TAGRISSO® (Osimertinib) zeigt signifikante Überlegenheit gegenüber Standardchemotherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit EGFR T790M-Mutation

24. Januar 2017 | Kategorie: Substanzen

 

Haematologie-info  

Im Rahmen der 17. World Conference on Lung Cancer (WCLC) der International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC) in Wien präsentierte AstraZeneca erstmals Ergebnisse der Phase-III-Studie AURA3 zum Wirkstoff Osimertinib (TAGRISSO®). Die Ergebnisse bestätigen Osimertinib als neuen Behandlungsstandard in der Zweitlinientherapie von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor) T790M-mutationspositivem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC). Die Studiendaten zeigen, dass Osimertinib eine Verbesserung des medianen progressionsfreien Überlebens (PFS) um 5,7 Monate bewirkt – mehr als eine Verdopplung gegenüber dem bisherigen Standard. Das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung wird gegenüber der Standardchemotherapie um 70 Prozent reduziert. Patienten mit Metastasen im Zentralnervensystem (ZNS) profitierten im gleichen Ausmaß wie die gesamte Patientenpopulation.1* AURA3 ist die erste randomisierte Phase-III-Studie, die Osimertinib mit einer Chemotherapie vergleicht. Die Ergebnisse wurden zeitgleich zur Präsentation auf dem WCLC online im New England Journal of Medicine publiziert.

Die AURA3-Daten zeigen, dass Osimertinib gegenüber einer Platin-basierten Kombinations-chemotherapie das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) statistisch signifikant verlängern kann (10,1 Monate gegenüber 4,4 Monate, Hazard-Ratio [HR] 0,30; 95 % Konfidenzintervall (KI): 0,23, 0,41; p<0,001). Auch bei den 34 Prozent der Patienten, die zu Beginn der Studie ZNS-Metastasen aufwiesen, war das PFS unter Osimertinib gegenüber der Platin-basierten Kombinationschemotherapie signifikant verlängert (8,5 Monate gegenüber 4,2 Monate, HR 0,32; 95 % KI: 0,21, 0,49).1 Das Risiko für eine Krankheitsprogression konnte bei diesen Patienten um 68 Prozent verringert werden. „Da es sich beim Lungenkarzinom um die Krebsart handelt, die sich am häufigsten in das Gehirn ausbreitet, ist es sehr ermutigend zu sehen, dass TAGRISSO bei Patienten mit ZNS-Metastasen, die oft eine besonders schlechte Prognose haben, gut wirkt“, erklärt Sean Bohen, Executive Vice President Global Medicines Development und Chief Medical Officer bei AstraZeneca. Dr. Vassiliki A. Papadimitrakopoulou von der University of Texas, USA, erläutert: „Die Ergebnisse der AURA3-Studie sind nicht nur statistisch signifikant, sondern auch klinisch bedeutsam. Denn zum ersten Mal hat ein gezielt wirkendes Medikament wie Osimertinib bei Patienten mit einem T790M-mutationspositiven Tumor zu einer Verlängerung des PFS gegenüber einer Platin-basierten Kombinationschemotherapie geführt.“
AURA3: Sicherheitsdaten und unerwünschte Ereignisse

Die im Rahmen der AURA3-Studie erhobenen Sicherheitsdaten zu Osimertinib stimmen mit den bisherigen Erfahrungen überein. Möglicherweise durch die Therapie verursachte unerwünschte Ereignisse (UE) mit einem Schweregrad von ≥3 wurden bei 6 Prozent der Patienten (n=16) unter Osimertinib-Behandlung gemeldet – gegenüber 34 Prozent (n=46) unter Platin-basierter Kombinationschemotherapie.2 Die häufigsten UE in der Osimertinib-Gruppe waren Diarrhö (29 % alle Grade, 1 % Grad ≥3) und Hautausschlag (28 % alle Grade, <1 % Grad ≥3), gegenüber Übelkeit (47 % alle Grade, 3 % Grad ≥3) und Appetitverlust (32 % ge-samt, 3 % Grad ≥3) in der Chemotherapie-Gruppe.1,2 Die Daten zu Osimertinib in AURA3 decken sich mit den Ergebnissen der Phase-II-Studien AURA2 und AURA-Extension. Unter Osimertinib wurden klinische Vorteile gegenüber einer Platin-basierten Kombinationschemotherapie beschrieben, unabhängig davon, ob die T790M-Mutation mittels Plasma-ctDNA (circulating tumor DNA) oder Gewebeprobe identifiziert wurde. Soweit möglich, sollte bei Patienten mit negativem Plasma-T790M-Test noch eine Gewebeuntersuchung erfolgen.1 Beschleunigte Zulassungsverfahren bei FDA und EMA
Im November 2015 erteilte die US Food and Drug Administration (FDA) Osimertinib die beschleunigte Zulassung zur Behandlung von Patienten mit EGFR T790M-mutationspositivem NSCLC, bei denen es nach Behandlung mit einem EGFR-TKI zum Progress kam.3 Auch bei der European Medicines Agency (EMA) durchlief Osimertinib ein beschleunigtes Zulassungsverfahren. Für Europa erhielt Osimertinib im Februar 2016 eine Marktzulassung unter „Besonderen Bedingungen“ zur Behandlung erwachsener Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem EGFR T790M-mutationspositivem NSCLC, unabhängig von der Vorbehandlung mit einem EGFR-TKI.

