Tecentriq® beim Lungenkarzinom

9. September 2019 | Kategorie: Substanzen

Erstzulassung beim SCLC – Zulassungserweiterung beim NSCLC

  • EU-Zulassung von Tecentriq in Kombination mit Etoposid und Carboplatin beim kleinzelligen Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium („extensive stage“, ES-SCLC) erteilt
  • Weitere EU-Zulassung für Tecentriq in Kombination mit Chemotherapie (Carboplatin und nab-Paclitaxel) für Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit nicht-plattenepithelialer Histologie (Stadium IV)

Die Europäische Kommission hat den PD-L1-Inhibitor Tecentriq (Atezolizumab) als erstes Krebsimmuntherapeutikum in Kombination mit Etoposid und Carboplatin für die First-Line-Therapie von Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium („extensive stage“, ES-SCLC) zugelassen.1 In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie IMpower133 reduzierte die Kombinationstherapie mit Tecentriq das Mortalitätsrisiko der Patienten gegenüber der alleinigen Chemotherapie mit Carboplatin und Etoposid signfikant um 30 %.2 Zudem wurde auf Basis der Phase-III-Studie IMpower130 Tecentriq in Kombination mit Carboplatin und nab-Paclitaxel für die First-Line-Therapie von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit nicht-plattenepithelialer Histologie (Stadium IV) zugelassen.1 Auch in dieser Studie erreichten Patienten einen signifikanten Überlebensvorteil, wenn sie Tecentriq zusätzlich zur Chemotherapie erhielten.3 Neben der bereits bestehenden Zulassung in Kombination mit Avastin® (Bevacizumab) und Chemotherapie erweitert diese Zulassung das bisherige Therapiespektrum für Patienten mit NSCLC und ermöglicht zukünftig patientenindividuelle Behandlung mit dem PD-L1-Inhibitor über klassische Biomarker hinweg.4

Erstzulassung der Krebsimmuntherapie beim SCLC

Nach über 20 Jahren ohne medikamentösen Fortschritt konnte mit der Zulassung von Tecentriq auf Basis der IMpower133-Studie ein Durchbruch in der First-Line-Therapie von Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (ES-SCLC) erzielt werden: Tecentriq reduziert in Kombination mit der bisherigen Standardchemotherapie aus Etoposid und Carboplatin das Mortalitätsrisiko der Patienten signifikant um 30 % (HR: 0,70; 95 %-KI: 0,54 – 0,91;
p = 0,007)2. Das zeigt sich auch in einer Verlängerung des Gesamtüberlebens um median zwei Monate gegenüber alleiniger Chemotherapie (mOS: 12,3 vs. 10,3 Monate; medianes Follow-up: 13,9 Monate). Mehr als die Hälfte der Patienten (51,7 %) war nach einem Jahr noch am Leben, verglichen mit 38,2 % bei den mit Placebo plus Chemotherapie behandelten Studienteilnehmern.2

Tecentriq ermöglicht NSCLC-Patienten individuelle Behandlung

In der First-Line-Therapie des fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC mit nicht-plattenepithelialer Histologie ist Tecentriq bereits seit März 2019 in Kombination mit Avastin und Carboplatin plus Paclitaxel zugelassen.1 In dieser Therapiesituation reduzierte das Regime aus Tecentriq, Avastin und Chemotherapie das Mortalitätsrisiko von NSCLC-Patienten mit Lebermetastasen signifikant um fast die Hälfte (HR: 0,52; 95 %-KI: 0,33 – 0,82; mOS: 13,3 vs. 9,4 Monate).4 Deutliche Vorteile zeigten sich auch bei Patienten mit EGFR-Mutation nach Versagen entsprechender zielgerichteter Therapien (HR: 0,61; 95 %-KI: 0,29 – 1,28).4

Die jetzt erfolgte Zulassung für Tecentriq in Kombination mit Carboplatin und nab-Paclitaxel erweitert das Behandlungsspektrum um eine zusätzliche Option in der First-Line-Therapie des NSCLC: Daten der IMpower130-Studie zeigen, dass NSCLC-Patienten mit nicht-plattenepithelialer Histologie in der Wildtyp-Intention-to-treat-Population (ohne EGFR-Mutation oder ALK-Alteration) im Median 4,7 Monate länger überlebten, wenn sie den PD-L1-Inhibitor zusätzlich zur Chemotherapie erhielten (mOS: 18,6 vs. 13,9 Monate; HR: 0,79; 95 %-KI: 0,64 – 0,98; p = 0,033).3

In beiden neu zugelassenen Therapiesituationen erwies sich Tecentriq als sicher und gut verträglich. Das Nebenwirkungsprofil war konsistent mit den bereits bekannten Sicherheitsprofilen.2,3

Durch diese neuen Therapieoptionen ist die Roche Pharma AG dem Ziel, jedem Patienten in seiner individuellen Situation die für ihn bestmögliche Therapie zur Verfügung zu stellen, wieder einen Schritt nähergekommen.

Referenzen

1. Fachinformation Tecentriq® 1200 mg, Stand August 2019
2. Horn L et al., N Engl J Med 2018; 379 (23): 2220–2229
3. West H et al., Lancet Oncol 2019; 20 (7): 924–937
4. Reck M et al., Lancet Respir Med 2019; 7 (5): 387–401

Quelle: Roche


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