Trifluridin/Tipiracil für vorbehandelte Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom in Europa zugelassen

4. Mai 2016 | Kategorie: Substanzen

Neue Therapieoption für vorbehandelte Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom

Die Europäische Kommission hat am 25. April 2016 das orale Zytostatikum LONSURF® (Trifluridin/Tipiracil) zugelassen. Die Zulassung wurde ausgesprochen für die Behandlung erwachsener Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom, bei denen bisher verfügbare Therapieoptionen ausgeschöpft wurden oder für Patienten, für die diese Behandlungen nicht in Frage kommen. Bis zur Markteinführung des neuen Medikaments, die für Herbst dieses Jahres geplant ist, steht Trifluridin/Tipiracil betroffenen Patienten bereits im Rahmen eines Arzneimittel-Härtefallprogramms (Compassionate Use Program) zur Verfügung.

Der Zulassungsinhaber SERVIER teilte heute mit, dass die Europäische Kommission die Zulassung für das orale Zytostatikum Trifluridin/Tipiracil für die Behandlung des vorbehandelten metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) erteilt hat. LONSURF® ist zugelassen zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC), die bereits mit verfügbaren Therapien behandelt wurden oder die für diese nicht geeignet sind. Diese Therapien beinhalten Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-basierte Chemotherapien, Anti-VEGF- und Anti-EGFR-Substanzen. Trifluridin/Tipiracil (Forschungsname TAS-102) ist ein orales Zytostatikum (1).

Die EU-Zulassung basiert auf der internationalen, doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Phase-III-Studie RECOURSE, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Trifluridin/Tipiracil plus „best supportive care“ (BSC) im Vergleich zu Plazebo plus BSC bei 800 Patienten mit vorbehandeltem mCRC untersucht hatte (2). Die Studie zeigte eine signifikante Risikoreduktion im Gesamtüberleben (OS) um 32% unter Trifluridin/Tipiracil/BSC im Vergleich zu Plazebo/BSC und erreichte damit ihren primären Endpunkt.

„Die Daten der Zulassungsstudie RECOURSE zeigen, dass Trifluridin/Tipiracil verglichen mit Plazebo das Überleben betroffener Patienten verlängern und das Sterberisiko reduzieren kann“, sagte Professor Eric Van Cutsem von der Universitätsklinik Leuven. „Mit LONSURF® können wir den Krankheitsprogress hinauszögern und müssen nicht bereits verwendete Therapien noch einmal einsetzen.“

Über die RECOURSE-Studie
RECOURSE ist eine internationale, doppelblinde, Plazebo-kontrollierte Phase-III-Studie, die Wirksamkeit und Sicherheit von Trifluridin/TipiracilF plus BSC im Vergleich zu Plazebo plus BSC bei 800 Patienten mit vorbehandeltem mCRC untersuchte, von denen 403 in Europa behandelt wurden (2). Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des OS unter LONSURF®/BSC im Vergleich zu Plazebo/BSC und erreichte damit den primären Studienendpunkt. Das relative Sterberisiko war unter Trifluridin/Tipiracil/BSC im Vergleich zu Plazebo/BSC um 32% vermindert (HR=0,68; 95% KI: 0,58 bis 0,81 p<0,001). Eine auf dem ASCO GI-Kongress 2016 präsentierte aktualisierte Analyse, die bei 89% der Ereignisse durchgeführt worden war, bestätigte den klinisch bedeutsamen und statistisch signifikanten Überlebensvorteil von Trifluridin/Tipiracil plus BSC verglichen mit Plazebo plus BSC. Dieser manifestierte sich in einer 31%igen relativen Reduktion des Sterberisikos (HR=0,69; 95% KI: 0,59 bis 0,81; p<0,0001) und einer zweimonatigen Verlängerung des medianen OS. Das mediane OS betrug 7,2 Monate für LONSURF® plus BSC vs. 5,2 Monate für Plazebo plus BSC. Die 1-Jahres-Überlebensrate lag damit bei 27,1% mit Trifluridin/Tipiracil/BSC bzw. 16,6% unter Plazebo/BSC (3 4). Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen (≥ 30%) unter LONSURF® waren Neutropenie, Leukopenie, Übelkeit, verminderter Appetit, Diarrhöe, Fatigue, Anämie, Thrombozytopenie sowie eine Erhöhung der Leberenzymwerte (Gesamt-Bilirubin, alkalische Phosphatase, GOT). Über das kolorektale Karzinom (CRC)
Das CRC war im Jahr 2012 mit 215.000 Todesfällen die zweithäufigste Ursache für krebsbedingte Todesfälle in Europa.5 In Deutschland erkrankten 2012 rund 62.000 Menschen und fast 26.000 Patienten starben an der Erkrankung.6 Es besteht daher nach wie vor ein hoher ungedeckter Bedarf an neuen Therapiemöglichkeiten.5 Etwa ein Viertel der Patienten hat bei der Erstdiagnose bereits Metastasen und fast die Hälfte der Patienten entwickelt im Laufe der Erkrankung Fernmetastasen.7 Diese sind in erster Linie für die hohen Mortalitätsraten verantwortlich, denn die 5-Jahres-Überlebensrate von Patienten mit mCRC im Stadium IV liegt nur bei etwa 11 %.8

