Zulassung für Nivolumab plus Ipilimumab als Erstlinientherapie für Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom mit intermediärem oder ungünstigem Risikoprofil

29. Januar 2019 | Kategorie: Pharmaindustrie

 

Haematologie-info  
  • Erste immunonkologische Kombinationstherapie, die die europäische Zulassung für zuvor nicht behandelte Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom erhält
  • Zulassung beruht auf Ergebnissen der Phase-III-Studie CheckMate-214

Die Europäische Kommission hat der Kombination von Nivolumab (Opdivo®) und Ipilimumab (Yervoy®) als Erstlinientherapie für Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) mit intermediärem oder ungünstigem Risikoprofil die Zulassung erteilt. Damit wurde erstmals eine immunonkologische Kombinationstherapie für Patienten mit dieser Art der Tumorerkrankung in der Europäischen Union zugelassen.

„Derzeit überleben weniger als 50 Prozent der Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom länger als zwei Jahre und es werden nahezu keine Komplettremissionen beobachtet, was deutlich macht, wie dringend neue Behandlungen für diese Erkrankung benötigt werden“, so Bernard Escudier, MD, ehemaliger Vorsitzender des Ausschusses für urogenitale Onkologie am französischen Krebsforschungsinstitut Gustave Roussy. „Die am 11.01.2019 erteilte Zulassung bietet Patienten in der EU eine Möglichkeit zu einer Erstlinientherapie, bei der eine Komplettremissionsrate von fast 10 Prozent sowie eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens bei weniger Nebenwirkungen der Schweregrade 3 und 4 im Vergleich zu Sunitinib nachgewiesen wurde.“

Die Zulassung beruht auf Ergebnissen der klinischen Phase-III-Studie CheckMate -214, die nach einer geplanten Zwischenauswertung vorzeitig gestoppt wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass die Kombination von Nivolumab plus Ipilimumab zu einer signifikanten Verlängerung des Gesamtüberlebens (Overall Survival, OS) mit einem um 37 % verringerten Sterberisiko bei Patienten mit intermediärem oder ungünstigem Risikoprofil führte, verglichen mit dem derzeitigen Therapiestandard Sunitinib (Hazard Ratio: 0,63; 99,8 %‑Konfidenzintervall (KI): 0,44 – 0,89; p<0,0001). Der OS-Vorteil zeigte sich unabhängig von der Höhe der PD‑L1‑Expression. Das mediane Gesamtüberleben wurde bei Patienten, die mit Nivolumab plus Ipilimumab behandelt wurden, noch nicht erreicht (95 %‑KI: 28,2 bis nicht abschätzbar) – unter Sunitinib betrug es 25,9 Monate. Nivolumab plus Ipilimumab führte zudem zu einem langanhaltenden Ansprechen bei einer höheren objektiven Ansprechrate (Objective Response Rate, ORR) von 41,6 % (95 %‑KI: 36,9 – 46,5; p<0,0001; n=177/425) verglichen mit 26,5 % unter Sunitinib (95 %‑KI: 22,4 – 31,0; n=112/422) sowie zu einer Komplettremissionsrate von 9,4 % im Vergleich zu 1,2 % in der Sunitinib-Gruppe. Die mediane Ansprechdauer war bei den Patienten, die auf die Behandlung mit Nivolumab plus Ipilimumab ansprachen, noch nicht erreicht (95 %-KI: 21,8 bis nicht abschätzbar), verglichen mit 18,2 Monaten unter Sunitinib (95 %-KI: 14,8 bis nicht abschätzbar). Die Kombination von Nivolumab plus Ipilimumab war gegenüber Sunitinib auch mit insgesamt weniger Nebenwirkungen vom Schweregrad 3 oder 4 assoziiert (65 % versus 76 %). „Wir sind hoch erfreut, dass die Europäische Kommission die Kombination von Nivolumab plus Ipilimumab auf Grundlage des in der Studie CheckMate -214 nachgewiesenen signifikanten Überlebensvorteils zugelassen hat”, kommentierte Chris Boerner, Chief Commercial Officer, Bristol-Myers Squibb. „Die am 11.01.2019 erteilte Zulassung trägt weiter zu unseren Zielen bei, die Krebstherapie grundsätzlich zu verändern und sowohl die Lebensqualität als auch das Langzeitüberleben der Patienten zu erhöhen.“ Über CheckMate -214
CheckMate -214 ist eine randomisierte, offene Phase-III-Studie zur Untersuchung der Kombination von Nivolumab plus Ipilimumab gegenüber Sunitinib bei Patienten mit unbehandeltem fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom (Renal Cell Carcinoma, RCC). Innerhalb der Studienpopulation mit intermediärem oder ungünstigem Risikoprofil erhielten in der Kombinationsgruppe 425 Patienten Nivolumab 3 mg/kg Körpergewicht plus Ipilimumab 1 mg/kg Körpergewicht alle drei Wochen für vier Anwendungen gefolgt von Nivolumab 3 mg/kg Körpergewicht alle zwei Wochen. In der Vergleichsgruppe erhielten 422 Patienten Sunitinib 50 mg einmal täglich über vier Wochen, gefolgt von einer zweiwöchigen Pause vor Fortsetzung der Behandlung. Die empfohlene Dosierung nach Zulassung für die Kombinationstherapie Nivolumab plus Ipilimumab ist eine intravenöse Infusion von Nivolumab 3 mg/kg Körpergewicht, gefolgt von Ipilimumab 1 mg/kg Körpergewicht, jeweils am selben Tag über 30 Minuten alle drei Wochen für vier Anwendungen. Im Anschluss sollte Nivolumab 240 mg intravenös alle zwei Wochen über 30 Minuten oder 480 mg alle vier Wochen über 60 Minuten bis zur Progression oder inakzeptablen Toxizität verabreicht werden.