Bedeutung der AURA3-Daten für Deutschland
In Deutschland hat AstraZeneca den Vertrieb von TAGRISSO® zum 1. Dezember 2016 eingestellt. Damit zog das pharmazeutische Unternehmen Konsequenzen aus der frühen Nutzenbewertung: Der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) erkannte keinen Zusatznutzen für das Lungenkrebsmedikament an, da ein beschleunigtes Zulassungsverfahren auf der Basis früher Studiendaten nicht den Bewertungsanforderungen des G-BA entspricht. Der aktuelle G-BA-Beschluss ist bis Mitte nächsten Jahres befristet. „AstraZeneca wird auf Basis der jetzt erschienenen AURA3-Daten schnellstmöglich ein neues Nutzendossier in Deutschland einreichen, um die notwendigen Voraussetzungen für eine angemessene Nutzenbewertung dieses klinisch hochrelevanten Medikaments zu erfüllen“, erläutert Dr. Karl Matussek, Vice President Oncology bei AstraZeneca. „Die positiven Studiendaten belegen erneut, dass TAGRISSO die Prognose der Patienten erheblich verbessern kann und in der Therapie des NSCLC dringend benötigt wird.“ Osimertinib bleibt weiterhin in Deutschland zugelassen und steht in anderen europäischen Ländern zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

Weitere zusätzliche Materialien wie Hintergrundtexte, Infografiken und Abbildungen finden Sie unter https://www.astrazeneca.com/oncology-events.html.

Über AURA3
Die Studie AURA3 untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Osimertinib 80 mg einmal täglich im Vergleich zu einer Platin-basierten Kombinationschemotherapie (Platin-Pemetrexed) bei 419 Patienten mit EGFR T790M-mutationspositivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC, deren Erkrankung während oder nach einer Behandlung mit einem EGFR-Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) fortgeschritten ist. Die Studie wird an mehr als 130 Orten weltweit durchgeführt, darunter in den USA, Kanada, Europa, China, Japan, Korea, Taiwan und Australien.

Der primäre Endpunkt der Studie ist das PFS, zu den sekundären Endpunkten gehören das Gesamtüberleben (OS), die Gesamtansprechrate (ORR), die Ansprechdauer (DoR), die Krankheitskontrollrate sowie die Sicherheit und die Lebensqualität (HRQoL).

Über nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC)
Lungenkrebs ist für etwa ein Drittel der Krebstodesfälle verantwortlich und damit die führende krebsinduzierte Todesursache bei Frauen und Männern. Es versterben mehr Patienten an diesem Krebstypus als an Brust-, Prostata- oder Darmkrebs zusammen.4 25-40 Prozent der Patienten mit Lungenkrebs entwickeln Hirnmetastasen. Patienten mit EGFR-mutationspositivem NSCLC (10-15% der NSCLC-Patienten in Europa5 und den USA6) sind sensitiv gegenüber aktuell verfügbaren EGFR-TKIs, die für das Tumorwachstum relevante Signalwege blockieren.7 Dennoch kommt es in fast allen Fällen zum Fortschreiten der Erkrankung aufgrund einer Resistenz gegen die Therapie. Bei etwa zwei Drittel der Patienten, die mit den zugelassenen EGFR-TKIs Gefitinib, Erlotinib oder Afatinib behandelt werden, ist für diese Resistenz die Sekundärmutation T790M verantwortlich.6

Über Osimertinib
Osimertinib (TAGRISSO®, vorher AZD9291) (80 mg Tablette 1x täglich) ist in den USA, der EU, Japan, Kanada, Schweiz, Israel, Mexiko, Australien, Südkorea und weiteren Ländern zugelassen als erste Behandlungsoption für Patienten mit lokal-fortgeschrittenem oder metastasiertem EGFR T790M-mutationspositivem NSCLC. Die Behandlung mit Osimertinib setzt den Nachweis einer EGFR T790M-Mutation im Tumor voraus.

Osimertinib wurde im Rahmen eines der schnellsten Entwicklungsprogramme entwickelt. Zwischen dem Start der ersten klinischen Studien bis hin zur Zulassung lagen lediglich zweieinhalb Jahre. Osimertinib ist ein irreversibler EGFR-Inhibitor und wurde entwickelt, um die T790M-Resistenzmutation zu umgehen. Die Substanz wird auch für die metastasierte Erstli-niensitutation sowie die adjuvante Therapie untersucht, einschließlich Patienten mit und ohne Hirnmetastasen. Studien zu Kombinationen mit weiteren Wirkstoffen laufen.