Über Lonsurf®
Lonsurf® ist ein orales Zytostatikum, bestehend aus der Kombination von Trifluridin (FTD) und Tipiracil (TPI). FTD ist ein antineoplastisches Nukleosid-Analogon, das direkt in die DNA eingebaut wird und dadurch die Funktion der DNA beeinträchtigt. Die FTD-Konzentration im Blut wird durch TPI, einen Inhibitor des FTD-abbauenden Enzyms Thymidin-Phosphorylase, aufrechterhalten.1,4,9 Lonsurf® ist in Japan und in den USA bereits für die Behandlung des metastasierten CRC zugelassen.10,11

Über das Compassionate Use Program
Das Arzneimittel-Härtefallprogramm (Compassionate Use Program) zu Lonsurf®, das von SERVIER in Deutschland beim BfArM angezeigt wurde,12 bietet die Möglichkeit, das Arzneimittel betroffenen Patienten bereits vor der Markteinführung verfügbar zu machen. Der mögliche Einsatz von Lonsurf® im Rahmen des Härtefallprogramms ist indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC), die bereits mit verfügbaren Therapien behandelt wurden oder die für diese nicht geeignet sind. Diese Therapien beinhalten Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-basierte Chemotherapien, Anti-VEGF- und Anti-EGFR-Substanzen. Weitere Informationen zur Teilnahme eines Patienten am Compassionate Use Program erhält die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt unter TAS-CUP-DE@servier.com.

Über SERVIER und SERVIER Oncology
SERVIER ist ein unabhängiges forschendes Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Paris. Mit einer starken internationalen Präsenz in 148 Ländern und der Verschreibung von 92 % seiner Medikamente außerhalb Frankreichs beschäftigt SERVIER über 21.200 Mitarbeiter weltweit. 2015 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 3,9 Milliarden Euro, von denen 24 % in Forschung und Entwicklung reinvestiert wurden. Zurzeit befinden sich neun neue Wirkstoffmoleküle in der klinischen Entwicklung für die Onkologie, sowohl beim Mamma- und Bronchialkarzinom und anderen soliden Tumoren als auch für diverse Arten von Leukämien und Lymphomen.
Im Juni 2015 schloss SERVIER eine exklusive Lizenz-Vereinbarung mit Taiho Pharmaceutical Co., Ltd. über die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von Lonsurf® in Europa und anderen Ländern außerhalb der Vereinigten Staaten, Kanadas, Mexikos und Asiens ab.

Literatur:
(1) LONSURF Summary of Product Characteristics
(2) Ohtsu A, Yoshino T, Wabha M, et al. Phase 3 RECOURSE Trial of TAS-102 Versus Placebo With Best Supportive Care in Patients With Metastatic Colorectal Cancer: Geographic Subgroups. J Clin Oncol 2015;33 (suppl; abstr 3564).
(3) TAS-102 versus placebo plus best supportive care in patients with metastatic colorectal cancer refractory to standard therapies: Final survival results of the phase III RECOURSE trial. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl 4S; abstr 634) Available at: http://meetinglibrary.asco.org/content/159397-173 Accessed February 2016
(4) Mayer R, Van Cutsem E, et al. Randomized Trial of TAS-102 for Refractory Metastatic Colorectal Cancer. N Engl J Med 2015; 372:1909-19.

Quelle: Servier


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