Vismodegib beim fortgeschrittenen Basalzellkarzinom

24. November 2015 | Kategorie: Substanzen

Therapieentscheidung sollte sorgfältig abgewogen werden

Als erste medikamentöse Therapieoption für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit symptomatischem metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom wurde Erivedge® (Vismodegib) 2013 zugelassen. Der Hedgehog-Signalweg-Inhibitor steht seitdem als Therapieoption für diejenigen Patienten zur Verfügung, die für eine Operation oder Strahlentherapie nicht geeignet sind. Im Interview erörtern Prof. Dr. Axel Hauschild, Dr. Felix Kiecker und Dr. Daniela Göppner wichtige Gründe, die aus ihrer Erfahrung für die systemische Therapie sprechen.

Im frühen Stadium ist das Basalzellkarzinom (BCC) in der Regel mittels Operation oder Strahlentherapie heilbar. Bei Patienten, bei denen sich jedoch ein fortgeschrittenes BCC (aBCC) entwickelt hat, gilt es Prof. Axel Hauschild, Kiel, zufolge, weitere Aspekte bei der Wahl der Therapiemodalitäten zu berücksichtigen. Entscheidend sei hier nicht nur die Machbarkeit einer Behandlung sondern auch ihre Sinnhaftigkeit. Deshalb ist es wichtig, – wie auch in der S2k-Leitlinie empfohlen – die Vor- und Nachteile aller Therapieoptionen in einem interdisziplinären Tumorboard sorgfältig abzuwägen. Laut Leitlinie ist Vismodegib als medikamentöse Therapieoption für Patienten, bei denen eine Operation nicht möglich oder sinnvoll erscheint (1). Die endgültige Therapieentscheidung sollte laut Hauschild auf jeden Fall individuell und unter Berücksichtigung des Patientenwunsches gefällt werden.

Aus der Sicht von Dr. Felix Kiecker, Berlin, spricht vor allem ein zu erwartendes negatives kosmetisches Ergebnis als Folge einer Operation für die Abwägung alternativer Therapieoptionen. Insbesondere Entstellungen im Gesicht können erhebliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Patienten haben. „In einem solchen Fall muss mit dem Patienten darüber gesprochen werden, ob nicht eine systemische Therapie – was die Lebensqualität angeht – das bessere Ergebnis bringt“, erklärt Kiecker.

Von ihren guten Erfahrungen mit Vismodegib in der Praxis berichtet Dr. Daniela Göppner, Magdeburg. Als einen großen Fortschritt bewertet Göppner, dass auch viele Patienten, die als inoperabel und vermeintlich austherapiert gelten, von der Zulassung der ersten medikamentösen Therapieoption profitieren können. Zudem hebt sie die unkomplizierte Darreichungsform der Tablette hervor, „die sehr einfach einzunehmen ist und den Tumor auf eine operable oder anderweitig therapiebare Größe schrumpfen lässt“. Diese Erfahrungen spiegeln sich in auch in den Daten der Zulassungsstudie wider, in der 90% der Patienten mit lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom eine Größenreduktion der Läsionen aufwiesen (2).

Literaturhinweise:
(1) S2k-Leitlinie 032/021: Basalzellkarzinom
(2) Sekulic A et al., J Clin Oncol 2014, 32 (Suppl): #9013
(3) Basset-Seguin N et al., Lancet Oncol 2015, 16: 729–36.

Quelle: Roche


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