Die co-primären Endpunkte zur Überprüfung der Wirksamkeit der Studie waren das Gesamtüberleben, die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate, OOR; komplette Remission und partielles Ansprechen) und das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS), bestimmt von einem unabhängigen Komitee für die Beurteilung der Bildgebung (Independent Radiographic Review Committee, IRRC), bei Patienten mit intermediärem oder ungünstigem Risikoprofil. Die Patienten wurden unabhängig von ihrem PD-L1-Status eingeschlossen.

Über das Nierenzellkarzinom
Das Nierenzellkarzinom (Renal Cell Carcinoma, RCC) ist die häufigste Form von Nierenkrebs und jährlich für mehr als 34.000 Todesfälle in der Europäischen Union verantwortlich.1 Ungefähr 80–90 % der Nierenzellkarzinome sind klarzellige RCCs, die somit die größte Prävalenz aufweisen.1 Männer erkranken etwa 1,5 mal so häufig an einem RCC wie Frauen, mit den höchsten Erkrankungsraten in den westlichen Ländern.1 Die krankheitsspezifische 5-Jahres-Überlebensrate beträgt in der mittleren Risikogruppe im metastasierten Stadium 19,5 %.2

Über Nivolumab (Opdivo®)
Tumorzellen können durch verschiedene Escape-Mechanismen, wie die Unterdrückung der Immunantwort über Checkpoint-Signalwege, der körpereigenen Immunabwehr entkommen.3 Nivolumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der spezifisch an den Programmed-Death-1 (PD-1)-Rezeptor auf aktivierten T-Zellen bindet.4 Dadurch kann Nivolumab die Interaktion der Liganden PD-L1 und PD-L2 auf der Oberfläche der Tumorzellen mit dem PD-1-Rezeptor hemmen. Die Blockade des PD-1-Rezeptors durch Nivolumab kann so eine Unterdrückung der Immunabwehr verhindern und die antitumorale Immunantwort reaktivieren.5 Nivolumab ist in der EU mittlerweile in acht Indikationen bei sechs Tumorarten zugelassen. Um Nivolumab bei unterschiedlichen Tumorarten als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Behandlungen zu untersuchen, hat Bristol-Myers Squibb ein umfangreiches, globales Entwicklungsprogramm mit mehr als 50 Studien aufgesetzt, in die weltweit über 25.000 Patienten eingeschlossen wurden.