AstraZeneca in der Onkologie
Die Onkologie ist ein Therapiebereich, in dem AstraZeneca über eine lange Tradition ver-fügt. Die Onkologie bringt ein sich schnell entwickelndes Portfolio neuer Medikamente her-vor, die das Potential haben, die Zukunft der Patienten und von AstraZeneca zu verändern. Mit mindestens sechs neuen Arzneimitteln, die zwischen 2014 und 2020 in den Markt eingeführt werden sollen, will AstraZeneca den Onkologiebereich als einen von sechs Wachstumsbereichen mit dem Fokus auf Lungenkrebs, Eierstockkrebs, Brustkrebs und Blutkrebs entwickeln. Zusätzlich zu den Kernkompetenzen verfolgt AstraZeneca im Sinne seiner Strategie innovative Partnerschaften wie etwa das Investment in Acerta Pharma für den Bereich Hämatologie.

AstraZeneca hat die Vision, die Behandlung von Krebs neu zu definieren und Krebs eines Tages als Todesursache auszuschalten. Daher hat sich das Unternehmen der Erforschung von vier Hauptplattformen verschrieben: Immunonkologie, zugrundeliegende genetische Faktoren von Krebs und Resistenzen, DNA-Reparatur und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate.

Über AstraZeneca
Die AstraZeneca GmbH in Wedel/Schleswig-Holstein ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC, mit Hauptsitz in Cambridge. AstraZeneca gehört mit einem Konzernumsatz von rund 25 Milliarden USD (2015) weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten im Bereich Herz-Kreislauf und Stoffwechsel, Onkologie, Atemwegserkrankungen sowie für die Behandlung von Infektions- und Autoimmunkrankheiten. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.astrazeneca.de.

Abkürzungen
ctDNA = zirkulierende Tumor DNA (circulating tumor DNA)
EGFR = epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor (epidermal growth factor receptor)
EMA = European Medicines Agency
FDA = Food and Drug Administration
G-BA = Gemeinsamer Bundesausschuss
HRQoL = Gesundheitsbezogene Lebensqualität (Health-related Quality of Live)
NSCLC = nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (non small cell lung cancer)
TKI = Tyrosinkinase-Inhibitor
UE = Unerwünschte Ereignisse
ORR = objektive Ansprechrate (objective response rate)
OS = Gesamtüberleben (overall survival)
PFS = progressionsfreies Überleben (progression-free survival)
DoR = Ansprechdauer (duration of response)
ZNS = Zentralnervensystem

* Gezeigt in einer Analyse aus einer vordefinierten exploratorischen Teilgruppenanalyse

Quellen:
1 Mok T S, et. al. Osimertinib or Platinum-Pemetrexed in EGFR T790M-Positive Lung Cancer incl. supplementary appendix. NEJM. 2016. Verfügbar unter: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1612674?query=fea-tured_home&#t=article. [Zugriff: Dezember 2016].
2 Papadimitrakopoulou V A, et al. Randomised Phase III study of osimertinib vs platinum-pemetrexed for EGFR T790M-positive advanced NSCLC (AURA3). mündlich präsentiert auf der World Conference on Lung Cancer 2016.
3 U.S. Food and Drug Administration (FDA). FDA approves new pill to treat certain patients with non-small cell lung cancer. Verfügbar unter: http://www.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnounce-ments/ucm472525.htm. [Stand: November 2015.]
4 GLOBOCAN (2012). Estimated cancer incidence, mortality and prevalence worldwide in 2012. Verfügbar unter: http://globocan.iarc.fr/Pages/fact_sheets_cancer.aspx. [Zugriff: Dezember 2016].
5 Szumera-Ciećkiewicz A, et al. EGFR mutation testing on cytological and histological samples in non-small cell lung cancer: a Polish, single institution study and systematic review of European incidence. Int J Clin Exp Pathol. 2013;6:2800-12.
6 Ellison G, et al. EGFR mutation testing in lung cancer: a review of available methods and their use for analysis of tumour tissue and cytology samples. J Clin Pathol. 2013;66:79-89. 7 Langer CJ, et al. Epidermal Growth Factor Receptor Inhibition in Mutation-Positive Non-Small-Cell Lung Can-cer: Is Afatinib Better or Simply Newer? Journal of Clinical Oncology. 2013;31(27);3303-3305. 8 Yu HA, et al, Analysis of Tumor Specimens at the Time of Acquired Resistance to EGFR-TKI Therapy in 155 Patients with EGFR-Mutant Lung Cancers. Clin Cancer Res. 2013;19:8 2240-2247.

Quelle: AstraZeneca


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