff am 4.4.2019

Quelle: Tesaro


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