Über die Immunonkologie bei Bristol-Myers Squibb
Chirurgie, Strahlentherapie, zytotoxische oder zielgerichtete Therapien bildeten in den letzten Jahrzehnten die Säulen der Krebsbehandlung. Dennoch blieb ein längeres Überleben bei guter Lebensqualität für viele Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen nur schwer erreichbar. Um den Bedarf an neuen, wirkungsvollen Therapien zu decken, fokussiert Bristol-Myers Squibb in seinen Forschungsaktivitäten auf den innovativen Bereich der Immunonkologie. Der primäre Wirkmechanismus immunonkologischer Substanzen besteht darin, im Kampf gegen Krebs das körpereigene Immunsystem zu aktivieren. Das Unternehmen evaluiert derzeit verschiedene immuntherapeutische Substanzen für Patienten mit unterschiedlichen Krebsarten. Bristol-Myers Squibb hat sich verpflichtet, die Forschung in der Immunonkologie voranzutreiben mit dem Ziel, Therapien zu entwickeln, die die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern.

Über Bristol-Myers Squibb
Bristol-Myers Squibb ist ein weltweit tätiges BioPharma-Unternehmen, das sich die Erforschung, Entwicklung und den Einsatz innovativer Medikamente zur Aufgabe gemacht hat, die Patienten im Kampf gegen schwere Erkrankungen helfen. Weiterführende Informationen unter www.bms.com/de und www.bms-onkologie.de.

Zukunftsgerichtete Aussagen von Bristol-Myers Squibb
Diese Pressemitteilung enthält hinsichtlich der Forschung, Entwicklung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten sogenannte „zukunftsgerichtete Aussagen“ im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act von 1995. Solche zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf gegenwärtigen Erwartungen und unterliegen entsprechenden Risiken und Unsicherheiten, darunter Faktoren, die zum Beispiel eine Verzögerung oder Veränderung dieser Aussagen zur Folge haben und dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse erheblich von den gegenwärtigen Erwartungen abweichen. Es kann keine Garantie für zukunftsgerichtete Aussagen übernommen werden. Neben weiteren Unsicherheiten kann nicht garantiert werden, dass der in dieser Pressemitteilung genannte onkologische Wirkstoff in der Europäischen Union für eine weitere Indikation zugelassen wird. Zukunftsgerichtete Aussagen in dieser Pressemitteilung sollten zusammen mit den vielen Unsicherheiten bewertet werden, die sich auf das Handeln von Bristol-Myers Squibb auswirken. Hierzu gehören insbesondere die Unsicherheiten, die in der Erörterung der Risikofaktoren im Jahresbericht von Bristol‑Myers Squibb auf Formblatt 10-K für das am 31. Dezember 2017 beendete Geschäftsjahr, in unseren Quartalsberichten auf Formblatt 10-Q und in aktuellen Berichten auf Formblatt 8-K benannt wurden. Bristol-Myers Squibb sieht sich nicht verpflichtet, seine zukunftsgerichteten Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse oder sonstiger Faktoren öffentlich zu aktualisieren.

Referenzen

1. Ljundberg B, Albiges L, Bensalah A, et al. Systematic review methodology for the european association of urology. Guidelines on renal cell carcinoma. 2017. Verfügbar unter: http://uroweb.org/guideline/renal-cell-carcinoma/. Abgerufen am 07.01.2019.
2. Escudier B, Porta C, Schmidinger M, et al. Renal cell carcinoma: ESMO clinical practice guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Annals of Oncology; 27(suppl. 5):58–68. American Cancer Society. Cancer immunotherapy. Verfügbar unter: http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003013-pdf.pdf. Abgerufen am 07.01.2019.
3. American Cancer Society. Cancer immunotherapy. Verfügbar unter: https://www.cancer.org/treatment/treatments-and-side-effects/treatment-types/immunotherapy/what-is-immunotherapy.html, abgerufen am 07.01.2019.
4. Fachinformation Opdivo®. Aktueller Stand.
5.McDermott DF, Atkins MB. PD-1 as a potential target in cancer therapy. Cancer Med 2013; 2(5): 662–73.

Quelle: Bristol-Myers Squibb


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